Skip navigation

Tag Archives: israel

Im folgenden ein Post, der bereits im November 2012 geschrieben wurde, aber nie den Weg zum publizieren fand.

 

Vor drei Tagen gab es mal wieder einen „Brennpunkt Nahost“ in der ARD.

In der Darstellung eine Analogie der Folie welche den Zuschauer seit Jahren umgibt: zwei Parteien mit den jeweiligen Rollen-Zuschreibungen, ein immer wieder betontes Leid auf beiden Seiten, usw. usv. Interessantester Moment blieb der Blick auf die gesamte Region:Es ist durchaus vorstellbar, dass in nicht allzuferner Zukunft in allen Nachbarstaaten Israels Muslimbrüder an Schaltstellen der Macht sitzen werden, wie heute schon in Ägypten.  (src, Min. 8)

Und in der Tat lohnt es sich den Blick von den scheinbar amalgamiert Prozessen zwischen den Israelis und Palästinensern zu lösen. Doch dies passiert viel zu selten. Dabei sind die Bürgerkriegssituationen um Israel herum interessant, gerade bezüglich der politischen (In)-Stabilität die sich daraus entwickeln könnte/wird, bzw. schon entwickelt hat.

Die Illusion, dass es im Nahen Osten keinen wichtigeren Konflikt gebe als den zwischen Israel und den Palästinensern, soll nicht gestört werden. (src)

ist in einem eher hämischen Seitenhieb gegen die öffentlich-rechtlichen Anstalten auf dem Blog LizasWelt zu lesen (Abschnitte I und II durchaus lesenswert). Die Situation in Syrien (und dadurch auch Libanon), oder Ägypten ist zwar eine andere als aus dem Gaza abgeschossenen Raketen und die Kampfeinsätze der israelischen Luftwaffe im Gaza, aber werden auch diese in Folge die Stabilität und Kriegsgefahr für die gesamte Region mitbestimmen. Es scheint sich zu Bewahrheiten was Skeptiker der ägyptischen Revolution bereits vor einer Weile besorgte: die gemäßigten Unterliegen den Radikalen. Auch wenn Hamid Abdel-Samad sich positiv auf die Rolle der Muslimbrüder Ägyptens bezieht:

Mursi macht einen guten Job wie ich finde, er versucht nicht nur zu vermitteln, sondern versucht auch Gaza aus den Armen von Iran zu lösen und den Palästinensern eine politische und wirtschaftliche Perspektive innerhalb der arabischen Welt anzubieten, das macht er mit dem Emir von Qatar. […]Ich sehe die Probleme im Nahen Osten wachsen schneller als die Kapazitäten diese Probleme zu lösen. Beide Seiten müssen endlich begreifen, dass nicht noch einmal paar Raketen aus dem Iran Israel aus der Ruhe bringen, aber auch dass Bodenoffensiven und Bombardierung von Gaza keine Lösung sein kann. (Min. 10:45)

„Nicht noch einmal paar Raketen aus dem Iran Israel aus der Ruhe bringen?“ Die Verkürzung der Zusammenhänge, bedingt durch die kurze Aufmerksamkeitsspanne der Zuschauer gebirt zuweilen seltsame Stilblüten. Welch einen langen Einblick bietet da der footage-like wirkende Blick hinter die Kulissen und in den Alltag des ARD-Korrespondeten Richard Schneider (dort auch Herr Gottlieb -s.o.- zu hören 3:15 Min.). Ermöglicht ein wenig Aufklärung über Arbeitsweise, Selbstverständnis und Selbstdarstellung des vor Ort weilenden Fernseh-Journalisten. Sehenswerter (weil Kommentarlos und damit nahezu Nachrichtenlos) trotz dessen dieses hier:

Lautete der obige Text vom 24. November 2012.

Vor kurzem (Ende Juni 2017) machte eine Dokumentation Furore, welche sich des Themas Antisemitismus annahm: „Auserwählt und Ausgegrenzt. Der Hass auf Juden in Europa.“ Öffentlich-rechtliche Medien sahen keine Notwendigkeit bzw. einen gravierenden Qualitätsmangel und entschieden sich gegen eine Veröffentlichung. Der Verdacht, dass es eher am Thema lag und die Begründung mit dem journalistischen Handwerkszeug vorgeschoben war, lässt sich im Vergleich zu anderen dokumentarischen Filmen des öffentlich-rechtlichen nicht ganz leugnen. Dass das Thema ein Globales ist, belegt die BDS-Bewegung gegen den jüdischen Staat, was auch in der Dokumentation zum Thema wird:Die Bild-Zeitungs-Redaktion nutzte den Moment um sich als Frontmedium zu inszenieren und zeigte den Film kurzerhand 24h im Internet – mit der Ansage, dass die Antisemitismus-Dokumentation vermutlich deshalb nicht gezeigt werde, „weil sie ein antisemtisches Weltbild in weiten Teilen der Gesellschaft belegt, das erschütternd ist.“

Dann geht es der Bild-Redaktion um „historische Verantwortung“ und „entschiedenes Entgegentreten“ – doch dafür „müssten wir alle wissen, womit wir es zu tun haben.“ Als würde die Dokumentation in Gänze offenbaren, welche Auswüchse der Judenhass hatte und angenommen hat.

