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Category Archives: Sehenswertes

Im folgenden ein Post, der bereits im November 2012 geschrieben wurde, aber nie den Weg zum publizieren fand.

 

Vor drei Tagen gab es mal wieder einen „Brennpunkt Nahost“ in der ARD.

In der Darstellung eine Analogie der Folie welche den Zuschauer seit Jahren umgibt: zwei Parteien mit den jeweiligen Rollen-Zuschreibungen, ein immer wieder betontes Leid auf beiden Seiten, usw. usv. Interessantester Moment blieb der Blick auf die gesamte Region:Es ist durchaus vorstellbar, dass in nicht allzuferner Zukunft in allen Nachbarstaaten Israels Muslimbrüder an Schaltstellen der Macht sitzen werden, wie heute schon in Ägypten.  (src, Min. 8)

Und in der Tat lohnt es sich den Blick von den scheinbar amalgamiert Prozessen zwischen den Israelis und Palästinensern zu lösen. Doch dies passiert viel zu selten. Dabei sind die Bürgerkriegssituationen um Israel herum interessant, gerade bezüglich der politischen (In)-Stabilität die sich daraus entwickeln könnte/wird, bzw. schon entwickelt hat.

Die Illusion, dass es im Nahen Osten keinen wichtigeren Konflikt gebe als den zwischen Israel und den Palästinensern, soll nicht gestört werden. (src)

ist in einem eher hämischen Seitenhieb gegen die öffentlich-rechtlichen Anstalten auf dem Blog LizasWelt zu lesen (Abschnitte I und II durchaus lesenswert). Die Situation in Syrien (und dadurch auch Libanon), oder Ägypten ist zwar eine andere als aus dem Gaza abgeschossenen Raketen und die Kampfeinsätze der israelischen Luftwaffe im Gaza, aber werden auch diese in Folge die Stabilität und Kriegsgefahr für die gesamte Region mitbestimmen. Es scheint sich zu Bewahrheiten was Skeptiker der ägyptischen Revolution bereits vor einer Weile besorgte: die gemäßigten Unterliegen den Radikalen. Auch wenn Hamid Abdel-Samad sich positiv auf die Rolle der Muslimbrüder Ägyptens bezieht:

Mursi macht einen guten Job wie ich finde, er versucht nicht nur zu vermitteln, sondern versucht auch Gaza aus den Armen von Iran zu lösen und den Palästinensern eine politische und wirtschaftliche Perspektive innerhalb der arabischen Welt anzubieten, das macht er mit dem Emir von Qatar. […]Ich sehe die Probleme im Nahen Osten wachsen schneller als die Kapazitäten diese Probleme zu lösen. Beide Seiten müssen endlich begreifen, dass nicht noch einmal paar Raketen aus dem Iran Israel aus der Ruhe bringen, aber auch dass Bodenoffensiven und Bombardierung von Gaza keine Lösung sein kann. (Min. 10:45)

„Nicht noch einmal paar Raketen aus dem Iran Israel aus der Ruhe bringen?“ Die Verkürzung der Zusammenhänge, bedingt durch die kurze Aufmerksamkeitsspanne der Zuschauer gebirt zuweilen seltsame Stilblüten. Welch einen langen Einblick bietet da der footage-like wirkende Blick hinter die Kulissen und in den Alltag des ARD-Korrespondeten Richard Schneider (dort auch Herr Gottlieb -s.o.- zu hören 3:15 Min.). Ermöglicht ein wenig Aufklärung über Arbeitsweise, Selbstverständnis und Selbstdarstellung des vor Ort weilenden Fernseh-Journalisten. Sehenswerter (weil Kommentarlos und damit nahezu Nachrichtenlos) trotz dessen dieses hier:

Lautete der obige Text vom 24. November 2012.

Vor kurzem (Ende Juni 2017) machte eine Dokumentation Furore, welche sich des Themas Antisemitismus annahm: „Auserwählt und Ausgegrenzt. Der Hass auf Juden in Europa.“ Öffentlich-rechtliche Medien sahen keine Notwendigkeit bzw. einen gravierenden Qualitätsmangel und entschieden sich gegen eine Veröffentlichung. Der Verdacht, dass es eher am Thema lag und die Begründung mit dem journalistischen Handwerkszeug vorgeschoben war, lässt sich im Vergleich zu anderen dokumentarischen Filmen des öffentlich-rechtlichen nicht ganz leugnen. Dass das Thema ein Globales ist, belegt die BDS-Bewegung gegen den jüdischen Staat, was auch in der Dokumentation zum Thema wird:Die Bild-Zeitungs-Redaktion nutzte den Moment um sich als Frontmedium zu inszenieren und zeigte den Film kurzerhand 24h im Internet – mit der Ansage, dass die Antisemitismus-Dokumentation vermutlich deshalb nicht gezeigt werde, „weil sie ein antisemtisches Weltbild in weiten Teilen der Gesellschaft belegt, das erschütternd ist.“

Dann geht es der Bild-Redaktion um „historische Verantwortung“ und „entschiedenes Entgegentreten“ – doch dafür „müssten wir alle wissen, womit wir es zu tun haben.“ Als würde die Dokumentation in Gänze offenbaren, welche Auswüchse der Judenhass hatte und angenommen hat.

Die Dokumentation bleibt ein oberflächlicher Einblick, nur die Spitze des Eisberges wird gezeigt. Es ist ein sehr lebendiger und sich transformierender Hass – allzuoft angetrieben von Falschmeldungen und Lügen, wie ein Besuch in Gaza-Stadt zeigt.

