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Category Archives: Video/Film

e-t-und-t1Erst ist dem Tod kalt.e-t-und-t2Dann ist der Ente kalt.e-t-und-t3

Lange schaute er der Ente hinterher.

Als er sie aus den Augen verlor war der Tod fast ein wenig betrübt.

Aber so war das Leben.

(src via d.t., thx!)

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i listened some MGMT & i liked it… (instead [or despite??] the one-hit-wonders; the audience looks dead – what did u expect? just another body-count with some handmade music…- enjoy!) (via t.r., thx!)
mgmt_live_letterman

„Jungs, reisst euch n bissel am Riemen“…

Einen großartigen Einblick in die Schwierigkeiten des Fan-Daseins bietet Dynamo Dresden Fan-TV zur Saison 2012/2013:

„Wirklich die 90 Minuten, da siehts… da muss jeder mal zusehen, dass wir das hinkriegen, dass während den 90 Minuten keener hier einfach mal ausm Block rausrammelt und sich das scheiß Bier holt. Ihr könnt vor dem Spiel saufen, ihr könnt nach dem Spiel saufen. Aber seht zu, dass es hier unter Kontrolle bleibt, dass ihr nicht zu besoffen seid. Und das ihr während des Spiels euch mal das eine Bier spart und dann danach […] eins nascht. Aber während des Spiels mal bitte nicht mehr. […]

Alles was hier politische Gesänge sind, das können wir aus dem Stadion rauslassen. Wir sind eine unpolitische Kurve, das wird auch immer so bleiben. Und alles was links oder rechts ist, das hat hier einfach keinen Platz. […]“ (src) (via)

Sehenswert!

Veiel: „Ich wollte Marco und Marcel Schönfeld aus dem Monsterkäfig holen, ihnen eine Biographie geben. Man muss sich die Täter als Menschen vorstellen. Das ist die eigentliche Provokation. […] Ich wollte die Ereignisse nicht eins zu eins abbilden, ich wollte eine Distanz schaffen, die über die Medien Theater und Film funktioniert. Ich wollte keinen Glatzköpfigen, der etwas in die Kamera stammelt – und dem niemand zuhört. Mit den Schauspielern unterlaufe ich den inneren Widerstand des Zuschauers. „ (src)

Auf dem Bild der alte Schweinestall in Potzlow, dem Ort wo Marinus im Sommer 2002 in einen Schweinetrog biß und Marcel von hinten auf seinen Kopf trat.

Danach warfen die Brüder noch zweimal einen Stein auf den noch atmenden Jungen und versenkten den später leblosen Körper in der Jauchegrube des Stalls. (src)

Provoziert fühlten sich die national-denkenden jungen Ostdeutschen u.a. „Weil er Jude sagte“

Heiko (Freund der Täterbrüder Marco und Marcel):

„Juden gehören ja zu jedem Land. Jedes Land hat ja seine Juden. Deutsche sind das nicht. Das war ja nicht dem Hitler seine eigene Idee die ganzen Juden umzubringen, das war ja der Himmler, der hat das ja organisiert. Der Hitler hat ja gar nicht groß gewusst davon. Und wenn dann so einer Anfängt, dann kann man ja mitmachen, oder?

Ich hab meinen eigenen Kopf. Klar trage ich mein Fred-Perry-T-Hemd mit 88, ist ja wohl was anderes was man im Kopf hat oder was man auf dem Leib trägt. Heil Hitler – da denkt man an die Zeit des Reiches. Das man deutsch denkt, dass man dazu steht dass man deutsch denkt. Deutsch denken. An die Zukunft denken. Für die Familie da sein. Arbeiten.

Ein sehr ungeschönter und direkt wirkender Einblick in die rechte-ostdeutsche-Jugendkultur der mit zunehmender Dauer anstrengend wirkt. Über 80 Minuten nehmen zwei Schauspieler verschiedene Rollen ein, rekonstruieren die Abläufe, offenbaren Ideologie und Motivation. Irgendwann (so etwa nach einer Stunde) wird der Wechsel jedoch ermüdend. Nichts desto trotz ein sehenswerter Film, der einen Blick in einen deutschen Abgrund wirft, in welchem die Akteure neue Gräben ziehen. Als Grundlage dienten 1500 Seiten Gesprächsprotokolle.