Die Dokumentation bleibt ein oberflächlicher Einblick, nur die Spitze des Eisberges wird gezeigt. Es ist ein sehr lebendiger und sich transformierender Hass – allzuoft angetrieben von Falschmeldungen und Lügen, wie ein Besuch in Gaza-Stadt zeigt.

Es ist notwendig und richtig, die Betroffenen selbst zu Wort kommen zu lassen – von beiden Seiten. Das passiert im Film auch. Statt nun Energie in die Kritik an der Dokumentation zu stecken (wie im bei ARD/WDR geschehen, als die Doku mit vielen Anmerkungen versehen doch ausgestrahlt wurde, siehe etwa Artikel „Betreutes Fernsehen“), sollten die darin präsentierten Fakten zur Kenntnis genommen werden. Zum Beispiel die geschichtlichen Fakten und Pläne der UNO nach 1945 – den Teilungsplan für einen Staat Israel (blau) und den zu gründenden Staat Palästina (rot) der aus dem vorherigen Verwaltungsgebiet Palästina entstehen sollte:Der Film hat einige Längen hat, etwa das Gespräch mit der lebenden Legende Rafi Eitan. Sehr treffend indes die Äußerungen von Eugene Kontorovich:

„Wenn eine Menschenrechtsorganisation nach Rabat gehen würde und dort in einer ‚König-Mohammad-der-X.-Universität‘ ihre Erkenntnisse über die marokkanischen Menschenrechtsverletzungen in der Sahara präsentieren würde, wäre das ihre letzte Reise nach Marokko. Sollten sie überhaupt nach Europa zurückkehren.

In Israel, einem offenen und liberalen Land, gibt es Uneinigkeit, Widerspruch und ein Mehrparteiensystem. Naja, eine Zuviele-Parteien-Demokratie. Wenn Du hier her kommst und Israel kritisierst, wirst Du nicht in einem Sarg nach Hause geschickt, sondern mit einer Medaille. Das ist einfach. Gehen Sie doch mal nach Ankara und versuchen Sie dort über die Situation der Kurden zu sprechen – das wird nicht gut ausgehen.

Ironischerweise liegt das an der liberalen Gesellschaft, die sich in einem selbstkritischen Prozess befindet und in der Lage ist sich selbst zu reformieren. Dies ist einer der Gründe, warum Israel am meisten abbekommt, obwohl es das am wenigsten braucht. Aber was auch immer die Gründe sind, der Effekt ist ein beispielloser und einzigartiger Standard nur für den jüdischen Staat. Und das ist praktisch antisemitisch. Das bedeutet nicht, dass die Motive der Menschen die dies tun antisemitisch sind, oder dass es irgendjemand bewusst wäre schlecht über Juden zu denken. Aber die Tatsache, dass genau der Staat wo der Mehrheit der Juden lebt, für die Sonderbehandlung von Europäern auserkoren wurde, ist außerordentlich bemerkenswert.“

Das Film-Dokument ein sehenswerter Einblick in die politische und ökonomische Bewegungsvielfalt, die sich nicht nur in Europa gegen den Staat Israel heute findet. Auserwählt und Ausgegrenzt. Der Hass auf Juden in Europa (90 Min. 2017, von Joachim Schroeder und Sophie Hafner)

 

netwars_cyberwar-blackhat_screenZuletzt immer öfter zu vernehmen gewesen – die digitale Kriegsführung wird relevanter. In den USA macht das Militär regelmäßig Werbung für Hacker – etwa auf einer Konferenz der Blackhat in den USA. Die Bundeswehr hat zuletzt auch über Frau von der Leyen verlautbaren lassen, an informatisch-geschulten Bewerbern interessiert zu sein welche körperlich nicht den bisherigen Ansprüchen genügen. Mit der Tastatur und dem Bildschirm lassen sich zunehmend erhebliche Schäden anrichten, wofür in der Vergangenheit andere Mittel nötig waren. Heute geht das quasi von zu Hause aus. netwars_screen_cyberterroristDie Doku „Netwars – Krieg im Netz“ von Marcel Kolvenbach zeigt neben einem praktischen Hackerangriff auf ein Wasserwerk auch eine Spezialeinheit des israelischen Militärs. Neben konkreten Auswirkungen der digitalen Welt auf unsere analoge Wirklichkeit gibt der Film auch einen kleinen Einblick in philosophische Sichtweisen auf das Thema. Etwa Daniel Statman, Professor für Philosophie in Haifa:

„Angenommen wir können mit einer Cyberattacke den Computer eines Passagierflugzeugs angreifen und es dann zum Absturz bringen – natürlich wäre das in einem Krieg ein Kriegsverbrechen. Nichts anderes als eine Rakete auf das Flugzeug zu schießen. Wenn wir aber mit einem solchen Angriff den zentralen Computer im Hauptquartier des Feindes ausschalten, dann wäre das ein legitimer Kriegsakt.“

Nicht ganz zufällig wird Israel als ein Land präsentiert, welches eine nationale Sicherheitsstrategie zum Thema Cybersicherheit entwickelt hat – das Land hat seit Jahren Erfahrungen und Strategien entwickelt um das Internet für Nutzer (Unternehmen und Privatleute) sicherer zu machen. Einige Aspekte welche seit Jahren in Israel bereits diskutiert werden sind hierzulande erst jetzt auf dem Tableau erschienen.