Es ist notwendig und richtig, die Betroffenen selbst zu Wort kommen zu lassen – von beiden Seiten. Das passiert im Film auch. Statt nun Energie in die Kritik an der Dokumentation zu stecken (wie im bei ARD/WDR geschehen, als die Doku mit vielen Anmerkungen versehen doch ausgestrahlt wurde, siehe etwa Artikel „Betreutes Fernsehen“), sollten die darin präsentierten Fakten zur Kenntnis genommen werden. Zum Beispiel die geschichtlichen Fakten und Pläne der UNO nach 1945 – den Teilungsplan für einen Staat Israel (blau) und den zu gründenden Staat Palästina (rot) der aus dem vorherigen Verwaltungsgebiet Palästina entstehen sollte:Der Film hat einige Längen hat, etwa das Gespräch mit der lebenden Legende Rafi Eitan. Sehr treffend indes die Äußerungen von Eugene Kontorovich:

„Wenn eine Menschenrechtsorganisation nach Rabat gehen würde und dort in einer ‚König-Mohammad-der-X.-Universität‘ ihre Erkenntnisse über die marokkanischen Menschenrechtsverletzungen in der Sahara präsentieren würde, wäre das ihre letzte Reise nach Marokko. Sollten sie überhaupt nach Europa zurückkehren.

In Israel, einem offenen und liberalen Land, gibt es Uneinigkeit, Widerspruch und ein Mehrparteiensystem. Naja, eine Zuviele-Parteien-Demokratie. Wenn Du hier her kommst und Israel kritisierst, wirst Du nicht in einem Sarg nach Hause geschickt, sondern mit einer Medaille. Das ist einfach. Gehen Sie doch mal nach Ankara und versuchen Sie dort über die Situation der Kurden zu sprechen – das wird nicht gut ausgehen.

Ironischerweise liegt das an der liberalen Gesellschaft, die sich in einem selbstkritischen Prozess befindet und in der Lage ist sich selbst zu reformieren. Dies ist einer der Gründe, warum Israel am meisten abbekommt, obwohl es das am wenigsten braucht. Aber was auch immer die Gründe sind, der Effekt ist ein beispielloser und einzigartiger Standard nur für den jüdischen Staat. Und das ist praktisch antisemitisch. Das bedeutet nicht, dass die Motive der Menschen die dies tun antisemitisch sind, oder dass es irgendjemand bewusst wäre schlecht über Juden zu denken. Aber die Tatsache, dass genau der Staat wo der Mehrheit der Juden lebt, für die Sonderbehandlung von Europäern auserkoren wurde, ist außerordentlich bemerkenswert.“

Das Film-Dokument ein sehenswerter Einblick in die politische und ökonomische Bewegungsvielfalt, die sich nicht nur in Europa gegen den Staat Israel heute findet. Auserwählt und Ausgegrenzt. Der Hass auf Juden in Europa (90 Min. 2017, von Joachim Schroeder und Sophie Hafner)

 

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Was meint der Krieg gegen die IS (in Irak)?

Die Bilder zeigen eine Welt der Zerstörung, des Krieges, des Leids. Und es sind (wieder einmal) kurdische Einheiten, deren Aktivität gezeigt wird. Zu sehen ist wenig oder gar nichts neues, gewiss. Vielleicht ist es nur eine Aktualisierung der Erinnerung an die in solchen Umständen lebenden Menschen – Kinder und Alte – und deren Gesichter und Lebenswirklichkeiten.

Zu sehen sind sowohl die Bilder welche wir vermutlich alle erwarten – Leichen, Tunnel und Trümmer. Daneben gibt es aber auch anderes zu entdecken – eine wild und laut schreiende Schar von Schulkindern etwa oder den (über seiner Uniform) eine Lederjacke tragenden Kommandeur. Ein leicht fühlbare Heroisierung der Waffe tragenden Kämpfern und Kämpferinnen (welche wir in Aktion sehen) erlebt am Ende eine scheinbare Kehrtwendung um eine Distanz zu schaffen, die so zuvor nur bedingt existierte. Die Wendung bleibt jedoch wörtwörtlich hintangesetzt. Nichts desto trotz – sehenswert! Oder: How war can look like. Länge: 55 Minuten, Anfang 2017, deutsche Tonspur (online bei yt).

Es dauerte vom 17. Oktober 2016, dem ersten Tag der Schlacht um Mossul, bis Mitte Januar 2017, bis der Osten der Stadt endlich aus den Fängen Terrorregimes des IS befreit war. Zwischen diesen beiden Ereignissen kehrten Bernard-Henri Lévy und sein Team immer wieder an die Front zurück, zu den kurdischen Soldaten und auch zu den irakischen Spezial-Einheiten. (src)

Vor etwa 27 Jahren fiel die deutsch-deutsche Mauer. Seither wurden viele Mauern mit der Berliner Mauer verglichen – oft zu unrecht. Doch im Fadenkreuz der Kritik standen lange und meist sehr heftig die Grenzanlagen zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten, die von Einigen politisch Aktiven schlicht als „the wall“ bezeichnet wurden – als gäbe und hätte es nur diese eine Mauer gegeben. Die Grenzanlagen zwischen Nord-und Südkorea sind ein Beispiel, welches den Vergleich mit der bekannten Berliner Mauer am ehesten stand hält. Doch sie ist bei weitem nicht die einzige Mauer.

Heute ist die weltpolitische Lage eine andere. Derzeit wird viel über die mögliche zukünftige Mauer zwischen den USA und Mexiko berichtet – der neue gewählte amerikanische Präsident Donald Trump verfolgt vorgeblich dieses Ziel. 930km Grenzlinie gälte es dort zu befestigen.

Weniger bekannt: auch zwischen der Türkei und Syrien gibt es eine Mauer. Und die wächst in die Länge: knapp 900 km sollen dort in wenigen Monaten befestigt werden – mit Infrarotkamera, Bewegungsmeldern und sonstigem High-Tech.

A Kurdish People's Protection Unit (YPG) fighter walks near a wall which activists say was put up by Turkish authorities, on the Syria-Turkey border in the western Syrian countryside of Ras al-Ain on February 2, 2016. / AFP PHOTO / DELIL SOULEIMAN

A Kurdish People’s Protection Unit (YPG) fighter walks near a wall which activists say was put up by Turkish authorities, on the Syria-Turkey border in the western Syrian countryside of Ras al-Ain on February 2, 2016. / AFP PHOTO / DELIL SOULEIMAN (src)

Ein vielleicht nicht unbeabsichtigter Nebeneffekt: die Grenze zwischen der Türkei-Syrien ist auch eine Betonwand zwischen den Gebieten der türkischen und syrischen Kurden – die nun weniger frei beweglich, von einander getrennt wurden. Wo sind all die Aktivisten, die sich so gegen die Grenzanlage Israels engagierten, warum ist von dieser Seite keine Aufschrei, kein Protest zu vernehmen?

