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Category Archives: radiosendung

Jeden Mittwoch 24:10 Uhr auf Radio Corax im Raum Leipzig – Halle/Saale – Magdeburg auf 95.9 FM oder per Stream.

heute Abend: Edgar Lipki – Sucking Blood (WDR 2010) (zum anhören/downloaden hier zu finden)

09.03.11 Benny Barbasch – Mein erster Sony (DLR 2000) – Teil 1

16.03.11 Benny Barbasch – Mein erster Sony (DLR 2000) – Teil 2

Als der zehnjährige Jotam einen Kassettenrekorder bekommt, ist keiner mehr vor ihm sicher. Die Liebesaffären seines Vaters, die Sitzungen beim Familientherapeuten, den langsamen Zerfall der elterlichen Ehe – nichts entgeht seinem Sony. Auch die Erzählungen des polnischen Großvaters über seinen langen Weg in das neu gegründete Israel sowie das Zerwürfnis mit dem fundamentalistischen Onkel hält er auf Tonband fest. Aus Jotams Passion wächst so Kassette nach Kassette eine Chronik israelischer Gegenwartsgeschichte.
Die politischen Gegensätze Israels spalten auch Jotams Großfamilie: Während der Großvater Anhänger des Likud-Blocks ist, bekennt sich Jotams Mutter Alma zur linken Friedensbewegung. Ihr Mann Assaf hingegen fühlt sich nirgendwo zugehörig. Seine Tätigkeit als Ghostwriter von Biographien Holocaust-Überlebender zehrt an seinem Inneren. Auch die Flucht in zahllose Liebschaften tröstet ihn nicht. Einzig die enge Beziehung zu seinem Sohn Jotam bleibt unangefochten. Dieser hält auf seinem Sony neben allen Turbulenzen auch die leisen Zwiegespräche fest.

23.03.11 Elfriede Jelinek – Die Klavierspielerin (SWF 1988)

Mutter-Tochter Beziehung zwischen Zwang und Alltag, zwischen Einsamkeit und Verlangen. Der Versuch eines Ausbrechen und einer selbst bestimmten Unabhängigkeit. Kontrollierte Freiheit zwischen Tradition und Norm.

30.03.11 Ror Wolf – Der Ball ist rund (HR 1978)

Die Redundanz der Fußballspiele anhand einer Collage hörbar gemacht.

„Ein Menschenbild, das in seiner Summe Null ergibt“ gibt es heute Nacht bei IKL zu hören. Wer es sich ein anderes Mal zu Gemüte führen möchte, sei auf die ARD Mediathek verwiesen, dort gibt es das Stück zum anhören… (stelle grad fest, dass es dort nicht mehr zu finden ist… shame!)

Jeden Mittwoch ab 24:10 Uhr auf Radio Corax im Raum Halle/Leipzig/Magdeburg auf 95.9 FM oder per Stream.

Komplettes Programm ab sofort nur noch in der Programmzeitung von Radio Corax zu finden.

Highlights des Monats Februar:

02.02.11 – Kafka Kanzler und da knackt nichts. Aus dem Inneren eines Überwachungsstaates (2010)

Ein junger Mann erfährt durch eine Panne bei seinem Mobilfunkbetreiber, dass er von Verfassungsschutz und BKA abgehört wird. In einer Zeitung kann er in einem Artikel zur Militanten Gruppe die Abhörprotokolle mit seiner Freundin im Wortlaut lesen. Dort erfährt er auch, dass seine Verhaftung als angeblicher Gründer der terroristischen Vereinigung „Militante Gruppe“ kurz bevor stehe. Ein Feature mit sehr persönlichen Einsichten eines Überwachten.

23.02.11 Schorsch Kamerun – Ein Menschenbild das in seiner Summe null ergibt (2006)

Eine Generation zwischen Mediengeschwätz, Lifestylemode und Kaufwelt, zwischen verordneter Wahlfreiheit und allgemeiner Beliebigkeit. Keine Chance auf ein originales Leben, auf authentische Wünsche. Ein Übermaß an Null-Information. Protest wird nicht gehört, geht unter im allgemeinen Medienbrei. Der höchste Wert ist heute Verweigerung. (Hörspielpreis der Kriegsblinden 2007)

Dietmar Dath: Die Abschaffung der Arten

12 Stunden langes Hörspiel ab Ende Januar im Podcast des BR zum Download.

Oder live per Stream vom 30.1.2011 bis 18.4.2011, immer Sonntags 15.00 Uhr / Wdh. Montags 20.30 Uhr bei Bayern 2.

Komposition: mouse on mars
Bearbeitung und Regie: Ulrich Lampen

Mehr drüber (sowie ab Ende Januar den Download des Hörspiels) hier.

jede  Mittwochnacht ab 24:10 Uhr auf Radio Corax im Raum Magdeburg/Halle/Leipzig auf UKW 95.9 FM oder per stream.

05.01.11 Hannah Arendt – Im Gespräch mit Günter Gaus (1964)

Gaus: Ausgehend von der Überzeugung seit 1931, daß der Machtantritt der Nazis sich nicht verhindern lassen würde, hat es Sie nicht gedrängt, aktiv etwas dagegen zu tun, zum Beispiel durch Eintritt in eine Partei – oder haben Sie dies nicht für sinnvoll gehalten?

Arendt: Ich persönlich hielt es nicht für sinnvoll. Wenn ich es für sinnvoll gehalten hätte – das ist alles sehr schwer nachträglich zu sagen –, dann hätte ich vielleicht etwas gemacht. Ich hielt es für hoffnungslos.

12.01.11 Alfred Döblin – Die Geschichte vom Franz Biberkopf (RRG 1930)

Franz Biberkopf kommt aus dem Knast und will ein anständiger Mensch werden. Er schlägt sich mit kleinen Tätigkeiten durch, aber die Zeiten sind schlecht. Biberkopf hat nicht nur mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, sondern wird schließlich in einen regelrechten Kampf verwickelt mit etwas, das von außen kommt, das unberechenbar ist und wie ein Schicksal aussieht.

19.01.11 Patrick Süskind – Der Kontrabass – gelesen von Walter Schmidinger (1981)

In der Theatersaison 1984/85 mit über 500 Aufführungen das meistgespielte Stück an deutschsprachigen Bühnen. Vielleicht wegen der kongruenten identifikatorischen Elemente – ein einsamer Kontrabassist hasst sein Instrument wie seinen Beruf, und trotzdem geht er dienstbeflissen an die Arbeit.

26.01.11 Inge und Heiner Müller – Die Korrektur (1957) (30min) & was überraschend anderes

Produziert 1957, vom DDR-Rundfunk zensiert, urgesendet vom MDR 1997. Inhalt des Hörspiels: eine Brigade in Hoyerswerda baut 1957 das Kombinat „Schwarze Pumpe“ auf. Alle haben ihre Probleme auf dem Bau – manche wegen persönlicher Einstellungen, manche wegen der Hierarchie, manche wegen ihrer Vergangenheit. Das Kollektiv wird am Ende nur durch die Partei gerettet.