„Wer ist verantwortlich die Bürger gegen einen Cyber-Angriff zu schützen, der entweder von einem 16 jährigen Hacker, Kriminellen, Terroristen oder einem feindlichen Staat geführt wird? […] Wir hatten die Möglichkeit diesen digitalen Iron-Dome tatsächlich zu realisieren.“  Erez Kreiner, Ex-Direktor National Cyber Security Authority, Israelnetwars_cyberwar_israel_screen

Dass mit der Digitalisierung nicht alle Probleme gelöst sind – gerade in Bezug auf die Privatsphäre – bringt Gabi Siboni (Direktor der Sektion Cyberkrieg – Institut für Nationale Sicherheitsstudie) treffend auf den Punkt:

„Mit dem Voranschreiten des Internet wird alles private eliminiert. In unserer Welt ist nichts mehr privat. […] Ich kann davon ausgehen, dass alles was ich in meinen Computer schreibe, von jemand Anderem gelesen werden kann – von einem Menschen oder einer Maschine. Die Werbung die ich kriege bezieht sich auf den Inhalt meiner Mails. Meine Mail wird also von einer Maschine gelesen, die sicherstellt, dass wenn ich über Möbel schreibe mich Werbung über Möbeln erreicht. […]
Facebook verkauft unsere Privatsphäre an kommerzielle Unternehmen – und wir haben kein Problem damit. Bei Google ebenso. Aber wir haben plötzlich ein Problem damit, wenn die NSA versucht Terror zu verhindern. Da sagen wir: warum hört uns die NSA ab? Das ist sehr irrational.“

cyberwar_netwars_siboni_screen

Der Film spricht wichtige Aspekte an, welche heute bei vielen Internet-Teilnehmenden – Usern und Administratoren, Politikern und Unternehmen – unterbelichtet scheinen. Es wird davon gesprochen, dass die Tage des bisherigen Netzes gezählt sind. Das Plädoyer, der angebotene Ausweg am Ende der Doku: ein nationales Netz, völlig neu gedacht und gebaut, biete die notwendige Sicherheit. Die Rückkehr ins nationale ist jedoch meiner Meinung nach fraglich – vielmehr wird es eine systemische Antwort geben. Und neben digital gibts ja auch immernoch analog. Zufall, dass die Nerds ihren Weg zum zu hackenden süddeutschen Wasserwerk per Karte aus Papier suchen?

netwars_cyberwar_screen-analog_map52 Min; Netwars – Krieg im Netz (2014)

Gedanken und Eindrücke von einer Veranstaltung im Conne Island in Leipzig vom 25.10.2016 zum Thema „Die Realität ist grau. Deutsche Linke zwischen ‚Israelsolidarität‘ und BDS“

Behäbig ging sich die Veranstaltung an. Obwohl die No-Tears-For-Krauts mit einem verteilten Flugblatt (in welchem Aussagen von Hannes Bode, dem Referenten des heutigen Abends, dessen distanzierte Haltung zum Thema Israel-Solidarität betonen sollten und auch die vormals im Conne Island existierende, heute immer schwacher postulierte Freundschaft mit dem Staat Israel kritisierten) für einen diskursiven Abend zu sorgen schien. Schließlich ging es irgendwann los. Der Podiumsleiter begann mit einleitenden Worten zum Thema Israel, Antisemitismus und Conne Island. Er wies etwa auf den Umstand hin, dass Anfang der 2000er Jahre im selbst verwalteten Laden eine Diskussion stattfand, in welcher die Abgabe sogenannter Pali-Tücher an der Garderobe zum Konsens wurde. Er erwähnte auch, das zukünftig vermutlich öfter Musiker und andere Künstler die Bühne des Island betreten werden, welche sich positiv zu BDS (Boykott, Divestment und  Sanktionen) gegen Israel bekennen. Die Entscheidungen von damals und auch die über lange Jahre im Conne Island mehr oder minder streng gelebte Praxis trugen zum politischen Mythos des Anti-Deutschen und Israel-Solidarischen Party-Ladens im Leipziger Süden bei. Wobei die Diskussionen vor einigen Jahren gefühlt mehr Diskursivität besaßen, wirklich inhaltlichen Debatten glichen in denen auch das Publikum untereinander disputierte. Aber das lag vielleicht auch an der stolz geschwellten breiten Brust des Ortes, der überregionale Ausstrahlungskraft erlangte.