Andreas Veiel: Der Kick (2006), 82 Min. (imdb, critic.de)

update:

Da sprach ein Bürgermeister davon, so etwas komme in der Großstadt jede Woche vor. […] in Potzlow regt sich niemand auf, wenn der Mann von der Feuerwehr in kurzer Hose und mit SS-Runen auf der Wade herummarschiert. (src)

Der attraktivere Mensch hat einen Vorteil in dieser Gesellschaft, bekommt den besseren Job und den besseren Partner, so sagt es der Schönheitschirurg der Botox spritzt. Doch einen ehemaligen Landwirt, Mitglied der IG-Botulismus, plagten jüngst ganz andere Probleme als sein Aussehen. Die Verbindung zwischen beiden, dem Chirurgen und dem Bauern, ist ein durch ein Bakterium produziertes Gift.

„Das war einfach die Hölle, hoch zehn. Wir selbst waren ja auch alle an [chronischem, Anm.] Botulismus erkrankt. Bevor wir ins Krankenhaus gekommen sind hatten wir das Gesundheitsamt bei uns auf dem Hof, also von der Humanmedizin. Die haben gesagt: „Das ist kein Problem, ihr könnt ja mit Masken die Kühe melken, ihr könnt Schutzanzüge tragen, ihr könnt euch jedesmal nach dem Melken duschen.“ Und wenn man Kühe melken soll mit Schutzanzügen und Handschuhen und sich jedes Mal duschen muss, ich frag mich dann warum sollen wir noch die Kühe melken. Dann ist dass doch ein großes Problem was wir im Betrieb haben.“

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) stellte jüngst fest:

„Ob das Krankheitsbild des ‚chronischen Botulismus‘, das in der Veterinärmedizin seit mehr als zehn Jahren kontrovers diskutiert wird, auch bei Menschen, die in der Landwirtschaft in engem Rinder- beziehungsweise Tierkontakt stehen, tatsächlich existiert und damit eine gesundheitspolitische Relevanz hat, ist derzeit noch nicht bekannt“ (src)

Bekannt und wachsend beliebt ist Botox:

Dank der (plastischen) Chirurgie findet das Botulinum-Toxin Typ A freiwillig Verbreitung im Menschen, ganz im Gegensatz zu den anderen Formen des Gifts, welche gleichfalls von einem Bakterium (unter Sauerstoffausschluss) produziert werden. Öffentlich-rechtlich erschütternwollende Reportage mit dem Titel „Tote Tiere, kranke Menschen“ über ein bereits seit längerem auftretendes Problem in der Massentierhaltung in der ARD-Mediathek (30 Min.) und eine Doku von Antje Christ (52 Min.) welche weniger Emotional aber nicht weniger reißerisch über das „Wurstgift“ berichtet:

Botulinumtoxin ist ein Gift mit großer Zukunft. Als Medikament ist es für viele Menschen ein Segen und seine Karriere als Faltenkiller nicht mehr aufzuhalten. Doch egal in welcher Dosis – es ist und bleibt ein hochwirksames Gift.

Verbrannt in Polizeizelle Nummer fünf “ oder auch „Oury Jalloh – das war Mord“ sind zwei Sätze welche mir im Zusammenhang mit den Ereignissen um einen in einer ostdeutschen Polizeizelle verbrannten Asylbewerber einfallen. Es ist der zunächst undenkbare Moment (dass ein in Polizeigewahrsam gefesselter Mensch tatsächlich von Beamten zunächst misshandelt und dann mit brennbarer Flüssigkeit übergossen und angezündet wird) der sich jedoch immer als der wirkliche Grund heraus zu stellen scheint. Der Prozess welcher Aufklärung bringen sollte ist eine Farce – die befragten Beamten haben vergessen und schweigen. Ein sehenswerter Film welcher die Ereignisse und Widersprüche nochmal gut zusammen fasst stammt aus dem Jahr 2010 von Sonja Seymour Mikich (45 Min). Watch it!