Zweite halbe Stunde bei IKL was überraschend anderes.

zur Startseite vom Blog…

 

jede  Mittwochnacht ab 24:10 Uhr auf Radio Corax im Raum Magdeburg/Halle/Leipzig auf UKW 95.9 FM oder per stream.

01.12.10 Anne Waldman and Allen Ginsberg reading (including „Howl“) (August 9, 1975)

Anne Waldman and Allen Ginsberg poetry reading. Waldman reads „Fast Speaking Woman“ and other poems. Ginsberg reads „Howl“ in its entirety, and other poems.

08.12.10 Chris Ohnemus – Wers glaubt wird selig (SR 2009)

Der Hauptprotagonist Jan Goll blickt auf die Renaissance der Religion. „Höre auf, dir Sorgen zu machen und genieße das Leben.“

15.12.10 Ode to Gravity: Joanna Brouk interviews Steve Reich (December 12, 1973)

Steve Reich plays his music and talks about his sounds and dimensions with Joanna Brouk. The first two musical selections heard were recorded at the John Weber Gallery, in New York City, in May of 1973. The interview with Reich was recorded during his visit to the San Francisco Bay Area in November 1973 and was broadcast on December 12, 1973.

22.12.10 Klaus Kinski – Jesus Christus Erlöser (live 1971)

Ende November 1971 will Klaus Kinski die „erregendste Geschichte der Menschheit“ erzählen – das Leben von Jesus Christus. Doch er kommt nicht dazu. Das Bühnenprogramm des umstrittenen Schauspielers wird durch Zwischenrufe unterbrochen – von einem Publikum, das diskutieren will. Von einem Publikum, das keine Predigt hören will. Dem Mitschnitt der legendären Veranstaltung (90 Minuten) ist bei IKL ein zeitgenössischer Radiobeitrag über die Ereignisse vorangestellt.

in der Nacht Mittwoch zu Donnerstag ab ca. 00:10 auf 95.9 FM im Raum Magdeburg-Halle/Saale-Leipzig oder per Corax-Stream.

03.11.10 Michel Houellebecq – Ausweitung der Kampfzone (WDR 2000)

Michel führt ein unspektakuläres, gleichförmiges Alltagsleben ohne Freundin. Sein Dasein liegt irgendwo jenseits von Glück und Unglück – und eine Erklärung könnte die Sexualität unserer Tage sein. „Houellebecqs Kunst, der gesellschaftlichen Welt das Stethoskop an die Brust zu halten und ihre Krankheiten zu diagnostizieren, erinnert an Sartre und die Ekelbestände, die jener im menschlichen Dasein ausfindig machte, an Camus und seinen „Fremden“ mit Namen Merseault, der sich und der Welt gegenüber gänzlich entfremdet ist.“

10.11.10 Torsten Schulz – Boxhagener Platz (RBB 2005)

Boxhagener Platz, Berlin-Friedrichshain, 7. Oktober 1968. Für Holgers Großmutter ist der Tag der Republik ein Tag wie jeder andere. „Jetzt versperren die einem schon ’n Weg zum Friedhof, die Aasbande“, schimpft sie über die Ehrenparade der Nationalen Volksarmee. Dort, auf dem Friedhof, liegen ihre verstorbenen Ehemänner. „Boxhagener Platz“ – Einblick in die Welt der einfachen DDR-Bewohner und deren nicht ganz so einfaches Leben.

17.11.10 Mark Ravenhill – Feed Me (DRS 2001)

FEED ME entstandt für die BBC, es ist ein verstörenden Text, in dem Zufallsbekanntschaften in einer Metropole zu einem Reigen wechselseitig angeeigneter Lebensentwürfe führen, bis die verzweifelten Träume in der verdrängten Realität eines Krieges platzen. Doch dies bloß, um sich höchst überraschend neu zu formieren.

24.11.10 Kain Karawahn – Pyrophonie (30min) u.a.

Karawahn lebt in Berlin und Blossin. Er beschäftigt sich in Theorie und Praxis mit der kulturellen und künstlerischen Beziehung des Menschen zum Feuer: „Feuer ist weder Disziplin noch Ausdrucksform. Feuerkünstler GIBT ES NICHT!“ Zweite halbe Stunde bei IKL wird dann mit was (überraschend) Anderem gefüllt.

in der Nacht Mittwoch zu Donnerstag ab ca. 00:10 auf 95.9 FM im Raum Halle/Saale oder per Corax-Stream.

IKL – Oktoberprogramm 2010

06.10.10 Alfred Döblin – Die Geschichte vom Franz Biberkopf (RRG 1930)

Franz Biberkopf kommt aus dem Knast und will ein anständiger Mensch werden. Er schlägt sich mit kleinen Tätigkeiten durch, aber die Zeiten sind schlecht. Biberkopf hat nicht nur mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, sondern wird schließlich in einen regelrechten Kampf verwickelt mit etwas, das von außen kommt, das unberechenbar ist und wie ein Schicksal aussieht.

13.10.10 René Pollesch – Heidi Hoh (DLR 2001)

Ihr Privatleben ist ein Betrieb, und der Markt ist ihre zweite Natur. Die Konzerne nehmen Speed, und die Verortungsprobleme verbreiten sich wie eine Epidemie. Da ist auch eine Bank, die kein zu Hause mehr hat, sondern virtuell um die Welt rast und ab und zu hysterisch wird, zum Beispiel auf Pressekonferenzen, auf denen sie immer wieder behaupten muss, dass sie einen Standort hat.

20.10.10 Ulrich Sonnenschein – Wir pfeifen nicht nach Ihrer Tanze! (2009)

Ulrich Sonnenschein versucht die Absurditäten, Banalitäten und Realitäten der hiesigen Politik in einer Collage zu konzentrieren. Zu hören sind Auszüge aus Reden & Ansprachen von Politikern, gemischt mit seinen eigenen Bemerkungen.

27.10.10 Orson Welles – War of the Worlds (Original CBS 1938)

Außerirdische landen auf der Erde. Die Menschen beginnen die Marsianer zu bekämpfen. Die Erdlinge geraten in Panik & fliehen aus den Städten. Dies alles wurde in authentischer Hörfunkmanier als Hörspiel produziert und führte zu realer Panik in einigen amerikanischen Städten. Bei IKL gibts das amerikanische Original aus dem Jahr 1938 zu hören.

was wäre wenn es es keine piratensender in uk oder den usa gegeben hätte? – es würde nicht den rock n roll in seiner heutigen form geben – & alles was daraus folgte.

illegalisierte und unliebsame musik wurde auf illegalisierten und unliebsamen sendern verbreitet. die sender standen & stehen bis heute an den seltsamsten orten… so sendeten die ersten piratensender von booten auf dem wasser aus.

über die aktuelle pirateradioscene in london hier ne spannende doku… (rinse.fm ist mittlerweile in der selbstvermarktung aufgegangen & auch so scheint die zeit der selbst gebastelten antennen auf dem dach vorbei…) watch it!

in der Nacht Mittwoch zu Donnerstag ab ca. 00:10 auf 95.9 FM im Raum Halle/Saale oder per Corax-Stream.