An diesem Abend beschlich mich irgendwann das Gefühl, der Referent verstecke sich hinter Zitaten und Ereignissen in der Geschichte, um sich bloss nicht selbst dazu verhalten zu müssen. Stellvertretend sprachen die Quotes, etwa ein zweifach verlesenes von Martin Dornis zum Thema Kommunismus und bedingungsloser Israelsolidarität – so als würde das an den leeren und bescheuerten Aussagen aus der Besinnungslosigkeit an der Leere dieser Solidarität etwas ändern, denn: „Solidarität muss praktisch werden“.

Es ging in dem knapp zweistündigen Referat vornehmlich historisch zu: von der Idee und Genese der modernen Nationalstaaten – mit Zitaten von im historischen Kanon als Referenzpunkte anerkannten Historikern – über Ausführungen zu „unausweichlich blutig verlaufenden Nationalstaatsgründungen“, wie etwa der Balkan oder die Türkei und deren Umgang mit Griechen/Armeniern beweisen, hin zu der Theorie von Antisemitismus als gesellschaftliches Phänomen – mit weiteren Zitaten von Clausen, Poistone und auch Adorno. Nach mehr als einer Stunde frug offenbar nicht nur ich mich, ob das eigentlich angekündigte Thema:

Der Vortrag gleicht verschiedene Positionen mit diesen komplexen und widersprüchlichen Realitäten ab, kritisiert die antiisraelische „Boycott, Divestment, Sanctions“-Kampagne und den Antisemitismus von Teilen der „Palästinasolidarität“, diskutiert die Berechtigung von Kampagnen gegen die militärische Besatzung der Westbank und fragt nach den Bedingungen und Konsequenzen der – zuallererst in Deutschland unhintergehbaren – Solidarität mit Israel. (src)

noch zum Gegenstand kommen würde – Boykottbewegung gegen und Solidaritätsbewegung für Israel innerhalb der politisch Linken (wobei der Referent auf die gesetzten Anführungszeichen hinwies, welche bei ihm das Wort Israelsolidarität markieren würden).

Um es vorweg zu nehmen: die Ermunterungen des Referenten an den tagespolitischen Ereignissen und Personen in Israel Kritik zu üben hat das Schwergewicht auf seiner postulierten „grauen“ Waage zwischen Anti, Neutral und Pro eindeutig in eine Richtung bewegt. Während seine historischen Schilderungen bezüglich des Verhaltens der nichtjüdischen Nachbarstaaten so gut wie keine Rolle spielten (in etwa: von den britischen Besatzern und den ersten Immigranten aus Russland, welche zu beweisen versuchten nicht nur mit Geld gut umgehen zu können – die Notwendigkeit der landwirtschaftlichen Arbeit für das Überleben der Pioniere wurde nicht erwähnt – ging es zur Deklaration von Belfour und einer ähnlichen Verlautbarung der Deutsch-Osmanischen Gegenspieler, welche als Versprechen aufgrund eines mutmaßlich jüdischen Einfluss im Weltenspiel abgegeben wurden – hinüber ins Jahr 1948, ab welchem das palästinensische Volk nach den Briten nahtlos nun den staatlich organisierten jüdischen Besetzern unterstand). Es wurde vielmehr darauf hingewiesen, dass sich mit der jüdischen Staatsgründung ein palästinensischer Staat erledigt hätte – bis heute und zukünftig. Palästinensischer und Zionistischer Staat wären komplementär. Zwischen drin fiel auch mal der (revisionistisch?) konnotierte Aspekt der Grenzen von 1967.

Kein Wort davon, dass die politische Führung der ansässigen und auswärtigen arabische Bevölkerung 1948 sehr wohl einen kleinen eigenen arabischen Staat neben einem kleinen jüdischen im Territorium Palästina hätten gründen können, dies jedoch ablehnten. Mit einem Krieg gegen den jüdischen Staat diesen zum Verschwinden bringen wollten. Dies bis heute bei einigen Akteuren offiziell als Ziel auf der Agenda verzeichnet steht.

Ein weiterer vom Referenten vernachlässigter – weil zu offensichtlicher? – Aspekt: der Staat Israel ist ein explizit jüdischer Staat – der säkular ist, also Religion und Staatsbürgerschaft trennt. Sprich: nicht jeder Israeli ist Jude. Golda Meir (später erste Frau an der Spitze des Staates – welch ein Affront gegenüber den muslimischen Nachbarstaaten und auch konservativen westlichen Staaten damals) und andere mit der Staatsgründung in Zusammenhang stehende israelische Politiker haben sich klug, ausgiebig und auch konträr zum israelischen Staatsmodell und dessen Zielsetzung geäußert. Kein Wort war von dieser Diskussion oder überhaupt deren Existenz zu vernehmen.