Auch in Ungarn gibt es Grenzanlagen: zu Serbien (175 km) und Kroatien (350 km). Während der letzten Jahre wurden diese Anlagen ausgebaut und kontrolliert:police_car_at_hungary-serbia_border_barrier(src)

Unvergessen für mich auch Video-Aufnahmen aus Ceuta (8 km teilweise doppelter Grenzzaun), wo Menschen Meter hoch einen Zaun beklettern, um dann auf der anderen Seite in die Tiefe zu stürzen. Ähnliche Szenen auch in der Vice-Doku zu finden:

youtube_com_watch_vomqolxnqabi_(src)

In fact, walls, fencing and other strong barriers, are going up all over the world.  Last year, around the globe, and driven by new and ancient fears, work began on more barriers than at any point in known history, the Washington Post reported last month […].  They counted 63 border barriers across four continents.

Reuters last week counted even more in reporting:  „In 1989, after the fall of the Berlin Wall, there were only 15 border walls around the world. Today, there are 70 of them.“   (src)

netwars_cyberwar-blackhat_screenZuletzt immer öfter zu vernehmen gewesen – die digitale Kriegsführung wird relevanter. In den USA macht das Militär regelmäßig Werbung für Hacker – etwa auf einer Konferenz der Blackhat in den USA. Die Bundeswehr hat zuletzt auch über Frau von der Leyen verlautbaren lassen, an informatisch-geschulten Bewerbern interessiert zu sein welche körperlich nicht den bisherigen Ansprüchen genügen. Mit der Tastatur und dem Bildschirm lassen sich zunehmend erhebliche Schäden anrichten, wofür in der Vergangenheit andere Mittel nötig waren. Heute geht das quasi von zu Hause aus. netwars_screen_cyberterroristDie Doku „Netwars – Krieg im Netz“ von Marcel Kolvenbach zeigt neben einem praktischen Hackerangriff auf ein Wasserwerk auch eine Spezialeinheit des israelischen Militärs. Neben konkreten Auswirkungen der digitalen Welt auf unsere analoge Wirklichkeit gibt der Film auch einen kleinen Einblick in philosophische Sichtweisen auf das Thema. Etwa Daniel Statman, Professor für Philosophie in Haifa:

„Angenommen wir können mit einer Cyberattacke den Computer eines Passagierflugzeugs angreifen und es dann zum Absturz bringen – natürlich wäre das in einem Krieg ein Kriegsverbrechen. Nichts anderes als eine Rakete auf das Flugzeug zu schießen. Wenn wir aber mit einem solchen Angriff den zentralen Computer im Hauptquartier des Feindes ausschalten, dann wäre das ein legitimer Kriegsakt.“

Nicht ganz zufällig wird Israel als ein Land präsentiert, welches eine nationale Sicherheitsstrategie zum Thema Cybersicherheit entwickelt hat – das Land hat seit Jahren Erfahrungen und Strategien entwickelt um das Internet für Nutzer (Unternehmen und Privatleute) sicherer zu machen. Einige Aspekte welche seit Jahren in Israel bereits diskutiert werden sind hierzulande erst jetzt auf dem Tableau erschienen.

„Wer ist verantwortlich die Bürger gegen einen Cyber-Angriff zu schützen, der entweder von einem 16 jährigen Hacker, Kriminellen, Terroristen oder einem feindlichen Staat geführt wird? […] Wir hatten die Möglichkeit diesen digitalen Iron-Dome tatsächlich zu realisieren.“  Erez Kreiner, Ex-Direktor National Cyber Security Authority, Israelnetwars_cyberwar_israel_screen

Dass mit der Digitalisierung nicht alle Probleme gelöst sind – gerade in Bezug auf die Privatsphäre – bringt Gabi Siboni (Direktor der Sektion Cyberkrieg – Institut für Nationale Sicherheitsstudie) treffend auf den Punkt:

„Mit dem Voranschreiten des Internet wird alles private eliminiert. In unserer Welt ist nichts mehr privat. […] Ich kann davon ausgehen, dass alles was ich in meinen Computer schreibe, von jemand Anderem gelesen werden kann – von einem Menschen oder einer Maschine. Die Werbung die ich kriege bezieht sich auf den Inhalt meiner Mails. Meine Mail wird also von einer Maschine gelesen, die sicherstellt, dass wenn ich über Möbel schreibe mich Werbung über Möbeln erreicht. […]
Facebook verkauft unsere Privatsphäre an kommerzielle Unternehmen – und wir haben kein Problem damit. Bei Google ebenso. Aber wir haben plötzlich ein Problem damit, wenn die NSA versucht Terror zu verhindern. Da sagen wir: warum hört uns die NSA ab? Das ist sehr irrational.“

cyberwar_netwars_siboni_screen

Der Film spricht wichtige Aspekte an, welche heute bei vielen Internet-Teilnehmenden – Usern und Administratoren, Politikern und Unternehmen – unterbelichtet scheinen. Es wird davon gesprochen, dass die Tage des bisherigen Netzes gezählt sind. Das Plädoyer, der angebotene Ausweg am Ende der Doku: ein nationales Netz, völlig neu gedacht und gebaut, biete die notwendige Sicherheit. Die Rückkehr ins nationale ist jedoch meiner Meinung nach fraglich – vielmehr wird es eine systemische Antwort geben. Und neben digital gibts ja auch immernoch analog. Zufall, dass die Nerds ihren Weg zum zu hackenden süddeutschen Wasserwerk per Karte aus Papier suchen?

netwars_cyberwar_screen-analog_map52 Min; Netwars – Krieg im Netz (2014)

Während Hierzulande über Integration, Doppelte- oder nicht Staatsbürgerschaft, Obergrenze und Kontingente (was übrigens nicht das Selbe ist) schwadroniert, gestritten und neben Stimmung auch Politik gemacht wird, gibt es Menschen die schon seit Jahrzehnten den Status als Flüchtling haben – aus politischen Gründen.

yt_rkgtnm-2fte_ikl959(watch on yt; arabic with english subtitle 4:52 Min.)