01.09.10 – Walter Benjamin – Haschisch (gelesen von Christian Klischat) (2010)

Walter Benjamin beschreibt (u.a. seinen Trip in Marseille) und diskutiert den Haschischkonsum. („In Haschisch sind wir genießende Prosawesen höchster Potenz.“)

08.09.10 – Thom Kubli – Bakunin Boys; Zero-Gravity ist das neue Jetzt (WDR 2010)

Bei einem psychedlischem Trip in simulierter Schwerlosigkeit begegnet der Hauptprotagonist Luk dem Anarchisten und Revolutionär Michail Bakunin („Die größte Intelligenz genügt nicht, alles zu umfassen.“).

15.09.10 – Adorno & Gehlen diskutieren – Öffentlichkeit – Was ist das eigentlich? (SWF 1964)

Der Begriff „Öffentlichkeit“ hat sich inzwischen verselbständigt und ist zu einer eigenen Macht geworden, einer Sphäre, in der das, was zwischen Menschen stattfindet, verdinglicht wird. Der Begriff der Öffentlichkeit geht dabei an Institutionen wie die Medien über, so dass nur das als Öffentlichkeit wahrgenommen wird, was in ihnen erscheint. Die Öffentlichkeit ist eine noch nicht verwirklichte. Sie ist eine Ideologie, jedoch eine Ideologie, die die Möglichkeit hat, ihre eigenen Verhältnisse zu durchstoßen.

22.09.10 – Thomas Mann – Deutsche Hörer (BBC 1941-1945)

Die monatlichen Reden von Thomas Mann wurden zwischen 1941 bis 45 aus seinem britischen Exil bei der BBC ausgestrahlt. Gerichtet waren sie an „Deutsche Hörer!“ und zeigen die stete und doch vergebliche Hoffnung Manns auf einen Sinneswandel an der deutschen Heimatfront.

29.09.10 – Günter Eich – Die Andere und ich (NWDR 1952)

„Die Andere und Ich“ gilt als eines der wichtigsten Stücke in der Hörspielgeschichte. Das Motiv der Seelenwanderung, verbunden mit einem sozialen Appell, bestimmt die Geschichte einer reichen Amerikanerin, die während einer Italienreise mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf auf eine Fischersfrau trifft, deren Leben sie vierzig Jahre lang annimmt.

Weil die ARD das Interview mit Esther Vilar aus dem Jahr 1971 über ihr Buch „Der dressierte Mann oder die Lust an der Unfreiheit“ aus dem Portal genommen hat, habe ich es kurzerhand nochmal bei soundcloud hochgeladen. Dort steht es zum download bereit…

Zu hören gegen 00:10 Uhr in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag im Raum Halle – Leipzig- Magdeburg auf Radio Corax 95.9 FM oder per Stream…


04.08.10 – Isaac Assimov – Das Attentat (SDR 1967)

11.08.10 – Michael Koser – Schmetterlinge mit Hakenkreuzen (Rias 1982)

18.08.10 – Ludwig Harig – Ein Staatsbegräbnis (SR/WDR 1969)

25.08.10 – Plamper – Release (WDR/NDR 2004)

07.07.10 – Stanislaw Lem – Solaris (II/II)

Zweiter Teil über den intelligenten Planeten namens Solaris und die beschränkten Möglichkeiten des menschlichen Denkens und Wahrnehmens.

14.07.10 – RADIO-CORAX-GEBURTSAGSNACHT (kein IKL)


21.07.10 – Günter Eich – Träume (NWDR 1951)

Die Ursendung von Günter Eichs Hörspiel „Träume“ am 19. April 1951 begann um 20.50 Uhr, später als gewöhnlich, um Kindern vor der „mörderischen Angelegenheit“ zu bewahren. Beim Rundfunksender gingen
prompt auch wütende Telefonanrufe und Beschwerdebriefe ein: „Wir haben da eben Ihr Hörspiel gehört, von dem Eich. Kann man den Mann nicht einsperren?“
Fünf Szenen geben fünf Alpträume wieder. Die Szenen spielen je in einem der fünf Kontinente, und vor jeder Szene wird in nüchternen Sprache von irgendeinem harmlosen Menschen berichtet, der den jeweils folgenden
Alptraum erleidet. – „Vermutlich werden die angenehmen Träume dieser Welt von Schurken geträumt.“

28.07.10 – Isaac Asimov – Falsch Korrigiert (SDR 1970)

Isaac Asimov wurde im Januar 1920 im russischen Petrovichi geboren.
Bereits 1923 wanderte seine Familie mit ihm nach New York City aus, wo
er auch 1992 starb. Assimov wurde Biochemie-Lehrer an einer Universität,
bevor er sich 1958 dazu entschloss freier Schriftsteller zu werden. In
dem Hörspiel befinden wir uns im Jahr 2038. Vor Gericht wird die Klage
gegen den Roboter mit der Bezeichnung E27-3, „Mooney“, verhandelt. Wer
ist Täter – die intelligente Maschine oder der Mensch?

teilweise lesenswerter text (weil erst ab letztem drittel spannend) von gerhard vinnai über die gesellschaftliche funktion des fussball mit dem titel „fussballsport als ideologie„:

„Einzig der Sport bewegt die Massen noch massenhaft; er bewegt sie im Interesse irrationaler gesellschaftlicher Verhältnisse. Wenn die Herrschaft fest im Sattel sitzen soll, darf Freizeit nicht in Freiheit umschlagen – der Sport sorgt dafür. Wo sich nach Ansicht der Sportideologen spielerisches Treiben entfaltet, wird in Wahrheit die Arbeitswelt verdoppelt, bekommen die Menschen die Rationalität des Kapitals eingebleut, herrscht die Vernunft des Profits. Unter dem Schein der freien Entfaltung verhindert der Sport, daß der Körper der Lust zur Verfügung steht, zementiert er das Realitätsprinzip einer Gesellschaft, die Körper und Seele von einer wildgewordenen Ökonomie ausbeuten läßt. Auf dem Sportplatz wird das reibungslose Funktionieren geübt, werden die Bedürfnisse so manipuliert, daß ihr subversives Moment nicht zum Tragen kommt: die Pseudoaktivität mit
dem Lederball kanalisiert die Energien, die das »Gehäuse der Hörigkeit« sprengen könnten. Der Sport erzieht den Typus Mann, der den Herrschenden die Schützengräben füllt; die Affinität von Sport und  Militär hat ihre Tradition.“ (quelle aus dem klappentext) via (frn)

der text wird erst ab seite 75 interessant – abseits von kritik an kapitalistischen produktionsbedingungen im fussball beschäftigt sich vinnai dann nämlich u.a. mit narzißmus, nationalismus und der kampfesrhetorik.