(uploaded 50 Minutes ago; click to listen)

Zuerst zum Nachspiel:

(Fotos via)

„Rebellion ist wie dieser Schmetterling der auf das Meer ohne Insel oder Felsen zufliegt. Er weiß dass er keinen Platz zum Landen hat. Doch zögert er nicht zu fliegen. Und nein, weder der Schmetterling noch die Rebellion sind dumm oder Selbstmörderisch. Es ist nur so dass sie wissen, das sie doch etwas haben werden, wo sie landen können, weil es in dieser Richtung eine kleine Insel gibt, die noch kein Satelit entdeckt hat.“

Oha. Und das Vorspiel? Hier:

Gelöscht wird erst, nachdem die Tonne bis zum Schluss brennen durfte…

An anderer Stelle wird derweil im Tone eines Wettbewerbs davon gesprochen, dass der Tag in Magdeburg mehr Beachtung verdient hätte:

„Ein breites Bündnis von bis zu 20.000 Menschen aus ganz unterschiedlichen Kontexten hat [2011, Anm.] tausende Nazis in die Schranken gewiesen und diesen gezeigt, dass Dresdens Straßen keineswegs ihnen gehören. An diese Leistung muss angeknüpft werden. […] Das dritte Mal in Folge erwartet die Nazis in Dresden [2012, Anm.] eine Niederlage, die nur möglich sein wird, weil tausende engagierte Bürgerinnen und Bürger auf die Straße gehen, um so ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen. „ (src, via)

Dieses hier gelobte Engagement zeigt sich u.a. in einer weißen ins Knopfloch gesteckten Nelke – den Rest des Jahres fragt man sich wie das mit den Extremisten wohl noch werden wird oder schließt sich der Forderung des Bundes der deutschen Kriminalbeamten nach einer Bekämpfung des Linksterrorismus an. Wie gerechtfertigt das ist ja hat schließlich das Nachspiel in Magdeburg gezeigt…

„filmed by accident“…

Die Logistik auf der Schiene – hier ist sie. Video von einem vorbeifahrenden Castorzug bei Google zu finden (klick pic):

Nebenbei, zur gleichen Zeit quasi, empfehle ich das hören des lokalen Freien Radios (manchmal schöne Momente). Aber das vermutlich auch nur die Nacht bzw. den morgigen Tag…

Achjo: Wer den Mann aus dem Wasserwerfer mit Mikro in der Hand im Strobo-Licht sehen möchte klicke hier (13:30 min) – schönes footage.

Der Vietnamkrieg der USA wurde zu einem Identifkationspunkt vieler Bewegungen weltweit. Verbunden mit antiamerikanischen Einstellungen (Faschismusvorwurf) und Demonstrationen in Europa avancierten die Ereignisse in Asien indessen zum innenpolitischen Konfliktpunkt. Auch auf zuvor ruhigem Terrain zeigten sich Probleme:

In den USA kam es zu Kundgebungen gegen die Politik der Regierung sowohl von den eigenen Soldaten als auch der Zivilbevölkerung. Ein Film der sich mit den Wehrpflichtigen amerikanischen Kriegsverweigerern auseinandersetzt zeigt die Probleme von Befehl und Gehorsam – die Soldaten begannen u.a. ihre Vorgesetzten (Schweine genannt) hinterrücks zu ermorden (mit Hilfe einer Handgranate) um deren Befehle nicht ausführen zu müssen…

Nicht zuletzt aus den Erfahrungen über den Ungehorsams der Wehrdienstleistenden in Vietnam wurde die Wehrpflicht in den USA abgeschafft. Eine Kommission des Pentagons war 1971, zwei Jahre vor Ende der Wehrpflicht, zu der Auffassung gelangt, dass über die Hälfte der in Vietnam kämpfenden Truppenmitglieder gegen den Krieg seien. 503.926 Desertionen gab es offiziell zwischen 1966 und 1973. Ein Film von David Zeiger mit dem Namen Sir! No Sir! zeigt sowohl die Proteste der Studenten als auch der GI’s gegen den Vietnamkrieg in den USA. (hier die deutsche Version, ca. 50 Min.)