Die Generation, welche den Zweiten Weltkrieg und den praktizierten mordenden Antisemitismus erlebt hatte, um die Radikalität und Bereitschaft zur endgültigen Vertreibung der Juden – auch in den Tod – wusste, diese Generation war auf der Suche nach einer Lösung zum Schutz von Menschenleben jüdischen Glaubens. Es sollte das Land an dem Ort errichtet werden, der über Jahrtausende ein konstanter historischer und kultureller Bezugspunkt für die Gläubigen in der Diaspora dargestellt hatte. Es sollte ein Ort werden, an welchem statt einer Minderheit die Juden die Mehrheit bilden sollten. Es sollte ein sicherer Ort für alle werden, vor allem für Jüdinnen und Juden die sich in einem anderen Land aufgrund ihres Glaubens bedroht, eingeschränkt oder verfolgt sahen. Nach der Staatsgründung wurde die Verfolgung nicht weniger, wie die jüdische Nakba zeigt.

Israel ist seit seiner Gründung kein unsicherer Ort für Menschen jüdischen Glaubens – oder doch? Noch bis jetzt klingt mir die Aussage des Referenten im Kopf, es sei zynisch sich nach dem Feiern in Tel Aviv mit israelischen Soldaten fotografieren zu lassen – warum frug ich nicht, oder verpasste seine Begründung. Vielleicht steht die Antwort in Zusammenhang mit der Betonung, dass jede Armee der Welt Kriegsverbrechen begehe, warum sollten ausgerechnet die israelischen Soldaten eine Ausnahme machen. Zweifellos hat er damit Recht. Gilt zu hoffen, dass Vorkommnisse solcher Art aufgeklärt, Verantwortliche bestraft und zukünftig verhindert werden – wie dies von der israelischen Armee auch praktiziert wird. Das fand jedoch keine Erwähnung. Wie auch die Tatsache, dass in der assymetrischen Kriegsführung, welche von Terroristen als Widerstandsstrategie verwendet wird, es sehr schwer, wenn nicht unmöglich ist, Verantwortliche und Entscheidungsträger für ihre Taten heran zu ziehen, haftbar zu machen und zu bestrafen. Im Gegensatz zu Angehörigen einer staatlich verbundenen Armee. Obwohl das Leben einen anderen Grad an Normalität und Intensität – als etwa ein Leben in Leipzig – hat, ist es doch sicher dort zu leben: wegen der Aktivitäten, die die Menschen vor Ort und in anderen Ländern dafür erbringen.

Die Bedrohungen, welchen Jüdinnen und Juden auf der ganzen Welt und auch in Israel heute ausgesetzt sind, sind nicht abstrakt, sondern sehr konkret – dies erwähnte auch der Referent, mit seinen Hinweisen auf willkürliche Messerattacken von Jugendlichen oder seiner Erwähnung von Bombenanschlägen etwa in Autobussen auf Zivilisten in Israel. In den Diskussionsbeiträgen wurde durch das Publikum trotzdem mehrfach auf die Existenz und die Gefahr des eliminatorischen Antisemitismus verwiesen, wobei die BDS-Bewegung ja mit zivilen Mitteln ihren Unmut über, ja worüber eigentlich, zu kanalisieren versucht: das Verhalten von Israelis (was ja auch Christen oder Muslime sein können)? Oder: den Entscheidungen der amtierenden israelischen Regierung? Oder geht es um die Existenz des jüdischen Staates an sich? Was ist das eigentliche Ziel der BDS-Bewegungen, welches die Mittel, wer die Akteure, wie groß die (Miss-)Erfolge, welcherart die Reaktionen? All das sollte den Abend über keine Rolle spielen, ging es doch um theoretische Erklärungen des Antisemitismus und die Genese des Staates Israel als Nationalstaat. Vielleicht lag es an einer Erkrankung, auf welche der Referent entschuldigend verwies, welche den Ablauf und Inhalt etwas getrübt haben.

An keinem Punkt erwähnt der Referent die im eigentlichen Kern ideologische Arbeit von BDS-Gruppen, welche gesellschaftlichen Druck erzeugen wollen, der sich ökonomisch gegen den Staat Israel formiert: indem sowohl dazu aufgefordert wird israelische Waren zu boykottieren als auch der Staat Israel keine Investitionen, sondern Sanktionen erhalten soll. Eine Kritik an der ökonomischen Dimension des Judenhass mochte der Referent nicht formulieren – als zu marginal und ineffektiv stellte er diese Strategie dar. Dass das Engagement für eine wirtschaftliche Isolierung gesellschaftlich akzeptiert und manifestiert auch in anderen, unökonomischen Bereichen weiter um sich greifen kann und zur Isolation, zur Marginalisierung des Boykottierten beitragen soll, fand ebenso keine Erwähnung.

In den Diskussionsbeiträgen wurden kritische Äußerungen an den Referenten heran getragen, etwa das Vernachlässigen von Diskursen der vergangenen Jahre oder das inhaltliche Abschweifen, eine Ignoranz gegenüber dem angekündigten Diskussionsgegenstand.