„Der miterlebte Sporttriumph entschädigt kurze Zeit für die Versagungen des Alltags. […] Um so unerträglicher ist es, wenn man auf den Rängen erleben muß, wie das »eigene« Team einer Niederlage zusteuert, die den kollektivierten Narzißmus kränkt. Seine Spieler fallen als Führerfiguren aus, aggressive Impulse, die vorher verdrängt oder verschoben wurden, werden gegen die Aktiven gerichtet – freigesetzt: sehr schnell verwandeln sich fanatische Anfeuerungsrufe in gellende Pfiffe und Hohngelächter. Das »Glücksgefühl«, das sich mit sportlichen Erfolgen verbindet, verdankt sich der Realitätsflucht, die die Anpassung an bestehende irrationale Verhältnisse erleichtert. Die Entlastung von den Zwängen der Realität, welche sie gewährt, hebt das Leiden an dieser nicht auf, sondern hilft nur, es kurze Zeit aus dem Bewußtsein zu verdrängen. »Die Ausbreitung des Sports löst nicht Komplexe auf, sondern ist unter anderem eine Verdrängungserscheinung großen Stils.»“ (quelle S. 80)

das interview mit ihm (ca. 37 min lang) vom freien radio in hamburg ist wesentlich komprimierter und sei an dieser stelle empfohlen…

02.06.10 – NS-Führung im Verhör – Gehorsam – Macht im Militär

Keitel nach seiner Hinrichtung am 16. Oktober 1946 in Nürnberg

Vernehmung von Wilhelm Keitel (1882-1946), Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, 98. Verhandlungstag der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse, 3. April 1946.
Die »Reichswehr«, von der manche nach 1933 noch eine Begrenzung von Hitlers Herrschaft erhofften, war innerhalb weniger Jahre zur »Wehrmacht« geworden. Die Unterordnung der Wehrmacht unter Hitler entband diese jedoch nicht von dem gebräuchlichen Kriegsrecht, u.a. der Genfer Konvention. Diese wurden jedoch in Anbetracht von „Untermenschen“ außer Kraft gesetzt – auch wenn die Legende von der „sauberen Wehrmacht“ bis heute gegenteiliges behauptet. Die Wehrmacht ist verantwortlich für Verbrechen, die während des Zweiten Weltkrieges verübt worden sind – deshalb wurde der Wehrmachtsführung in Nürnberg auch der Prozess gemacht. Die Tondokumente bezeugen die Mechanismen von Befehl und Gehorsam und werfen die immer wiederkehrende Frage nach den Grenzen soldatischen Gehorsams auf.

09.06.10 – Emile Zola – Nana (2003) (I v. II)

16.06.10 – Emile Zola – Nana (2003) (II v. II)

Emile Zola (1840-1902) entzaubert mit Nana die vermeintliche Ehrbarkeit des Bürgertums. Die junge Nana, Tochter einer Wäscherin und eines Trinkers, erobert sich nach einem armseligen Leben als Straßendirne einen Platz in der Pariser Gesellschaft. Nana hasst die Oberschicht und möchte dorthin, aber nur, um sich für das jahrelange Leben im verhassten „Milleu“ zu rächen. Dies tut sie weniger geplant als rational intuitiv. Ihre Verführungskraft, derer sie sich bewusst ist, lässt sie alsbald Macht über Minister, Aristokraten, Beamte und Journalisten gewinnen, von denen sie sich Herz und Vermögen zu Füßen legen lässt. Sie ist die „goldene Fliege, die aus dem Kot auffliegt und vergiftet, was sie berührt“.

23.06.10 – Thomas Brussig – Helden Wie Wir (1996)

Mutter Hygieneinspektorin von Berlin-Lichtenberg, Vaterland ein Staat mit Namen DDR. Protagonist ist Klaus Uhltzscht. Mutter will Klaus‘ Männlichkeit bewahren, die DDR ihn durch eine Mauer schützen. Idole sind Teddy Thälmann und Kati Witt. Außerdem besteht für Klaus die Option Mitglied des Stasi-Nachwuchs-Kaders zu werden. Klaus kämpft für den Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab. Außerdem kämpft er gegen seine eigene Sexualität. Enden sollte alles in der Nacht des 9. November 1989…

30.06.10 – Stanislaw Lem – Solaris (I/II – Der Planet) (2006)

Solaris ist ein Planet, der fast vollständig von einem aus gallertartiger Masse bestehenden Ozean bedeckt ist. Dieser Ozean bildet die bizarrsten Formen und Gestalten und ist in der Lage, Formen nachzubilden – er gilt als eine intelligente Lebensform, doch die Kontaktaufnahme mit dieser Lebensform schlägt über Jahrzehnte fehl. Denn hier steht der Mensch etwas völlig Fremdartigem gegenüber, was in keiner Weise dem Leben auf der Erde gleicht.
In der Raumstation, die über der Oberfläche von Solaris kreist, soll das Fremdartige erforscht werden. Der Psychologe Kelvin wird von der Erde entsand um die Arbeit zu unterstützen. Es scheinen jedoch noch andere Personen an Bord zu sein als die Forscher, denn Kelvin hört Stimmen aus den Labors seiner Kollegen und begegnet in der Raumstation einer fremden Frau. Nach kurzem Schlaf sieht sich Kelvin seiner verstorbenen Frau gegenüber. Er meint bald, angesichts der unerklärlichen Vorgänge, den Verstand verloren zu haben, doch das Unfassbare bleibt Realität und die Realität bleibt unbegreiflich…

IKL im Mai: „Ferner denn abseits“…

05.05.10 – Paul Auster – Schlagschatten (1997)

Paul Auster: „Auch wenn ich mir dessen nicht immer bewusst bin, so handeln meine Romane doch immer wieder von Leuten, die auf die eine oder andere Weise etwas verloren haben, die aus der Gesellschaft herausfallen. Sie besitzen nicht die sozialen Bindungen wie die meisten von uns, hängen irgendwie in der Luft, aber das macht sie offener für unvorhersehbare Ereignisse.“

12.05.10 – Max Aub – Nichts Geht Mehr (1999)

‚Nichts geht mehr‘ heißt der erste Roman Max Aubs über den Spanischen Bürgergkrieg. Der Bauernjunge Serrador zieht aus seinem kleinen Heimatdorf nach Barcelona. Der König dankt ab, die Republik wird ausgerufen, Parteien entstehen, entwickeln sich und bekämpfen einander. Serrador mittendrin – beobachtet, geht auf Propaganda-Veranstaltungen, trifft auf den Anarchismus, den Kommunismus, den katalanischen Nationalismus und den Faschismus. Eine Gesellschaft auf der Suche nach neuen Werten verliert scheinbar jeden Halt.

19.05.10 Gespräche Heiner Müller – Alexander Kluge (1996/94/89)

Wenige Monate vor seinem Tod antwortet Müller auf die Stichworte „Atmen“ und „Rauchen“ mit einer Anekdote – das Atmen sei eine Indiskretion gegenüber den Toten. „Wer raucht sieht kaltblütig aus“ (Brecht) und „Wer raucht, wird kaltblütig“ (Müller). Außerdem: die Faszination Heiner Müllers an Panzern. Zuletzt: Anlässlich seines 60. Geburtstages 1989 erzählt Müller über seine Jugend, über die Kriegsjahre (die Inhaftierung seines Vaters), seine Schulzeit im Dritten Reich, seine Zeit in einem amerikanischen Kriegsgefangenenlager und seine Rückkehr in die sowjetische Zone.