In einem kleinen Film (via) erzählt einer, welcher den Flüchtlingsstatus ererbt hat, weshalb sich aus dem Elend von Menschen viel Geld ziehen lässt – und das Elend an anderer Stelle deswegen nicht gelindert wird.

In einer Welt mit mehr Maschinen und immer mehr Automatismen und einem Wirtschaftsmodell was auf Lohn- und Erwerbsarbeit basiert kann es zu Divergenzen kommen – zwischen Notwendigkeit und Nutzen, zwischen Sinn und Überfluss. In China finden Menschen einen Arbeitsplatz als „Lebensretter“. Der Titel zum Video wurde passend gewählt: Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (wovon es auch hierzulande viele gibt, die um einiges weniger „sozial“ sind als als die hier zu sehende Aufgabe…)

chinesische_arbeitsbeschaffunsmaßnahme-yt(watch on yt: https://youtu.be/9eOEfXQ4vPQ )

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Titelbild der Titanic mit Kanzlerin Merkel als Gustl Mollath. (screenshot)

Viel wurde geschrieben zum Fall Mollath.

Und diskutiert.

Zu sehen gab es auch einiges.

Ende des Jahres 2015 lief im Bayerischen Fernsehen ein behutsamer und von den Bildern her beeindruckender Film zur Person und den Ereignissen welche einige Jahre immer wieder für Schlagzeilen sorgten. Es ist ein persönliches Schlaglicht auf einen Menschen der Zwangstherapiemaßnahmen am eigenen Leib erfahren hat. Die ARD hat sich in der Reihe Radiofeature auch schon mal damit beschäftigt – ein klein wenig kritisch wirkt der Beitrag „Dunkelkammer Psychatrie“ (download, ca 55 Min.)

mollath_doku_nachthimmel_ikl959Nachthimmel im Zeitraffer (screenshot)

Zurück zum Film: Es ist beeindruckend den Schilderungen der Erlebnisse hinter den geschlossenen Mauern zu lauschen (wie etwa der Arzt in der Nachbarzelle für Ruhe sorgt). Dabei nimmt dies in der Dokumentation von Annika Blendl und Leonie Stade nicht nur zeitlich untergeordnete Rolle ein – was konkret in solchen Einrichtungen passierte und passiert. Um so absurder wirkt die Welt jenseits dieser Mauern. Der Versuch Mollaths in die „Normalität“ zurückzukehren – die es vorher nicht gab und auch danach nicht gibt – wird hingegen sehr konkret. Mit dem Leben in Gefangenschaft wurde er entmündigt, Dinge verschwanden (wie das Grab seiner Familie auf dem Friedhof in Nürnberg). Wiedergutmachen kann man das nicht. Diese Welt ist es nicht.

Die Kritik Gustl Mollaths an den alltäglichen Mechanismen findet sich gleich zu Beginn des Film – etwa wenn er sich in einer Einkaufspassage wundert wieso eine Hose weniger als 10€ kosten kann während woanders Millionen unter dem Tisch verschwinden. Es sind die kleinen Dinge welche seine Aufmerksamkeit bekommen. Mit viel Verstand und ein wenig Witz erlebt der Zuschauer einen Menschen der um sein Recht kämpft und das erfahrene Unrecht als Räderwerk durchlebte ohne dabei apathisch geworden zu sein.

Sehr einprägsam das Beispiel zu den psychatrischen Gutachten, welche nach Aussage eines Gutachters bis zu 60% Falschdiagnosen darstellen. 50% Falschdiagnose sei kein Fortschritt meint Gustl Mollath zu Recht und belegt dies mit einer fallenden und verschwindenden Münze vorm Dom…

Beeindruckend die exakten Formulierungen des Protagonisten und deutlich fühlbar dessen wachsendes Misstrauen gegenüber seinem Verteidiger, den er nur als weiteren Funktionsträger identifiziert. Dass in dem Film verschiedene Seiten und Ansichten (etwa von Journalisten) zu Wort kommen bereichert dieses Dokument. Recommended to watch!

yt_Mollath_Doku_watch_v=PC6EgHlhf9I_(Blendl/Stade; D 2015; 87 Min.; Link zur Doku auf yt. )

Zu finden auf yt auch noch ein Gespräch mit den Autorinnen der Dokumentation „Mollath – Und plötzlich bist du verrückt“ Annika Blendl und Leonie Stade bei MünchenTV.

sind „Die Artisten in der Zirkuskuppel“ (wkpd zum Film) bzw. „Die unbezähmbare Leni Peickert“

alex_kluge-artisten_in_der_zirkuskuppel-ratlosBeide Filme von Alexander Kluge entspringen einer anderen, vergangenen Zeit und zeigen doch ähnliche Probleme – die auf der Bühne befindliche Kunst im Verwertungsraum Kapitalismus, dessen Zwänge und Abhängigkeiten. Die Suche nach Neuem, welches durch Revolution und menschliches Vermögen teilweise befördert wurde – die Artisten als Revolutionäre – die Innovation des Zirkus in Zeiten von Revolution (aufwendige Wasserspiele zur Zeit der Französischen Revolution 1789, in Russland 1917).

alex_kluge-artisten_zirkuskuppel_magicZur Dressur der Tiere zur Unterhaltung der Menschen findet sich keine kritische Bemerkung. Jedoch wird auch schon im Film die Unterscheidung zwischen analoger „Wirklichkeit“ im Zirkuszelt und dem dimensionslosen „Abbild“ auf dem Bildschirm angesprochen. Nebenbei wird aus der Dialektik der Aufklärung zitiert:

„Zur Genese der Dummheit

Das Wahrzeichen der Intelligenz ist das Fühlhorn der Schnecke ‚mit dem tastenden Gesicht‘, mit dem sie, wenn man Mephistopheles glauben darf, auch riecht. Das Fühlhorn wird vor dem Hindernis sogleich in die schützende Hut des Körpers zurückgezogen, es wird mit dem Ganzen wieder eins und wagt als Selbständiges erst zaghaft wieder sich hervor. Wenn die Gefahr noch da ist, verschwindet es aufs neue und der Abstand bis zur Wiederholung des Versuchs vergrößert sich. Das geistige Leben ist in den Anfängen unendlich zart. Der Sinn der Schnekke ist auf den Muskel angewiesen, und Muskeln werden schlaff mit der Beeinträchtigung ihres Spiels. Den Körper lähmt die physische Verletzung, den Geist der Schrecken. Beides ist im Ursprung gar nicht zu trennen. […] Dummheit ist ein Wundmal.“

dialektik_der_aufklaerung-genese_der_dummheit

Wer über deutsche Gemütlichkeit und Kultur etwas lernen möchte kommt um Spielmannszüge mit Gleichschritt und Büchsenknallen, mit Uniform, Blasmusik und Trommelwirbel nicht herum. Zu sehen sind in einem Bericht (auf yt) über das Schützenfest auf der Blanke im Jahr 2011 nicht nur deutsche marschlastige volksfestliche Bräuche und kaffegetunktes Beisammensein:

schuetzenfest-blanke-yt_

Bei dem Spielmannszug (wkpd) handelt es sich um eine alte Tradition, die sich bis heute erhalten hat. Die trommelnde, pfeifende und schießende Gemeinschaft hat in diversen historischen Umständen gewirkt und tut dies noch heute. Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Tradition der im Gleichschritt durch die Straßen musizierenden(?) Formation in Deutschland am weitesten verbreitet – mancherorts als wichtiges Kulturgut geachtet und zur Schau gestellt. Und auch heute noch offen als Phänomen für Interessierte, Zuwanderer und Gäste? Zur Situation in Nordhorn zum Thema Flüchtlinge war bereits Ende 2014 hier etwas über die angespannte Lage zu lesen.

schuetzenfest-blanke-yt2_(screenshot von yt – Bericht Nordhorn TV aus dem Jahr 2011, 14 Min.)

Spannende Dokumentation, welche weitere Puzzle über die sich zuspitzenden Ereignisse in der arabischen und islamischen Welt darstellen, betrachtet den Aufstieg der Houthis in Yemen:

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Die Reporterin begibt sich selbst an die Orte und spricht mit Beteiligten und zeigt das Leben auf der Straße, Bombenanschläge, Terrormilizen.yt-rise-of-houthi-reporterAuch vom filmischen und der Motivwahl ist der Film über Zerfalls- bzw. Neuorganisationserscheinungen einer religiös-gespaltenen Gesellschaft/Region durchaus sehenswert. (on yt: doku, 45 min, 2015, eng)

Unwillkürlich musste ich in Anbetracht der derzeitigen teilweise hysterisch zu nennenden Berichterstattung über den aktuellen Arbeitsausstand der GDL an den Berliner Verkehrsarbeiterstreik aus dem Jahr 1932 denken – bei dem es unter anderen Zusammenhängen und Umständen sogar zu Toten und Verwundeten kam…Berlin, BVG-Streik, StreikpostenAnders als damals, als der Streik auch politische Auswirkungen hatte, ist die Situation heute. Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) gaben auf ihrer Internetseite bekannt:

Somit bleibt der GDL keine andere Wahl, als nach dem Ultima-Ratio-Prinzip erneut ihre Mitglieder zum Streik aufzurufen:

am Montag, den 4. Mai 2015 um 15 Uhr im DB-Güterverkehr und

am Dienstagmorgen um 2 Uhr im DB-Personenverkehr.

Das Zugpersonal im Güter und Personenverkehr beendet die Streiks am Sonntag, den 10. Mai 2015 um 9 Uhr. (src)

Während hierzulande über den angekündigten Streik bei der Bahn AG auch gern Superlative Verwendung finden („Rekordstreik“ und ähnliches – vermutlich nicht nur weil es keine ausgeprägte Streikkultur und -erfahrung gibt) lassen sich bei den Sichtweisen Verständnis (2014: weltanschauung.blog, zeit.de) bis zu Ablehnung  zu den angekündigten Arbeitsausständen finden. Bei Spiegel-Online findet sich ein Barometer was Meinungsabbildend sein soll:

meinungsbaromter-spiegel-online-gdl-2015(src)

Immer wieder findet sich in den Berichten über den Streik der GDL das Wort „Machtkampf“ – mögliches Resultat einer verkürzten Darstellung der Abläufe als Konflikt zwischen einem engstirnigen Gewerkschaftsführer und einem umsatzorientiertem Börsenunternehmen, aber auch adäquater Ausdruck des Konflikts zwischen Arbeitnehmer und Geschäftsführung. Anton Pannekoek (1873-1960) schrieb bereits 1947:

Die wirksamste Form des Kampfes gegen die Kapitalisten ist der Streik. Streiks sind mehr denn je nötig, um gegen die Tendenz der Kapitalisten zu kämpfen, ihre Profite zu erhöhen, indem sie die Löhne herabdrücken, indem sie Dauer und Intensität der Arbeit erhöhen.

Die Gewerkschaften als Instrumente des organisierten Widerstandes haben sich gebildet, indem an die starke Solidarität und die gegenseitige Hilfe appelliert wurde. Die Entwicklung des “big business” ließ die Macht des Kapitals enorm anwachsen, zugleich konnten die Arbeiter die Verschlechterung ihrer Lage nur in einzelnen Fällen herabmindern. Die Gewerkschaften verwandelten sich in Vermittlungsinstanzen zwischen Arbeitern und Kapitalisten. Sie unterzeichneten Verträge mit den Unternehmern und versuchten, diese den oft widerspenstigen Arbeitern aufzudrängen. Die Gewerkschaftsführer hofften, sich dem Machtapparat des Staates und des Kapitals, der die Arbeiterklasse beherrscht, unersetzlich zu machen. Die Gewerkschaften wurden so Instrumente des Monopolkapitals, das sich ihrer bediente, um den Arbeitern ihre Bedingungen zu diktieren.