Als durch Wortmeldungen von körperlichen Übergriffen auf politisch aktive Israel-Sympathisanten durch BDS-Aktive in Leipzig berichtet wurde, wischte der Referenten diese ironisch beiseite: es sollte doch gerade in Leipzig kein Problem darstellen auch in dieser Form der Auseinandersetzung zu siegen – indem man sich organisiere und zuerst zuschlage. Vereinzelt folgte Gekicher im Publikum. Und das, wo doch das Conne Island zuletzt mit einer Veröffentlichung wegen sexueller und krimineller Übergriffe – welche auch als Hilferuf oder Ohnmachtssignal gedeutet wurde – überregional für Schlagzeilen sorgte. Und das, wo doch diese Veranstaltung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“ gefördert wurde.

Bevor das offizielle Ende der Veranstaltung verkündet wurde begab ich mich nach draußen. Vielleicht wurden noch Dinge zum Gegenstand der Auseinandersetzung, welche einige der offen gebliebenen Fragen beantwortet hätte. Vielleicht auch nicht. Als ich auf dem Weg nach Hause bin, überlege ich ob die Veranstaltung vornehmlich Israel kritisch, Israel solidarisch oder Israel grau war. Und was perspektivisch im 25. Jahr Conne Island noch so alles passieren wird.

Während Hierzulande über Integration, Doppelte- oder nicht Staatsbürgerschaft, Obergrenze und Kontingente (was übrigens nicht das Selbe ist) schwadroniert, gestritten und neben Stimmung auch Politik gemacht wird, gibt es Menschen die schon seit Jahrzehnten den Status als Flüchtling haben – aus politischen Gründen.

yt_rkgtnm-2fte_ikl959(watch on yt; arabic with english subtitle 4:52 Min.)

In einem kleinen Film (via) erzählt einer, welcher den Flüchtlingsstatus ererbt hat, weshalb sich aus dem Elend von Menschen viel Geld ziehen lässt – und das Elend an anderer Stelle deswegen nicht gelindert wird.

Im Leipziger Hauptbahnhof ist noch bis diesen Sonntag (05. Juli 2015) in der mittleren Etage eine Fotoausstellung von Rudi Weissenstein zu sehen, der Zeit seines Lebens mit der Kamera unterwegs war und ein einzigartiges Fotoarchiv schuf. Auf den Bildern sind alltägliche Szenen – Arbeiter, Konzertaufführung, Stadtaufnahmen und Landschaften des jüdischen Palästina vor und nach der Gründung des Staates Israel zu sehen.
mosha_magdiel1946-rudi_weissenstein_„Jugendliche im Moshav Magdiel. In dem Moshav war ein Heim für junge Überlebende der Shoa untergebracht. 1946“ 

Seit letztem Wochenende gab und gibt es noch bis zum Sonntag einige weitere Veranstaltungen in Zusammenhang mit der jüdischen Woche in Leipzig. Mehrere Ausstellungen haben auch längere Laufzeiten.

free_gaza_from_hamas_ikl959.com(shot in Dresden, 2012)

In Israel gibt es (nach Wikipedia alles superlative) Feiertage, welche den Alltag entschleunigen, brechen, verunmöglichen. Einer der Feiertage mit Namen Jom Kippur (wkp) liegt schon wieder in Sichtweite. Vor einer ganzen Weile wurde ein Film gebloggt der nichts an Anschaulich- und Einprägsamkeit des gebrochenen Alltags verloren hat. Passt wegen seiner unter-spannten Atmosphäre noch weniger in die derzeitige Situation als ohnehin schon, oder vielleicht gerade.

jom_kippur-tel_aviv(src, 2,30 Min)

Ein Besuch in einer von Raketeneinschlägen bedrohten Region in Israel im Jahr 2012 – damals folgte (ähnlich wie heute) als Reaktion auf die Einschläge und die permanente Bedrohung der Bevölkerung eine militärische Intervention im Gebiet der Raketenabschüsse. Ein gewisser Grad der Entspannung blieb und bleibt in den bedrohlichen Momenten (etwa in Form älterer Männer, auf einer Bank sitzend) erhalten; die Anspannung der jugendlichen Menschen, welche die Situation zum ersten Mal erleben ist indes spür- und nachvollziehbar.

life_under_rockets_israel_yt_ikl959.com(src; 8,30 Min)

Die Situation heute: eine größere Anzahl Raketen mit einer besseren Reichweite schlägt derzeit noch immer (aus dem Gazastreifen von der Hamas und anderen paramilitärischen Vereinigungen abgefeuert) in Israel ein (IDF-reports on twttr).

Seit dem Beginn der Operation „Schutzlinie“ (Protective Edge) am 8. Juli 2014 wurden über 971 Raketen aus dem Gazastreifen – der übrigens noch bis 2005 unter israelischer militärischer Kontrolle lag – in Richtung Israel abgeschossen. 754 davon schlugen in Israel ein und etwa 201 wurden durch das israelische Raketenabwehrsystem abgefangen & noch im Himmel zur Explosion gebracht, 27 aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen trafen den Gazastreifen selbst. Derweil gab es auch in den größeren Städten wie Tel Aviv und Jerusalem Bombenalarm, auch weiter nördlich – wie etwa Haifa. Raketeneinschläge wurden auch aus Bethlehem und Hebron gemeldet. 40.000 israelische Staatsbürger wurden aus der Reserve mobilisiert und sind Teil der ZAHAL geworden, die über einen (neuerlichen) Einmarsch in den Gazastreifen nachdenkt (pro & con invading Gaza).

