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Tag Archives: dokumentation

Was meint der Krieg gegen die IS (in Irak)?

Die Bilder zeigen eine Welt der Zerstörung, des Krieges, des Leids. Und es sind (wieder einmal) kurdische Einheiten, deren Aktivität gezeigt wird. Zu sehen ist wenig oder gar nichts neues, gewiss. Vielleicht ist es nur eine Aktualisierung der Erinnerung an die in solchen Umständen lebenden Menschen – Kinder und Alte – und deren Gesichter und Lebenswirklichkeiten.

Zu sehen sind sowohl die Bilder welche wir vermutlich alle erwarten – Leichen, Tunnel und Trümmer. Daneben gibt es aber auch anderes zu entdecken – eine wild und laut schreiende Schar von Schulkindern etwa oder den (über seiner Uniform) eine Lederjacke tragenden Kommandeur. Ein leicht fühlbare Heroisierung der Waffe tragenden Kämpfern und Kämpferinnen (welche wir in Aktion sehen) erlebt am Ende eine scheinbare Kehrtwendung um eine Distanz zu schaffen, die so zuvor nur bedingt existierte. Die Wendung bleibt jedoch wörtwörtlich hintangesetzt. Nichts desto trotz – sehenswert! Oder: How war can look like. Länge: 55 Minuten, Anfang 2017, deutsche Tonspur (online bei yt).

Es dauerte vom 17. Oktober 2016, dem ersten Tag der Schlacht um Mossul, bis Mitte Januar 2017, bis der Osten der Stadt endlich aus den Fängen Terrorregimes des IS befreit war. Zwischen diesen beiden Ereignissen kehrten Bernard-Henri Lévy und sein Team immer wieder an die Front zurück, zu den kurdischen Soldaten und auch zu den irakischen Spezial-Einheiten. (src)

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Titelbild der Titanic mit Kanzlerin Merkel als Gustl Mollath. (screenshot)

Viel wurde geschrieben zum Fall Mollath.

Und diskutiert.

Zu sehen gab es auch einiges.

Ende des Jahres 2015 lief im Bayerischen Fernsehen ein behutsamer und von den Bildern her beeindruckender Film zur Person und den Ereignissen welche einige Jahre immer wieder für Schlagzeilen sorgten. Es ist ein persönliches Schlaglicht auf einen Menschen der Zwangstherapiemaßnahmen am eigenen Leib erfahren hat. Die ARD hat sich in der Reihe Radiofeature auch schon mal damit beschäftigt – ein klein wenig kritisch wirkt der Beitrag „Dunkelkammer Psychatrie“ (download, ca 55 Min.)

mollath_doku_nachthimmel_ikl959Nachthimmel im Zeitraffer (screenshot)

Zurück zum Film: Es ist beeindruckend den Schilderungen der Erlebnisse hinter den geschlossenen Mauern zu lauschen (wie etwa der Arzt in der Nachbarzelle für Ruhe sorgt). Dabei nimmt dies in der Dokumentation von Annika Blendl und Leonie Stade nicht nur zeitlich untergeordnete Rolle ein – was konkret in solchen Einrichtungen passierte und passiert. Um so absurder wirkt die Welt jenseits dieser Mauern. Der Versuch Mollaths in die „Normalität“ zurückzukehren – die es vorher nicht gab und auch danach nicht gibt – wird hingegen sehr konkret. Mit dem Leben in Gefangenschaft wurde er entmündigt, Dinge verschwanden (wie das Grab seiner Familie auf dem Friedhof in Nürnberg). Wiedergutmachen kann man das nicht. Diese Welt ist es nicht.

Die Kritik Gustl Mollaths an den alltäglichen Mechanismen findet sich gleich zu Beginn des Film – etwa wenn er sich in einer Einkaufspassage wundert wieso eine Hose weniger als 10€ kosten kann während woanders Millionen unter dem Tisch verschwinden. Es sind die kleinen Dinge welche seine Aufmerksamkeit bekommen. Mit viel Verstand und ein wenig Witz erlebt der Zuschauer einen Menschen der um sein Recht kämpft und das erfahrene Unrecht als Räderwerk durchlebte ohne dabei apathisch geworden zu sein.

Sehr einprägsam das Beispiel zu den psychatrischen Gutachten, welche nach Aussage eines Gutachters bis zu 60% Falschdiagnosen darstellen. 50% Falschdiagnose sei kein Fortschritt meint Gustl Mollath zu Recht und belegt dies mit einer fallenden und verschwindenden Münze vorm Dom…

Beeindruckend die exakten Formulierungen des Protagonisten und deutlich fühlbar dessen wachsendes Misstrauen gegenüber seinem Verteidiger, den er nur als weiteren Funktionsträger identifiziert. Dass in dem Film verschiedene Seiten und Ansichten (etwa von Journalisten) zu Wort kommen bereichert dieses Dokument. Recommended to watch!

yt_Mollath_Doku_watch_v=PC6EgHlhf9I_(Blendl/Stade; D 2015; 87 Min.; Link zur Doku auf yt. )

Zu finden auf yt auch noch ein Gespräch mit den Autorinnen der Dokumentation „Mollath – Und plötzlich bist du verrückt“ Annika Blendl und Leonie Stade bei MünchenTV.