Unter diesen Verhältnissen nimmt der Kampf der Arbeiterklasse mehr und mehr die Form von wilden Streiks an. Diese sind spontane und massive Explosionen eines lange unterdrückten Widerstandswillens, direkte Aktionen, in denen die Arbeiter ihren eigenen Kampf in ihre Hände nehmen, indem sie Gewerkschaften und Führer zum Teufel jagen. (src)

Streik ist der Moment, in welchem sich der zum Objekt degradierte Arbeitnehmer seiner vertraglich vereinbarten Funktionserfüllung auf bestimmte Zeit verweigert – mit dem Ziel mit Hilfe des Arbeitsausfalls der Unternehmensleitung die Bedeutung seiner sonst verrichteten Tätigkeit zu verdeutlichen und zum Beispiel eine höhere Wertschätzung in der Entlohnung oder Arbeitserleichterungen zu erreichen. In Zeiten steigender Automatisierung, erhöhtem Arbeitsdruck und prekärer Beschäftigungsverhältnisse läuft kollektive Arbeitsniederlegung Gefahr ein Mittel zu werden, welches in seiner Auswirkung schnell zum Teil eines betriebswirtschaftlichen Strategiepapiers zur Schadenbegrenzung wird – eine Betonung solcherlei Faktoren vernachlässigt den ohnehin vernachlässigten humanen Aspekt.

Längst nicht mehr (weil nie gewesen?) Realität: „Alle Räder stehen still wenn ihr mächtiger Arm es will.“ Albert Hahn 1903 – Eisenbahnerstreik.

462px-Gansch_het_raderwerk_staat_stil_als_uw_machtige_arm_het_wil„Gansch het raderwerk staat stil als uw machtige arm het wil.“ (src)

IMG_1380_b(„The Best Things In Life Aren’t Things“, seen in south-portugal)

lichtverschmutzung_dresden-waldschloesschen-_ikl959(seen in Dresden at Elbe, near Waldschlösschen)

In Israel gibt es (nach Wikipedia alles superlative) Feiertage, welche den Alltag entschleunigen, brechen, verunmöglichen. Einer der Feiertage mit Namen Jom Kippur (wkp) liegt schon wieder in Sichtweite. Vor einer ganzen Weile wurde ein Film gebloggt der nichts an Anschaulich- und Einprägsamkeit des gebrochenen Alltags verloren hat. Passt wegen seiner unter-spannten Atmosphäre noch weniger in die derzeitige Situation als ohnehin schon, oder vielleicht gerade.

jom_kippur-tel_aviv(src, 2,30 Min)

Ein Besuch in einer von Raketeneinschlägen bedrohten Region in Israel im Jahr 2012 – damals folgte (ähnlich wie heute) als Reaktion auf die Einschläge und die permanente Bedrohung der Bevölkerung eine militärische Intervention im Gebiet der Raketenabschüsse. Ein gewisser Grad der Entspannung blieb und bleibt in den bedrohlichen Momenten (etwa in Form älterer Männer, auf einer Bank sitzend) erhalten; die Anspannung der jugendlichen Menschen, welche die Situation zum ersten Mal erleben ist indes spür- und nachvollziehbar.

life_under_rockets_israel_yt_ikl959.com(src; 8,30 Min)

Die Situation heute: eine größere Anzahl Raketen mit einer besseren Reichweite schlägt derzeit noch immer (aus dem Gazastreifen von der Hamas und anderen paramilitärischen Vereinigungen abgefeuert) in Israel ein (IDF-reports on twttr).

Seit dem Beginn der Operation „Schutzlinie“ (Protective Edge) am 8. Juli 2014 wurden über 971 Raketen aus dem Gazastreifen – der übrigens noch bis 2005 unter israelischer militärischer Kontrolle lag – in Richtung Israel abgeschossen. 754 davon schlugen in Israel ein und etwa 201 wurden durch das israelische Raketenabwehrsystem abgefangen & noch im Himmel zur Explosion gebracht, 27 aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen trafen den Gazastreifen selbst. Derweil gab es auch in den größeren Städten wie Tel Aviv und Jerusalem Bombenalarm, auch weiter nördlich – wie etwa Haifa. Raketeneinschläge wurden auch aus Bethlehem und Hebron gemeldet. 40.000 israelische Staatsbürger wurden aus der Reserve mobilisiert und sind Teil der ZAHAL geworden, die über einen (neuerlichen) Einmarsch in den Gazastreifen nachdenkt (pro & con invading Gaza).

Ein offener Brief A.B. Yehoshua aus dem Jahr 2009 an einen Journallistenkollegen hat kaum an Bedeutung verloren – die Ereignisse, Berichterstattung und Akteure von heute sind wenig verschieden von damals.

All we are trying to do is get their leaders to stop this senseless and wicked aggression, and it is only because of the tragic and deliberate mingling between Hamas fighters and the civilian population that children, too, are unfortunately being killed. The fact is that since the disengagement, Hamas has fired only at civilians. Even in this war, to my astonishment, I see that they are not aiming at the army concentrations along the border but time and again at civilian communities. (src – lesenswert!)

Derweil ist die außenpolitische Situation heute eine andere als 2009. Neben etwa Syrien gibt es andere angrenzende Staaten mit keiner/einer instabilen legitimierten politischen Kraft. Zuletzt schlugen auf der Halbinsel Sinai, unweit zur israelischen Grenze, in Ägypten abgeschossene Raketen in einem Supermarkt ein (FAZ). Aus dem Südlibanon wurden Raketen in Richtung Israel abgefeuert, ist etwa in diesem Beitrag zu vernehmen:

rockets-from_gaza_july2014_YT(src: yt)

Bisher kommen die Raketen welche in Israel einschlagen vor allem aus dem Westen – die Reaktion des Staates sind über 1300 israelische Angriffe in den Gazastreifen, bei welchen über 170 Menschen starben. Ein Teil der Strategie der Terroristen, welche die Raketen gen Israel abschießen, besteht in der Nutzung ziviler Einrichtungen als Operationsbasen. Es ist eine ungleiche Kriegsführung, bei welcher von den in Gaza tätigen Aktivisten sowohl zivile Opfer im Aktionsumkreis billigend in kauf genommen werden, gleichzeitig jedoch wegen der ungesteuerten Raketen vor allem Zivilisten zum Ziel der Angriffe werden.