Ein offener Brief A.B. Yehoshua aus dem Jahr 2009 an einen Journallistenkollegen hat kaum an Bedeutung verloren – die Ereignisse, Berichterstattung und Akteure von heute sind wenig verschieden von damals.

All we are trying to do is get their leaders to stop this senseless and wicked aggression, and it is only because of the tragic and deliberate mingling between Hamas fighters and the civilian population that children, too, are unfortunately being killed. The fact is that since the disengagement, Hamas has fired only at civilians. Even in this war, to my astonishment, I see that they are not aiming at the army concentrations along the border but time and again at civilian communities. (src – lesenswert!)

Derweil ist die außenpolitische Situation heute eine andere als 2009. Neben etwa Syrien gibt es andere angrenzende Staaten mit keiner/einer instabilen legitimierten politischen Kraft. Zuletzt schlugen auf der Halbinsel Sinai, unweit zur israelischen Grenze, in Ägypten abgeschossene Raketen in einem Supermarkt ein (FAZ). Aus dem Südlibanon wurden Raketen in Richtung Israel abgefeuert, ist etwa in diesem Beitrag zu vernehmen:

rockets-from_gaza_july2014_YT(src: yt)

Bisher kommen die Raketen welche in Israel einschlagen vor allem aus dem Westen – die Reaktion des Staates sind über 1300 israelische Angriffe in den Gazastreifen, bei welchen über 170 Menschen starben. Ein Teil der Strategie der Terroristen, welche die Raketen gen Israel abschießen, besteht in der Nutzung ziviler Einrichtungen als Operationsbasen. Es ist eine ungleiche Kriegsführung, bei welcher von den in Gaza tätigen Aktivisten sowohl zivile Opfer im Aktionsumkreis billigend in kauf genommen werden, gleichzeitig jedoch wegen der ungesteuerten Raketen vor allem Zivilisten zum Ziel der Angriffe werden.

Der Gazastreifen wird bis dato weiterhin mit LKWs, welche zivile Güter wie Lebensmitteln und Treibstoff transportieren, versorgt – aus Israel (src). Dort leben wegen der ständigen Raketeneinschläge und den erweiterter Flugentfernungen jetzt knapp sechs Millionen Menschen unter ständiger Lebensbedrohung.IDF_rockets-UK(mögliche Reichweite der Raketen aus dem Gazastreifen übertragen auf Großbritannien, src)

Die Entführung und Ermordung dreier Jugendlicher (Lizas Welt) ist ein weiterer Teil der jüngst wieder offen aufgebrochenen Auseinandersetzung, deren friedliches Ende immer weniger als eine baldige realistische Option erscheint.

the_map_of_israelSchöner Hinweis bei hagalil über ein Videoprojekt von Gil Shuster, welches spontan und auf der Straße mit den dort Anwesenden eine Mentalitäts-, Wissens-, kurz Realitätsabfrage unternimmt – klick hier.

Nach der Gründung des Staates Israel 1948 begann eine Welle von Pogromen durch arabische und muslimische Länder des Nahen- und Mittleren Osten zu fluten, welche das Ende einer jahrhundertealten jüdisch-arabischen Tradition bedeuteten. Ein Film welcher jüdische Flüchtlinge aus dem Iran, Libanon, Algerien, Irak und anderen Ländern porträtiert, weist auf einen bisher weniger beachteten Fakt hin – die sogenannte „jüdische Nakba“ (en.wikipedia, de.wikipedia)

forg_refu_yt(youtu.be -49 Min, engl.; via)

In der Süddeutschen-Zeitung fand sich jüngst ein Bild, welches in einen Zusammenhang mit Israel gestellt wurde. Nun ist von Seiten der Süddeutschen-Zeitung tatsächlich in der Rückmeldung auf die Rückmeldungen zu diesem Bild (und der Bildunterschrift „Deutschland serviert. Seit Jahrzehnten wird Israel, teils umsonst, mit Waffen versorgt. Israels Feinde betrachten das Land als einen gefräßigen Moloch. Peter Beinart beklagt, dass es dazu gekommen ist.“) zu vernehmen, es handele sich um ein unschuldiges Bild – „Ist ein gehörntes Monster antisemitisch?“ lautet die Frage. Die Antwort kann nur lauten: wenn unter dem Bild Deutschland (welches als servierende Dame) und Israel (welches als unmenschliches, grauenerregendes auf das Essen und die Dame wartende Monster) als die im Bild sichtbaren genannt werden, ja, dann ist das ganze mehr als nur Zufall, Unglück, Gedankenlosigkeit.