(Jane Fonda, die als militante Pazifistin sich auch mal an den Waffen der Volksfront probierte und später einiges Getane bereute)

(click pic)

Update: compare as well this.

Der Vorteil beim Radiomachen ist die Unsichtbarkeit. Im Fernsehen dagegen wird der moderierende Mensch zwangsweise mit der vermittelten Botschaft in Verbindung gebracht, aber auch hier bleibt die Sprache neben den Bildern das wichtigste Instrument.

MDR: Deine Zuschauer:

Besser noch finde ich diese Moderation:

(Bilder anklicken um die jeweiligen Videos anzusehen…)


(via)

oder: Wie man über Juden spricht ohne sie zu nennen.

Georg Schramm war am 14.03.11 in der Rolle des Rentners Lothar Dombrowski bei einem Auftritt gegen Stuttgart 21 zu erleben. Bei diesem spricht er auch über Geldverleiher & die marode Republik und das Wirtstierdasein eines Deutschen…

ab 5:25

„das volk ist weiter als die in der regierung.[…]
das volk würde liebend gern den banken wieder zu dem ansehen verhelfen, dass sie einmal hatten, als man sie noch geldverleiher nannte. als es noch ein dreckiges handwerk war, dass ein ehrbarer christ gar nicht ausüben wollte. als die ackermänner den dienstboteneingang nehmen mussten, anstatt als fußvolk der herrschenden an der tafel zu sitzen. […]
mit an der herrschaftstafel dürfen geldverleiher erst sitzen, seit sie kaiser und königen den wahlkampf finanziert und dafür das monopol auf silbertaler forderten – und auch bekommen haben.“

die brd ist ein „marodes system, das weltweit an den fäden der geldverleiher zappelt“.

ab 8:07

„die wahrhaft mächtigen, die sind gewiss, dass sie die gunst des volkes schon verloren haben. das macht die kanzlerin so wertvoll. so lange sie die gunst des volkes hat, hat sie die gunst der macht. das nennt man in der biologie eine symbiose. aber wenn es zu lasten des wirtstiers geht, dann nennt man das eine parasitäre symbiose. und das wirtstier sind wir.“

Was gibt es mehr zu sagen, als: der Applaus an dem Abend war nicht mau; nach über 30.000 Youtube-Aufrufen steht fest: gefällt 259, gefällt nicht 11.

Ein Blick in die Zeit der „Volksgemeinschaft“ ist der Film von Marcel Schwierin mit dem Titel Vision und Todessehnsucht im Dritten Reich (oft auch zu finden unter dem Titel Film und Todessehnsucht im Dritten Reich). Dabei verfolgt die Dokumentation die Strategie, in verschiedenen Kapiteln (Die Angst; Das Dritte Reich; Inszenierung der Macht; Der Körper; Der Tod; Ewige Wache; usw.) Eigenheiten des NS herauszuarbeiten. Als Grundlage dienen zu 100% zeitgenössische Aufnahmen (von 1919 bis 1945) aus Spielfilmen, Wochenschauen oder NS-Lehrfilmen.

Es ist einer der einprägsamsten Dokumentarfilme über Kunst und Gesellschaft, über Kultur und Schein, über Sehnsucht und Wahn des Dritten Reiches, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Es ist ein Versuch, die Macht der Bilder zu brechen (im Gegensatz zu z.B. Guido Knopp), zu entstellen, in einen neuen Kontext zu stellen. Dies gelingt nicht immer, aber oft.

Die Macht des Bildes ist nicht immer zu brechen, wie die Aufnahmen des Nürnberger Reichsparteitages zeigen.

Was bleibt sind deshalb mehr als Bilder, ganz im Gegensatz zu der zu Beginn des Films postulierten These „Was blieb waren die Bilder – sehr sorgfältig inszenierte Bilder.“ Denn was bleibt ist die nationalsozialistische Ideologie und Utopie. Der Versuch diese Utopie zu verwirklichen ist ein bis heute klaffender Abgrund der Unmenschlichkeit und deshalb ist das im Abspann eingeblendete Zitat von Nietzsche um einiges treffender: „… Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

Vision und Todessehnsucht im Dritten Reich (Regie: Marcel Schwierin; D 2003; 91 Min.)