Der Gazastreifen wird bis dato weiterhin mit LKWs, welche zivile Güter wie Lebensmitteln und Treibstoff transportieren, versorgt – aus Israel (src). Dort leben wegen der ständigen Raketeneinschläge und den erweiterter Flugentfernungen jetzt knapp sechs Millionen Menschen unter ständiger Lebensbedrohung.IDF_rockets-UK(mögliche Reichweite der Raketen aus dem Gazastreifen übertragen auf Großbritannien, src)

Die Entführung und Ermordung dreier Jugendlicher (Lizas Welt) ist ein weiterer Teil der jüngst wieder offen aufgebrochenen Auseinandersetzung, deren friedliches Ende immer weniger als eine baldige realistische Option erscheint.

light_breaks_through_ikl959thru open door & pane breakes the light (shot near Berlin)

Bereits vor einer Weile schonmal auf eine fantastische slowmotion-supermacro Aufnahme mit einer Libelle hingewiesen. Weil es zu groß ist, der kleine/kurze Moment des tanzenden Wassertropfen, hier die Verlinkung:

yt-slo-mo-drop

Fantastisch der Tropfen nach dem Tropfen, der wie Spannungsgeladen auf der Oberfläche tanzt, einen neuen kleineren Tropfen bildend… watch on yt

Auch ein must-see: gefärbte Tropfen fallen (in Milch?!). Die vertikal wirkende Energie wird ziemlich gut sichtbar.

yt-slo-mo-drop02(watch on yt)

 

 

the_map_of_israelSchöner Hinweis bei hagalil über ein Videoprojekt von Gil Shuster, welches spontan und auf der Straße mit den dort Anwesenden eine Mentalitäts-, Wissens-, kurz Realitätsabfrage unternimmt – klick hier.

theme_for_a_dream-lose_myself-ikl959.com„I JUST WANT TO SHUT OUT THE WORLD AND LOSE MYSELF IN YOU, BABE“

„THAT’S VERY SWEET OF YOU“ – ‚(NOT ANOTHER EMOTIONALLY DEPENDENT BLOKE LOOKING FOR A MOTHER!)‘

 

The Germany dropped not only bombs in continental-Europe, even in Ireland they left their war traces. „Percy-Street – Belfast Blitz. Easter Tuesday 15. April 1941“ belfast_15thApril1941-percy_street-ikl959.com

As you can see – even in Belfast the people celebrated the german capitulation. „VE DAY 8th May 1945„!ve-day-8thMay1945_belfast_dover-place_ikl959.com(seen in Belfast, Dover Place)

Fliegen ist einer der menschlichen Träume welcher auch zukünftig vital bleiben wird. Im 21. Jahrhundert wird die Menschheit was das Fliegen anbelangt eine neue Qualität entwickeln – sowohl die Effizienz als auch Technik betreffend. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde nach alternativen Flugmodellen gesucht, heute schweben tatsächlich Menschen in fliegenden Untertassen über unseren Köpfen. UFO_test-flight_earth_ikl959.comEine sehenswerte Dokumentation (in englisch) über den aufgeladenen Mythos und die praktische Realität fliegender Untertassen (etwa auch beim Militär).

UFO_yt=rZ8GjzwSpQo_ikl959.comwatch: National Geographic – The Truth Behind UFOs (lang. engl.),45 Min 2011 on yt

Ein Film welcher den Weg von jungen Mädchen aus der ärmlichen und ländlichen Provinz in die städtische Sphäre von  unerfüllten Versprechen und gezwungener Sexarbeit anschaulich macht ist „The price of Sex“ (IMDB; press-pdf) von Mimi Chakarova. Ausgangspunkt ist das bulgarische Dorf, in welchen die jungen Mädchen keine Perspektive finden und die Erfüllung und Verwirklichung ihrer Träume in den Großstädten sehen.

the_price_of_sex_chakarovaGleich einem modernen Märchen kommt das Böse aus der Ferne – auf der Suche nach frischem Fleisch wird von AgentInnEn die Provinz bereist, mit Geld und Versprechen auf Arbeit werden junge Mädchen ins fremdsprachige Ausland begleitet und vermittelt, wo diese sich dann Lügen, Zwang und Gewalt ausgesetzt sehen. Dramatisierend wird von einer Entvölkerung etwa Moldawiens gesprochen, bei der die Alten unwissend um das Schicksal ihrer Kinder und Enkelkinder zurück bleiben – doch übertrieben oder unrealistisch wirken die Beschreibungen und Einschätzungen des Mädchen- und Menschenhandels in Metropolen wie Istanbul, Dubai oder Athen nie.

the_price_of_sex_chakarova02Der Film trägt durch das aktive Agieren der Autorin eine persönliche Note und bleibt dadurch sehr nahbar. Ein Defizit ist, dass Gespräche etwa mit Freiern und Zuhältern aber auch Prostituierten wegen deren Wissen um Rechtsbrüche oder Bedrohung für das eigene Leben all zu oft vage bleiben. Der Versuch den Alltag von Zwangsprostitution anschaulich zu machen gelingt nicht immer, doch exemplarische Einzelschicksale und einige offenherzige Schilderungen geben eine Vorstellung von den Abgründen in diesem Metier (erzwungener Sex mit Schwangeren, etc.).

yt_the_price_of_sex_04_2014_(Trailer on yt)

Der Zuschauer bekommt einen sehr vitalen Zweig moderner kapitalistischer Gesellschaft zu sehen, in welchem der Daseinszweck einiger Menschen auf die Funktion einer Dienstleistung reduziert wurde; von den weiblichen Opfern wird die aufgezwungene Rolle jedoch geleugnet – sie selbst sehen sich irgendwann als Geschäftsfrauen:

(Athens)

Mimi C.: When you go inside (a brothel), what is the first thing that you see?

Konstantin S. (HIV-Doctor): Mhm. First thing? Meat. But thats not the right question. It’s not the first thing, but the last. Last is… It’s pain.

Mikiru Bani: When the clients of the area are tired of the girls, they would report them. The police is corrupt. So they will arrest the girls, send them back home and bring new girls, because the costumers want new girls. […] Prostitution and trafficing has nothing to do with sex. It has to do with power, it’s violence. No girls who’s asked: „Would you rather become a nurse or a prostitute?“ will say, „I’d rather become a prostitute“. But if she’s raped and raped and raped than she will see her self as identity buisness-woman. It’s easier than to see herself as an identity victim.