sz_antisem(src)

Es ist fragwürdig und interessant wie die Redaktion (welche für eine kulturelle Aufklärung, nicht Verklärung) dieser Zeitung (mag im Text daneben – „Der Niedergang des liberalen Zionismus“ – stehen was mag) tätig ist. Beim Redaktions-Meeting überlegte man sich, welches Bild zum Thema „Der Niedergang des liberalen Zionismus“ passen könnte. In den Köpfen der Redakteure schien dann eben jenes grauenerregende Wesen am besten geeignet, eine Sicht auf das Land abzubilden, den Hass anschaulich zu reproduzieren. Die vermeintliche Entschuldung der SZ:Nur die Feinde Israels sehen Israel in der Weise, die dem abgebildeten Monster ähnelt. Außerdem ist der Staat Israel nicht mit dem Judentum gleichzusetzen“  lässt vermuten, dass mit der Wahl eben jenes Bildes durch die Redakteure, unter diesen Feinde Israels zu finden sind. Man bedauerte zwar von Seiten der SZ, „dass es zu solchen Missverständnissen kommen konnte. Die Veröffentlichung der Zeichnung in diesem Kontext war ein Fehler.“ (src) Dass das Bild jedoch schließlich (nach nochmaliger Prüfung durch den Chefredakteur) gedruckt wurde, lässt erahnen, wie israelfeindlich sich zu gebärden unter den publizistischen Eliten Normalität ist.

Nicht nur die Feinde Israels sehen in dem abgebildeten Monster den jüdischen Staat, sondern jeder der dieses Bild ansieht und des Lesens mächtig ist. Es ist der Blick auf ein unschuldiges Bild, welches durch die gesetzte Kontextualisierung bewusst an bisherige Narrative anknüpft. Broder hat also nicht ganz unrecht, wenn er meint, dass die SZ da weitermacht wo der Stürmer 1945 aufhören musste. (zum Thema auch ruhrbarone, Jüd. Allgemeine)

After crossing…

follows the next step/crossing a few days later:

(seen in Leipzig-Connewitz)

(Antisemitisches „US-RAEL“ vs „Bundeswehr mordet!“  am Bahnhof Dresden Neustadt)

(screenshot von einem Naziportal)

Vor knapp zwei Jahren war der iranische Staatspräsident mit einem Journalisten eines amerikanischen Fernsehsenders im Gespräch (Kleber vom ZDF hat dem Staatsführer ja neulich auch gegenübergesessen…). Bemerkenswerterweise erzählt Ahmadinejad auch von Dingen, die heute eine andere Aktualität haben dürften…

Ahmadinejad: „Israel ist kein Faktor in unserer Verteidigungspolitik, wir haben die nicht mal erwähnt.Frage: „Sie planen nicht einmal für den Eventualfall?“ Ahmadinejad: „Die sind am Ende. Das zionistische Regime ist am Ende. Die kommen nicht einmal mit Gaza klar. Die wollen eine Auseinandersetzung mit dem Iran? Jeder kennt doch diese Tatsachen und es überrascht mich dass sie als professioneller Journalist das nicht wissen. Jeder Politiker auf der Erde weiß davon. Das zionistische Regime schafft es nicht mal Gaza in den Griff zu bekommen, wollen die dann noch in einen Konflikt mit dem Iran treten?  (freie Übersetzung von dieser src)

Am 10. März wurde ein Pferd getötet und ein Haus nahe Ashdod durch einen direkten Raketentreffer schwer beschädigt.

Bernd Dahlenburg hat sich nicht nur die Mühe gemacht alle Opfer der Raketenangriffe aus dem Gaza aufzuzählen, sondern berichtet auch davon, dass

wieder einmal [..] eine Million Israelis die letzten 48 Stunden in nahe gelegenen Luftschutzkellern oder ihren geschützten Räumen verbringen […] [mussten]. 

Des weiteren mahnt er in seinem Artikel (der ein interessantes Bild enthält)  zurecht die fehlende Unterscheidung an, auf die es eben doch ein wenig ankommen sollte: die Selektion.

Unterscheiden die Medien zwischen gezielten israelischen Schlägen gegen Terroristen – im Gegensatz zu wahllos-absichtlichen palästinensischen Raketenangriffen auf israelische Zivilisten? (src)

Aber angesichts solcher Nachricht wie der folgenden, scheint die „Kriegsführung“ dann doch wieder symmetrisch geworden:

Ein palästinensischer Terrorist stach am Donnerstag mehrmals auf eine 19-jährige israelische Soldatin in Jerusalems neuer Straßenbahn ein. Sie trug schwere Verletzungen davon. Er konnte fliehen, wurde jedoch später gefasst und inhaftiert. (src)

In jedem Fall erwähnenswert ist auch der Verweis von Dahlenburg auf eine slide show. Klick!

update: der sich waghalsig dünkende BR-Reporter berichtet footage-like aus Ashdod.

(uploaded 50 Minutes ago; click to listen)