26.05.10 Jochen Rack – III. Teil der Langen Nacht über Alexander Kluge (2009)

Kluge: „Was eine Mehrheit ist und was Minderheit, wissen wir nicht. Es kann im Herzen eine Mehrheit haben, was politisch in der Minderheit sich befindet. Das Medium sind die Zuschauer, die Nutzer. Ohne die Phantasie des Zuschauers funktioniert der ganze Apparat nicht. Das war zwar immer so, aber das war verborgen. Das bisherige Programm wird von oben nach unten ausgestrahlt. Wenn das Online-System nicht in den Besitz von Konzernen kommt, funktioniert es auch von unten nach oben. […] Besitz ist ein großes Wort. In Wirklichkeit gehören die Medien den Menschen selber. Man kann sie immer nur leihen.“

Kluge
Wie stehst du zu der Revolution in der DDR?
Müller
Mir war doch ziemlich früh klar, wenn gesagt wird: „Wir sind das Volk“, dann wird daraus sehr schnell: „Wir sind ein Volk“, und daraus wird dann genauso schnell: „Du sollst keine anderen Völker haben neben mir“. Und da habe ich sehr gut verstanden, warum der Brecht so mißtrauisch war gegen das Wort Volk.
Kluge
Der sagt doch nie „Volk“.
Müller
Der hat nie Volk gesagt, nur Bevölkerung. Andererseits kannst du keine Massen bewegen mit dem Spruch: „Wir sind die Bevölkerung“. Das ist ja das Schlimme. Deswegen habe ich grundsätzlich einen Verdacht gegen Massenbewegungen.
(quelle – dort auch das video aus dem jahr 1990 zu finden)

mehr von Heiner Müller gibts heute Nacht ab kurz nach 00:00 Uhr bei IKL auf Radio Corax im Raum Halle/Saale auf 95.9FM oder per stream.

Müller

Prinzenrolle mit 50g Gratis schwarz-rot-gold. Der deutsche Nationalismus wird wieder schmackhaft gemacht & lockt – scheinbar Gratis…

ALG II BezieherInnen sind sowohl grundgesetztwidrigen Regelungen unterworfenen, als auch potentiell häufiger davon betroffen: ein Mensch steht vor der Tür und will die Wohnung besichtigen – auf der Suche nach einem Gesetzesverstoß. Im Fall der Hartzer sieht die Sache realtiv einfach aus:

Hausbesuch bei ALG II

Die Ämter könnten zwar zum Hilfeempfänger kommen, jedoch nur nach vorheriger Terminabsprache bei Beantragungen von Sachleistungen – aber – wenn das Amt einfach so kommt, sofort ablehnen, um erneuten Termin bitten, mit dem Hinweis, dass man Beistände hinzuziehen will, was nach § 13 SGB X erlaubt ist und von den Ämtern geduldet werden müssen, oder den Einlass bzw. den Besuch von Beginn an ablehnen.

Wenn das Amt nach Termin kommt, sind in der Wohnung dann drei-vier sachkundige Personen mit anwesend, die die Ämter sofort zu ihren Personalien befragen (Name, Vorname, Dienststelle, Dienstrang) und diese notieren und dann dazu intensiv und ohne großes Rumgefackel befragen, welche belegbaren Verdachtsmomente sie gegen den/die Leistungsbezieherin haben und die sofortige (!) Vorlage dieser Belege an Ort und Stelle verlangen.

Stellt sich heraus – was sich meistens herausstellt – dass gar kein Verdacht vorliegt, weil eh keine Beweise dafür da sind und man also einfach mal so gucken (also schikanieren) wollte, ist das

– Hausfriedensbruch (§ 123 Strafgesetzbuch – StGB)
– Nötigung (§ 240 StGB)
– falsche Verdächtigung (§ 164 StGB

und wenn die Ämter dem/die Leistungsbezieherin gegenüber sogar damit gedroht haben, Leistungen einzustellen, wenn man sie nicht in die Wohnung / ins Haus ließe, dann kommt noch

– Bedrohung (§ 241 StGB) hinzu, mal von
– Rechtsbeugung im Amt (§ 339 StGB) bzw. Beihilfe (§ 27 StGB) dazu ganz abgesehen.

Dann wird sofort und dringend die Polizei gerufen wegen Hausfriedensbruchs (am Telefon nicht groß rumquatschen, sondern nur sagen, dass hier Hausfriedensbruch stattfindet und bitte (!) sofort jemand kommen soll), die Ämter werden von der Polizei der Wohnung/des Hauses verwiesen und es wird sofort Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs, falscher Verdächtigung, Nötigung, Bedrohung, Rechtsbeugung im Amt und ggf. Beihilfe dazu gegen jeden der Ämter persönlich erstattet.

Dies Procedere deshalb, damit das illegale Vorgehen der Ämter amtlich aktenkundig wird – wodurch dann keinerlei weitere Repressalien gegen den/die wehrhaften Betroffenen erfolgen werden, und wenn doch, dann hilft sofort eine Einstweilige Verfügung mit Eilantrag beim zuständigen Verwaltungsgericht. Das Verwaltungsgericht kann aufgrund des somit aktenkundigen Tatbestandes des Hausfriedensbruchs, der Nötigung, falschen Verdächtigung und der Bedrohung sowie der Rechtsbeugung im Amt gar nichts anderes machen als dem Antrag auf Einstweiligen Verfügung statt zu geben. (Quelle)

Was jedoch tun im Fall die Polizei steht vor der Tür, mit einem Zettel in der Hand? Udo Vetter hielt auf dem 23. CCC einen Vortrag darüber – den es heut Nacht bei IKL auf Radio Corax zu hören geben wird.

Wer nicht im UKW-Sendebereich wohnhaft ist und den Stream von Corax nutzen möchte sei auf eben jenen Vortrag von Udo Vetter (lawblog) verwiesen (2006 68 Min.).

  • 07.04.10 – NS-Führung im Verhör – Ausrottung – Endlösung

Die Nürnberger Mitschnitte der amerikanischen „Record group 238“ sind einzigartige Tondokumente. Ulrich Lampen hat sich im Jahr 2006 daran gemacht diese Mitschnitte zu bearbeiten und auf acht CDs herausgebracht. Die letzte steht unter dem Thema „Ausrottung-Endloesung“ und wird es bei IKL als erste zu hören geben. Am 26. Verhandlungstag, am 03. Januar 1946 wird Dieter Wisliceny (1911-1948) verhört, SS-Hauptsturmführer und engster Mitarbeiter von Adolf Eichmann.