Abseits der Schilderung schockierender Frauenschicksale und deren persönlichen Umgang damit weist der Film auf den Umstand hin, dass die Sphäre der Prostitution nicht nur von männlichen Geschäftemachern genutzt wird, welche die Frauen zur Sexarbeit zwingen bzw. dieses am Markt angebotene Fleisch kaufen. Auch Teile des Staates sind in den organisierten Menschenhandel involviert, nutzen mithilfe der Korruption Abläufe zur Profitmaximierung und für die Sicherung eigener Interessen. (hier mal online zu finden gewesen, hier Extract auf yt )

Mimi Chakarova – The price of Sex – USA 2010, 73 Min (eng. sub.)

Nach der Gründung des Staates Israel 1948 begann eine Welle von Pogromen durch arabische und muslimische Länder des Nahen- und Mittleren Osten zu fluten, welche das Ende einer jahrhundertealten jüdisch-arabischen Tradition bedeuteten. Ein Film welcher jüdische Flüchtlinge aus dem Iran, Libanon, Algerien, Irak und anderen Ländern porträtiert, weist auf einen bisher weniger beachteten Fakt hin – die sogenannte „jüdische Nakba“ (en.wikipedia, de.wikipedia)

forg_refu_yt(youtu.be -49 Min, engl.; via)

Zwar schon eine Weile her, der 30c3, doch die Aussagen von Tim Pritlove zum Thema Überwachung haben weder an Aktualität noch an Bedeutung verloren (die Überschrift „Wie wehrt man sich…“ passt nicht ganz zum Inhalt):30c3-Tim Pritlove_ - Jung & Naiv_ Folge 102 - YouTube'-ikl959.com „Wenn die Leute immer sagen dass sie Nichts zu verbergen haben, frage ich mich warum es in Deutschland so viele Gardinen gibt“ (Tim Pritlove, src: yt/12 Min) und ebenfalls (via) sehenswert  (abgesehen von den manchmal zu naiv daherkommenden Fragen) Constanze Kurz mit einigen Hinweisen und Einschätzungen zum Thema Robotik, Verschlüsselung, Google und vieles andere mehr:Constanze Kurz & das Happy End im Überwachungszeitalter - Jung & Naiv_ Folge 106 - YouTube' -ikl959.com„Man sollte sich überlegen was man nutzt. „ (src: yt/43 Min) Sehenwert!

Screenshots aus dem Film „Shoa“ von Claude Lanzmann, auf welchen ein politisches Stück Papier zu sehen ist:hitler_as_a_pig_1Der Beweis ist, dass Hitler nicht nur ein Schwein war: hitler_as_a_pig_2(src)

simpsons_valentines-day-ikl959.comWie siehts es aus in Sachen Liebe & Valentinstag? Manchmal ist eher Angst…simpsons_valentines-day02-ikl959.com(src: Simpsons S25E11)

Abseits der Diskussion um das nukleare Forschungsvorhaben & dessen Realisierung präsentiert sich das Militär im Iran ab und an von seiner besten Seite. Wer das Land für militärisch zurückgeblieben hielt bekommt hier einen kleinen Eindruck von der Schlagkraft der Armee, inklusive der immer wieder kehrenden Beschwörung „Gott ist groß“ („Allahu akhbar“)…

peacful_iran_military_parade_yt.ikl959.com

(hier zu yt)

 

The Pirate Bay away from keyboard“ ist der Titel einer sehenswerten Doku, welche die Aktivisten rund um die in Skandinavien befindlichen Trackerserver von Pirate Bay zu Wort kommen lässt. Und deren Leben dokumentiert. Dabei liegt ein Schwerpunkt des Films auf der juristischen Auseinandersetzung, welcher sich brokep, Tiamo und Anakata ausgesetzt sahen.tpb_afk-yt_ikl959.comEtwa vier Jahre wurde an der Dokumentation gearbeitet, bis der Film schließlich Anfang 2013 veröffentlicht wurde. Wo die Protagonisten recht haben ist die Realität, welche sie dem Internet zu schreiben. Mehr zum Film bei wkpdia. watch it on yt (2013, Simon Klose, S, N, DK, 83 Min)

Braunkohle aus der Region gab es mal vor paar Jahren bissel intensiver (sehenswertes über die Situation in Espenhain im Jahr 1990 bei Spiegel-TV zu finden) als heute, auch wenn immer noch gebaggert und verbrannt wird.kraftwerk_lippendorf_ikl959(im Süden Leipzigs)

350820Dieses Jahr jährt sich bereits zum neunten Mal der Todestag von Oury Jalloh, der an Händen und Füßen gefesselt auf einer feuerfesten Matratze in einer Polizeizelle in Dessau verbrannte. Das Gedenken an ihn und die Forderung die Umstände seines Todes aufzuklären sind vermutlich ein Motivationsfaktor nach Dessau zu fahren. Damit verbunden sollte jedoch auch das Aufdecken der hiesigen rassistischen Normalzuständen und eine Kritik daran sein, welche in der Praxis eben jene (die Kritik) bestärkt. Deswegen ist es vielleicht sinnvoll Dienstag nach Dessau zu fahren, oder woanders bei der Thematisierung zu partizipieren….

Demonstration in Gedenken an Oury Jalloh in Dessau
Dienstag, 7. Januar 2014
14:00 Uhr Hauptbahnhof Dessau
 
Demonstration in Gedenken an Oury Jalloh in Köln
Dienstag, 7.1.2014, 18.00 Uhr
Köln- Deutz (Treffpunkt U-Bahn-Haltestelle Deutzer Freiheit)
 
Mahnwache in Gedenken an Oury Jalloh in München
Odeonsplatz, vor dem bayrischen Innenministerium
Dienstag, 7.1.2014, 17-19.00 Uhr
 
Auf obiger Seite gibt es Hinweise auf organisierten Anreisen aus verschiedenen Städten (Hamburg, Berlin, FFMain, Leipzig, Jena) nach Dessau. Zum Tod von Oury Jalloh siehe auch Postings vom 17.11.2013 (Video), 04.01.2013, 02.01.2013, 17.03.2012 (Video), 15.11.2012 (Der Fall Bichtemann)