Fliegen ist einer der menschlichen Träume welcher auch zukünftig vital bleiben wird. Im 21. Jahrhundert wird die Menschheit was das Fliegen anbelangt eine neue Qualität entwickeln – sowohl die Effizienz als auch Technik betreffend. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde nach alternativen Flugmodellen gesucht, heute schweben tatsächlich Menschen in fliegenden Untertassen über unseren Köpfen. UFO_test-flight_earth_ikl959.comEine sehenswerte Dokumentation (in englisch) über den aufgeladenen Mythos und die praktische Realität fliegender Untertassen (etwa auch beim Militär).

UFO_yt=rZ8GjzwSpQo_ikl959.comwatch: National Geographic – The Truth Behind UFOs (lang. engl.),45 Min 2011 on yt

The Pirate Bay away from keyboard“ ist der Titel einer sehenswerten Doku, welche die Aktivisten rund um die in Skandinavien befindlichen Trackerserver von Pirate Bay zu Wort kommen lässt. Und deren Leben dokumentiert. Dabei liegt ein Schwerpunkt des Films auf der juristischen Auseinandersetzung, welcher sich brokep, Tiamo und Anakata ausgesetzt sahen.tpb_afk-yt_ikl959.comEtwa vier Jahre wurde an der Dokumentation gearbeitet, bis der Film schließlich Anfang 2013 veröffentlicht wurde. Wo die Protagonisten recht haben ist die Realität, welche sie dem Internet zu schreiben. Mehr zum Film bei wkpdia. watch it on yt (2013, Simon Klose, S, N, DK, 83 Min)

Ein sehenswerter, da in seiner Form und Umsetzung überaus ästhetisch und (manchmal alles andere als) kleinteilig, kritischer und fast zeitloser Film (der unausweichlich ein Abbild seiner Entstehungszeit ist, der jedoch die industriellen Prozesse und Entwicklungen markant heraus präpariert welche noch heute wirken) ist eine Dokumentation von Hartmut Bitomsky: Der VW-Komplex (1989). vw_komplex-das_volkswagen_werk_und_die_deutsche_arbeitsfrontEin Blick in die Vergangenheit und Anfänge der Autofabrik ist ebenso enthalten wie ein Blick in die Zukunft. In der Dokumentation von Bitomsky geht es um einen VW-Komplex – so wird auch die Architektur und Stadtplanung der (als wenig lebenswert dargestellten) Autostadt Wolfsburg gezeigt. In Analogie zu den ersten Filmaufnahmen der Cinematographie (Arbeiter verlassen die Fabrik, der Gebrüder Lumiere) werden Arbeiter beim Verlassen der VW-Fabrik Ende des 20. Jahrhundert gezeigt. Es scheint sich zunächst nichts geändert zu haben. Der Arbeiter wird gezeichnet im Spannungsverhältnis zwischen seinem Dasein als Individuum und der gesichtslosen arbeitenden Masse. Die Frage nach der Erwerbsarbeit und dem Verhältnis zu den Menschen entwickelt sich zu einer immer wieder zu findenden Fragestellung. Immer wieder wird auch das Spannungsverhältnis der stetigen Technisierung und Enthumanisierung der Industrie offenbart – der Mensch in Konkurrenz zur Maschine (oder umgekehrt?).

Die Werkstätigen sind VWs stärkste Kundenschicht. Ein Zehntel der Produktion geht an sie. Mit jedem Arbeitsplatz der irgendwo abgebaut wird geht ein potentieller Autokäufer verloren. […] Ein Verkehr lässt sich vorstellen, der Autofahrer nicht mehr benötigt, ebenso die Autofabrik, den Arbeiter. Es gibt den Zusammenhang von Autofahren und Industriearbeit.

Es verschwinden nicht nur die Arbeitsplätze, es verschwindet die Arbeit selbst. Was damit verloren geht ist noch gar nicht auszudenken. (src: VW-Komplex)

vw_komplex-kaefer_und_arbeiter_Gewiss ist die Diskussion um Erwerbsarbeit und Industrialisierung kein neues Themenfeld. Mit dem von heute aus gesehen Zeitsprung um über zwanzig Jahre zurück wird der offensichtliche Grad menschlicher Abhängigkeit (richtiger: der Industrieproduktion) von der Robotik um einiges eindrücklicher. In der Dokumentation werden die Besonderheit (die Nazis finanzierten sich über Anlagen von privaten Einzahlern ihre Kübelwagen für die Front; zunächst waren Zwangsarbeiter eine billige auszubeutende Arbeitskraft) und der spätere und anhaltende Erfolg des deutschen Projekts Volkswagen nach gezeichnet, hinterfragt, angedeutet. Film (D 1989, 90 Min.) derzeit noch hier zu finden.