Wisliceny war bis Oktober 1944 für die Deportation der slowakischen, griechischen und ungarischen Juden verantwortlich. Eine Frage an ihn: „Die von ihnen beschriebenen Aktionen betrafen etwa 450.000 Juden die aus Ungarn verschleppt wurden. Was Geschah mit den Juden?“ „Sie wurden Restlos nach Auschwitz gebracht und dort der Endlösung zugeführt.“ „Meinen Sie dass sie getötet wurden?“ „Ja. Mit Außnahme von etwa 25-30% die zu Arbeitszwecken verwendet wurden.“
In den Nürnberger Prozessen wurden Täter nicht nur mit ihren Verbrechen konfrontiert, es ging auch darum, begriffliche Verklärungen von Untaten aufzubrechen. Deshalb versuchten Ermittler und Ankläger, durch Zeugenaussagen und Verhöre die Tarnsprache der Nationalsozialisten zu entschlüsseln. Die Täter entstammten allen Bevölkerungsschichten – Soldaten, Bürokraten, Juristen und Ärzte wurden Teil der organisierten Menschenvernichtung. Die Tondokumente der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse zeigen: die Täter sind sich keiner Schuld bewusst & Reue ist von ihnen nicht zu erwarten.
  • 14.04.10 – Gespräch Heiner Müller – Alexander Kluge (1990)
Heiner Müller inszenierte 1989 am Berliner Ensemble einen ungekürzten siebeneinhalbstündigen Hamlet, weil sich in der deutschen Wiedervereinigung „die Verabschiedung des Prinzips Hamlet zugunsten der freien Marktwirtschaft“ vollzöge. Er vertieft im Gespräch mit Alexander Kluge die Parallelität zwischen dem Stück und der aktuellen Wirklichkeit. Das Gespräch geht dann um die Kundgebung vom 4. 11. 1989 auf dem Alexanderplatz. Im Verlauf der genauen Beschreibung der Umstände an diesem Tag (Wetter, Toiletten, Abfolge der Redner, Lautsprecheranlage) charakterisiert Heiner Müller, der als „Botschafter“ eine Resolution verlas, die Menschenmenge als etwas Tierisches, dem er nicht gewachsen ist und über das er zugleich seine Macht spürt. Gegen Ende des Gesprächs kommt Müller noch einmal auf sein zuvor schon angesprochenes Verständnis von Kunst zurück. Kunst entsteht aus „Einverständnis ohne Tabu“. Darum ist sie auch nicht „human“, und authentisch nur, wenn sie der von der pluralistischen Gesellschaft geforderten Sentimentalisierung widerstehe. Der Satz, daß es „gegen Auschwitz kein Argument“ gäbe, ist in diesem Zusammenhang der zwangsläufig befremdlichen Ausdrucksmittel von Kunst zu verstehen. Auf Alexander Kluges Frage nach dem revolutionären Charakter der Wiedervereinigung hebt Müller im Anschluß an Benjamin den historischen Bremscharakter von Revolutionen hervor.
  • 21.04.10 – Hagen Rether – Liebe Zwei (2007)
Klima, Religion, Wissenschaft, Politik, Alltagskultur. Streitbare weil polarisierende Ansichten liefert Hagen Rether. Dabei trifft er voll daneben & voll das Ziel – & uns. Zum Lachen ist eigentlich nur das Lachen der Lachenden. „Wenn Sie mal irgendwo nen Nazi treffen – reden Sie mit ihm. Sagen Sie: ‚Na Du Arschloch.‘ Ist total wichtig. Man muss reden mit denen. Über Argumente krischt man die immer. Doch. Doch. Probieren sie es aus. Nach drei vier Argumenten ihrereseits sagen die: och, so hab ich das ja noch nie gesehen. Kognitiv sind die wahnsinnig flink. Total wichtig.
Möllemann. Kommt immer einer nach von den Brandstiftern. Mach ich mir keine Sorgen. Gibt immerwelche. Kann der Oettinger eigentlich Fallschirmspringen? Müsste mal mit Schönbohm son Tandemsprung machen.“
  • 28.04.10 – Christoph Schlingensief – Lager ohne Grenzen (1999); Christoph Schlingensief – Freakstars3000 (Mutter sucht Schrauben) (2003)

Am 02. März 2010 wurde Christoph Schlingensief mit dem Helmut Käutner Preis versehen. Die Laudatio hielt Georg Seeßlen: „Der Künstler ist ein Mensch, der Dinge tut, die ihm vollkommen entsprechen. […] Die Kunst eines Christoph Schlingensief besteht nicht zuerst darin, mit den richtigen Mitteln die richtigen Aussagen zu treffen oder die richtigen Prozesse einzuleiten. Die Kunst des Christoph Schlingensief besteht darin, aus freien Stücken Christoph Schlingensief zu sein. (Apothekersohn und Künstler.) Das ist keine leichte Sache. Zum Zweiten bilde ich mir ein, dass jeder gute Künstler zurzeit ein Anarchist sein muss. Ich meine damit nicht, dass er Bomben werfen soll, ich meine auch nicht diesen wohlfeilen Anarchismus der Verhaltenscodes, nach dem schon ein Künstler ist, wer im selbstgestrickten Pullover erscheint, wo alle anderen schwarze Anzüge tragen. Ich meine damit, dass ein Künstler jemand ist, der in Staat und Gesellschaft weder die letzten noch die besten Institutionen für die fundamentalen Fragen der Menschen sieht. Ich meine auch, ein Künstler zurzeit ist ein Mensch, der den Kapitalismus nicht als beste und endgültige Form ansieht, die Beziehungen der Menschen untereinander zu regeln. Mein Künstler zurzeit jedenfalls sagt, dass der Sinn des Lebens nicht in der Regierbarkeit und nicht in der Marktfähigkeit des Menschen liegt.“ Mein idealer Künstler zur Zeit – sagt Seeßlen über Christoph Schlingensief.

„Der dressierte Mann“ hieß ein Buch von ihr, was Bestseller wurde. Bestseller jedoch weniger wegen der ernsten inhaltlichen Auseinandersetzung sondern vor allem wegen des Unterhaltungswertes. Und falls ihr Buch doch ernst genommen wurde, wie von Alice Schwarzer, kam die Antwort  „Sexistin“ und „Faschistin“ – wie Vilar in einem Fernsehduell von ihr genannt wurde. Die Herausgeberin der Emma kam auf die Idee das Wort „Frau“ durch das Wort „Jude“ oder „Neger“ zu ersetzen.

Der große Gewinn in den Abhandlungen von Esther Vilar liegt darin, Frauen (Kritik an heteronormativem Denken findet sich bei ihr leider noch nicht) als handelnde Subjekte zu sehen und nicht als Objekte in heteronormierten Gesellschaften.

Spannend ist ihre Auseinandersetzung zum Thema Freiheit und der Lust an der Unfreiheit (vielleicht hat sie ja auch nur von Foucault kopiert; über Foucault und den Iran übrigens lesenswertes bei nature morte). Vilar meint, die Lust an der Unfreiheit sei ein Thema, dass „man nicht wahrhaben möchte.“

Warum?
Einerseits aus Feigheit, andererseits ist, wer die Freiheit lebt, nicht unbedingt glücklich. Man ist glücklicher, wenn man sich unterordnet und einem System folgt, sich einer «Aufgabe» widmet. Wer frei ist, muss immer eigene Regeln aufstellen.

Sie reden von sich.
Ja, ich wollte wie ein freier Mensch leben, aber es ist mir nicht immer gelungen.

Was hat Sie unfrei gemacht?
Liebe zum Beispiel. Liebe macht immer unfrei. Das ist eine Religion mit der kleinstmöglichen Gemeinde. Gott und Anbeter im Verhältnis eins zu eins.

Kinder?
Natürlich machen Kinder unfrei. Aber einen neuen Menschen zu machen, ist das grösste Abenteuer überhaupt. Freiheit ist das wahnsinnige Problem von uns allen. Man wird ja religiös, weil man die Freiheit nicht aushält. (Quelle)

Provozierende Thesen von einer Frau die meint aufgrund von Morddrohungen gegen sie Deutschland wieder verlassen zu haben (im oben genanntem Interview verweist sie auf körperliche Angriffe gegen sie), wie zuvor ihre Eltern, die Nazideutschland hinter sich ließen und in Argentinien eine Heimat fanden.