Remember the invisible, especially today.

(screenshot)

One of the most impressing films about the silent past: Alain Resnais„Nacht und Nebel“ (F 1955; 32 Min.; edited in german by Paul Celan )


Another masterpiece is made by Alfred Hitchcock:

In 1945, Hitchcock served as „treatment advisor“ (in effect, a film editor) for a Holocaust documentary produced by the British Army. The film, which recorded the liberation of Nazi Concentration Camps, remained unreleased until 1985, when it was completed by PBS Frontline and distributed under the title Memory of the Camps. (Quelle)

Memory of the Camps (Alfred Hitchcock documentary on the Nazi Holocaust; 53 Min.; GB 1945/1985)

Update: eine seit gestern erweiterte Datenbank mit knapp 140.000 Fotos von verschiedenen Gesichtern die den 27.01 bzw. den 08.05.1945 nicht mehr erlebt haben findet sich hier.

Paul Celan war für die deutsche Bearbeitung verantwortlich.

Derzeit in Berlin in einigen Kinos zu sehen, ein Film mit dem Titel „Stalags“, aus der Feder von Ari Libsker (Israel 2008 63 Min.).

Darin geht es um die ersten pornografischen Taschenbücher die in Israel massenweise vertrieben wurden – die „Stalag 13“. Darin ging es unter anderem darum, dass lüsterne weibliche SS-Offiziere Häftlinge vergewaltigen. Die Affinität der pornographischen Heftchen zum Holocaust kam nicht von ungefähr, denn genau zu der Zeit gab es die Verhandlung gegen Adolf Eichmann in Jerusalem.

Gegen die Autoren der Hefte kam es sogar zur Anklage – wegen der Verbreitung antisemitischer Pornografie. Dieser Prozess erregte großes Aufsehen und verhalf den Taschenbüchern zum Durchbruch.

The film examines this notorious phenomenon, exposing the creators of this literary genre for the first time. Moreover it posits that pornographic aspects appears in canonic Holocaust literature and continue to be spreaded as part of the representation of the Holocaust in Israel, in schools, books and trips to Auschwitz. (quelle)

Den Film leider noch nicht gesehen aber obiges Zitat ist doch eine überaus diskutable Behauptung.

Die Groschenromane formulieren dabei – in sich stetig steigernder Explizität – sadomasochistische Fantasien um Kriegsgefangene und Nazioffiziere in deutschen Lagern und brechen damit gleich zwei Tabus. Erstmals gibt es in der puritanischen Gesellschaft Israels pornografische Literatur und gleichzeitig sind diese Heftchen neben dem Eichmann Prozess die erste öffentliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust. (quelle)

watch Trailer

Großartiger Film. Zur Zeit (noch) bei Google zu finden:

Über den Regisseur lässt sich einiges bei Wikipedia finden. Ebenso über den Film. Vor einer Weile lief bei IKL mal ein Hörstück über den Film. Wer dies damals gehört hat ohne den Film gesehen zu haben hole dies nach.

Der Film ist in seiner Ästhetik und Erzählweise faszinierend. „LOVE“ und „HATE“ sind die beiden stilisierten Seiten des Stiefvaters, der es auf das Geheimnis der Kinder abgesehen hat.

Schau den Film an. (USA 1955 89 Min.)

wer den film noch nicht gesehen hat: momentan in der arte-mediathek verfügbar. klick it.

Welcher Film könnte mit einer Widmung, quasi Bekundung so enden:

(screenshot)

Warum ist der Film nicht den Israelis gewidmet? Wem wurde dem Vorgängerfilm „Cycling the frame“ aus dem Jahr 1988 gewidmet? Seis drum. Es gibt für den gemeinen Deutschen nicht einfacheres, als sich „the wall“ (die es zwischen Israel & den palästinensisch verwalteten Gebieten geben soll) so vorzustellen, wie einst die Mauer in ihrem selbst erkämpften „wiedervereinten“ Heimatland. (screenshot)

Ein Film der die Thematik der knapp 40 Jahre dauernden „deutsche Teilung“ in den Fokus nimmt (die nun mittlerweile überwunden ist & an die in öffentlichkeitswirksamen Staatsakten in naher Zukunft vermutlich noch exzessiver erinnert werden wird) ist der Film „The invisible frame“ mit Tilda Swinton in der Hauptrolle.

(screenshot)

Aber wie erwähnt haben wir diese Mauer überwunden, haben sie gestürzt. Wie schrieb die Berlin Morgenpost so schön:

Die Mauer, die Tilda Swinton 1988 als Radfahrerin und Beobachterin in Berlin erlebte, gibt es nicht mehr. Umso mehr ist Schauspielerin Tilda Swinton in den vergangenen Tagen bewusst geworden, was die Berliner Mauer einst getrennt hat. (Quelle)

(screenshot)

Wie sieht eine Filmwissenschaftlerin die Widmung an die Palästinenser am Ende eines Films über die deutsch-deutsche Grenze?

Die filmische Reise entlang des ehemaligen Mauerstreifens endet am Brandenburger Tor mit einem inneren Monolog der im Zwischenraum von Utopie und Wirklichkeit verortet werden kann: “ (… ) offene Grenzen, offene Zukunft, offener Himmel, offene Arme, Sesam öffne dich.“ Im Abspann erfahren wir, dass der Film den Menschen Palästinas gewidmet ist, womit die Regisseurin die am Ende des Films von Tilda Swinton formulierten Gedanken aus dem  introspektiven Blick Berlins herauslöst und an einen anderen Ort in der Welt einbindet, wo erneut eine Mauer gebaut wurde, die Orte und Landschaften und Menschen trennt und zerstört.

Diese feinen, doch bewusst gesetzten Akzentuierungen sind beispielhaft für diesen spielerisch anmutenden, essayistischen Film, der noch lange im Gedächtnis nachklingt. (meint Angelika Ramlow)

Kaum zu hoffen, dass er nachklingt – denn wie endete der Film vor der Widmung? – manchmal ist es wie ein „sesam öffne dich“….. Und jetzt nochmal der Konnex: „Dedicated to the People of Palestine“

(screenshot)

Das Brandenburger Tor. Das Symbol für Deutschland schlechthin. Direkt in Reichstagsnähe. Sah an Hitlers 50. Geburtstag so aus:

Zurück zum Film „The invisible frame“. Er wurde im kulturellen Massenbetrieb sehr gelobt, wobei die Widmung am Ende des Filmes in den Feuilletons klammheimlich verschwiegen wurde [¹][²]. Ein gutes oder schlechtes Zeichen? Die Motivation diesen Film zu drehen beruhte schließlich darauf…. Tilda Swinton:

Diese Widmung war für Cynthia und mich sogar eine der Initialzündungen des Films. Denn wir drehten diesen Film, als anderswo gerade wieder eine Mauer errichtet wurde. Und eines überraschte mich mehr als alles andere, weil ich mich darauf weder persönlich noch politisch vorbereiten konnte: Die Mauer übte diesmal so viel mehr Wirkung auf mich aus als das erste Mal. Ich sehe das als exis­tenzielle Lektion: Entferne ein Objekt, und du wirst es umso deutlicher spüren können! Solange es da ist, kann man es ignorieren; wenn es weg ist, geht das nicht mehr, denn es hinterlässt eine Lücke, die erst den Sinn für die Brutalität dieses Objekts schärft. (quelle)

Eigentlich müsste jedem gesunden Menschenverstand klar sein: solch einem Film, der die Teilung in zwei deutsche Staaten (nach zwei Weltkriegen!!!) mit der Problematik in Nah-Ost gleich setzt, sollte widersprochen werden. An einen solchen Film solch eine Widmung zu hängen ist Geschichtsrevisionismus & politisch arg diskutabel. Das ist die offizielle Gedenkpolitik an den „invisible frame“ heute (zwischen Plauen & Hof):