Die Zustimmung die sie bislang erfuhr blieb gering. Vielleicht lässt sich so ihr kokettieren mit entgegengebrachter Zustimmung erklären. Nichts desto trotz sollten Vilars Gedanken kritisch konsumiert werden. Um der kleinen Lobeshymne über die selbsterklärte „Menschenrechtlerin“ etwas entgegenzusetzen, sei auf ein ungutes Gefühl verwiesen, dass es Vilar doch (nur) ums Geld ging/geht, oder wie lässt sich sonst erklären dass sie in so einer illustren Runde bei Maischberger auftaucht…

Wer sie im Interview hören möchte über ihr Buch „Der dressierte Mann“ möge ein Interview mit dem SR (1971) anhören. Dies wird es auch heute Abend bei IKL zu hören geben – auf Radio Corax per UKW im Raum Halle auf 95.9 oder per Stream.

jeweils kurz nach Mitternacht jede Nacht Mittwoch zu Donnerstag auf Radio Corax im Raum Halle/Magdeburg/Leipzig 95.9 FM oder per stream unter http://streaming.fueralle.org:8000/corax.mp3.m3u

03.03.10 – Max Goldt – Die CD Mit Dem Kaffeeringcover (oder: Lese Live 2) (1994)

10.03.10 – Esther Vilar – Die Erziehung der Engel (1998)

17.03.10 – Emile Zola – Nana (2003)

24.03.10 – Max Aub – Bittere Mandeln (2003)

31.03.10 – Udo Vetter – Vortrag auf 23. CCC zum Thema Hausdurchsuchung

Viel Spass wer es hört!

Heute Abend bei IKL zu hören. Daneben noch zwei weitere Stücke: Claudia Webers „Psychopair“ & Walter Moers „Fönig“. Hier ein Buch von Jürgen Roth, der zusammen mit Ror Wolf „Das langsame Erschlaffen der Kraefte“ produziert hat.

Zum Fussball, zum Sport: wusste bereits Robert Musil, dass es sich bei Kampfesspielen um Ausdruck eines feinst verteilten Hasses handelt (streitbare These), ist auch das Wettbewerbsprinzip und das Küren eines Meisters dem Sport inhärent. Ähnlich wie im Kapitalismus geht es darum Gerechtigkeit zu erreichen, indem jedeR optimiert um weiterhin konkurrieren und mithalten zu können:

Dem Wettkampfsport liegt demnach eine Gerechtigkeitsauffassung zugrunde, nach der auf der Grundlage formal geregelter Austauschbeziehungen, individuelle Leistungen in Konkurrenz zu anderen Leistungen möglichst optimal gesteigert werden sollen. […]

Die Verallgemeinerung der Konkurrenz durch die rechtliche Freisetzung der Individuen wird von den Befürwortern dieser Gerechtigkeitsauffassung dadurch legitimiert, daß erst im Wettbewerb der sich gegenseitig herausfordernden und begrenzenden Interessen ein Höchstmaß an Produktivität und schöpferischer Initiative entsteht. Der einzelne Mensch mag moralisch gesehen „ein krummes Holz“ (Kant) sein. Eine Chance zu seiner Verbesserung liegt jedoch nach diesem Ansatz in der klugen Art seiner Vergesellschaftung. Wie durch eine „unsichtbare Hand“ (Adam Smith) werden die zum Teil widersprüchlichen Einzelinteressen aufeinander abgestimmt und gelenkt. Dabei bleibt den Beteiligten die Vernunft des Gesamtzusammenhanges verborgen und entfaltet sich gleichsam hinter ihrem Rücken. Doch im Sinne dieses Denkens entsteht daraus kein Widerspruch, da die Rationalität des Ganzen vollständig in der Rationalität der Einzelinteressen aufzugehen scheint – oder mit anderen Worten: wir konkurrieren uns empor! […]

Anstatt daß der einzelne seine Anlagen möglichst umfassend ausbilden und entwickeln kann, ist er aufgrund der allgemein vorherrschenden Konkurrenzbedingungen gezwungen, sich primär an den Erfordernissen der eigenen Selbsterhaltung auszurichten. Die Vernunft des Gesamtzusammenhanges erscheint vor diesem Hintergrund als Unvernunft selbst- und fremdausbeuterischer Einzelinteressen.

Wir konkurrieren uns nicht empor, sondern zugrunde!

Die positive Bedeutung der bedarfsorientierten Gerechtigkeitsvorstellung liegt in ihrem kritischen Gehalt. Marx erkennt, daß seine Forderung: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ unter kapitalistischen Produktionsbedingungen kaum realisierbar ist. (Quelle)

Heute Abend ab ca. 00:10 Uhr  ein Feature über Kannibalismus aus der alten und neuen Welt. Wie sagte der Kannibale von Rothenburg so schön:

„Ich fühlte mich total allein. Zuerst war der Vater weg, dann mein Bruder. Später ist meine Oma gestorben. Ich hab mir vorgestellt, dass einer bei mir sein soll, der mich nicht mehr verlässt. Schon als kleiner Junge träumte ich davon, Klassenkameraden zu schlachten. Es ging immer ums Ausweiden, Bauch aufschlitzen, Eingeweide rausnehmen. Ich hab es dann ja auch so gemacht.

[…] Es ging mir darum, ihn in mich aufzunehmen. Man kann es fast mit dem Abendmahl vergleichen.

[…] Mit jedem Bissen Fleisch ist die Erinnerung an den Kumpel, den ich mir immer gewünscht habe, gewachsen. […] Es war ein sehr erhabenes Gefühl, Zufriedenheit. Das ist etwas anderes als eine Liebesbeziehung. Das Gefühl kann man in anderer Form nicht erreichen.“ (Quelle)

Wie gesagt: bei IKL heute Nacht auf Radio Corax eine Auseinandersetzung mit u.a. der Frage was Organtransplantationen mit Kannibalismus zu tun haben könnten…

Verwiesen sei an dieser Stelle auf das kommende Stück was es bei IKL am Mittwoch kurz nach Mitternacht bei Radio Corax (zum Stream) zu hören geben wird. Es handelt sich dabei um ein Interview was die Jüdin & Antifaschistin im Jahr 2000 in Chicago für ein Fernsehteam gegeben hat. Dies wurde von Michael Farin & Katrin Seybold für den Hörfunk im Jahr 2006 bearbeitet.
Fittko erzählt darin über ihr Leben & die Selbstverständlichkeit ihrer Handlungen, die aus heutiger Betrachtung alles andere als selbstverständlich wirken. Sie half zusammen mit ihrem Mann über 100 Flüchtlingen über die Pyrenäen – unter ihnen Walter Benjamin, der kurz danach in einem Hotel auf der spanischen Seite sterben sollte.

Um wenigstens einige Intellektuelle und Künstler zu retten, hatten in die USA geflohene deutsche Sozialisten das ‚Emergency Rescue Committee‘ gegründet. Über einen alten Schmugglerpfad schleusten sie Schriftsteller, Nazigegner, Reichstagsabgeordnete, Ärzte und viele andere nach Portbou, Spanien. Ende 1941 wird Lisa und Hans Fittko der Aufenthalt in der Grenzregion untersagt. Ihre Flucht nach Kuba gelingt, später sogar, allerdings erst 1948, die Einreise in die USA, nach Chicago.

Wer das Stück am Mittwoch nicht hören kann, der sei verwiesen auf den Podcast des BR, von dem auch obiges Zitat stammt.

Mehr über die Person Lisa Fittko gibts unter anderem hier, wo sich u.a. auch eine pdf-Datei findet, mit deren Hilfe der Fluchtweg über die Berge selbst nachgegangen werden kann.

IKL – Februar 2010 jeweils Mittwoch ca. 24:10

03.02.10 – Regine Ahrem – Hofmanns Elixier (2005)

10.02.10 – Michael Farin/Katrin Seybold – Lisa Fittko-Chicago 2000 (2006)

17.02.10 – Andreas Weiser – Menschenfresser (2009)

24.02.10 – Walter Moers – Der Fönig (2008); Weber – Psychopair (2009); Ror Wolf/Jürgen Roth – Das langsame Erschlaffen der Kräfte (2006)

  • 03.02: Albert Hofmann, sagte Dinge wie „Es gibt Erlebnisse, über die zu sprechen die meisten Menschen sich scheuen, weil sie nicht in die Alltagswirklichkeit passen und sich einer verstandesmäßigen Erklärung entziehen.“ 102 Jahre sollte der LSD Entdecker alt werden, bis er vor zwei Jahren starb.
  • 10.02: Die Jüdin Lisa Fittko brachte, nachdem sie aus Deutschland vor den Nazis nach Frankreich geflohen war, gemeinsam mit ihrem Mann über 100 Menschen über die Grenze nach Spanien. Unter ihnen Walter Benjamin.
  • 17.02: Fressen und gefressen werden. Der Mensch ist was er isst. Sind die Anderen, die Barbaren, das Wilde? Über zu brechende Tabus. Kannibalische Neuigkeiten aus der alten und der neuen Welt.
  • 24.02: Klomarft & Friek. Einblick in eine psychopatische Welt und eine Agentur die Psychopaten überwacht. Ein Fussballspiel ist wie viele andere Fussballspiele – zumindest akustisch.

IKL – Januar 2010

06.01.10 – Alexander Kluge – Chronik der Gefühle – Der Lange Marsch des Urvertrauens (2009) Hörprobe Alexander Kluge

13.01.10 – Maximilian Schönherr – Die Stammheim Bänder (2008) Hörprobe Stammheimbänder

20.01.10 – George Orwell – 1984 (Teil I/II) (2003) Hörprobe 1984 Teil1

27.01.10 – George Orwell – 1984 (Teil II/II) (2003) Hörprobe 1984 Teil2

  • was lief 2009?

IKL-Mai 2009

06.05 – Ronald Steckel – Auschwitz. Stimmen. Die Ersten Frankfurter Auschwitzprozesse – 1/3 (2005)

13.05 – Ronald Steckel – Auschwitz. Stimmen. Die Ersten Frankfurter Auschwitzprozesse – 2/3 (2005)

20.05 – Ronald Steckel – Auschwitz. Stimmen. Die Ersten Frankfurter Auschwitzprozesse – 3/3 (2005)

27.05 –


IKL-Juni 2009

03.06 – Thea von Harbou – Metropolis (2001)

10.06 – Albert Ostermaier – Radio Noir (1999)

17.06 – Paul Plamper – Die Unmöglichen (2008)

24.06 – Michael Baute – Minutentexte (2008)


IKL-Juli 2009

01.07 – George Tabori – Mein Kampf (1988)

08.07 – Liquid Penguin Ensemble – Gras wachsen hören (2007)

15.07 – Rainer Werner Fassbinder – Ganz in Weiß (1970)

22.07 – Horst Bienek – Sechs Gramm Caratillo (1960)

29.07 – Stanislaw Lem – Die Sterntagebücher (1968)


IKL-August 2009

[jeden Mittwoch 24:10 Uhr]

05.08.09 – Israel Zangwill – Der König der Schnorrer (1993)

12.08.09 – Jakob Arjouni – Happy Birthday, Türke! (1989)

19.08.09 – Wolfgang Borchert – Draußen vor der Tür (1947)

26.08.09 – Roald Dahl – Der Weg Zum Himmel (1978)

  • König
  • Krimi
  • Krieg
  • Kurzgeschichte

IKL-September 2009

[jeweils Mittwoch ca. 24:10 Uhr]

02.09.09 – Bertolt Brecht – Mutter Courage und ihre Kinder (1949)

09.09.09 – Jakob Arjouni – Kismet (2002)

16.09.09 – Marc Levy – Solange Du da bist (2002)

23.09.09 – Max Aub – Theater der Hoffnung (2000)

30.09.09 – Theodor Plievier – Stalingrad (1953)

  • brechtsches Antikriegsstück
  • klassischer Krimi (spielend in Frankfurt/Main)
  • unsichtbare Krankenschwester (und Liebesgeschichte zugleich)
  • spanische (Bürger- & Nach-)-Kriegszeit und
  • nochmals Krieg (und die Stadt die Synonym geworden ist mit „Deutschland Katastrophenstaat“)

IKL-Oktober 2009

07.10 – George Orwell – Farm der Tiere (1981)

14.10 – Max Aub – Am Ende der Flucht (2002)

21.10 – Thea Dorn – Marleni (1998)

28.10 – William Golding – Herr der Fliegen (1996)

  • wie ein Schwein Führer wird
  • authentischer Bericht über den spanischen Bürgerkrieg
  • die Schauspielerin Dietrich trifft nach dem Kriegsgeschäft die Riefenstahl in Paris…
  • eine Gruppe Jugendliche nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel…

IKL-November 2009

04.11 – Christoph Schlingensief – Rocky Dutschke (1997)

11.11 – Christoph Schlingensief – Rosebud (2002)

18.11 – Fritz Lang/Thea von Harbou – M – Eine Stadt sucht einen Mörder (2003)

25.11 – Ingeborg Bachmann – Der gute Gott von Manhatten (Teil 1) (1957)

  • am 04.11 dem Hörspiel einer schlingensiefsche Hörspielproduktion beiwohnen „irgendwas stört mich hier“, inkl. Gesellschaftskritik Dutschkes
  • am 11.11 nochmal Schlingensief – ein laut Selbstaussage „kryptisches Hörspiel – die Geschichte eines deutschen Großverlegers, die Geschichte des deutschen Theaters, und die Geschichte der Berliner Republik“
  • am 18.11 ein Klassiker der Filmgeschichte in einer aktuellen Hörspielproduktion
  • am 25.11 über den „guten Gott der Eichhörnchen“; 1959 wurde Bachmann für das Hörspiel mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet

IKL-Dezember 2009

02.12 – Ingeborg Bachmann – Der gute Gott von Manhatten (Teil 2) (1957)

09.12 – Inka Bach – Hesel – Eine anarchistische Übung (1992)

16.12 – Max Goldt – Die Radiotrinkerin & Die legendäre letzte Zigarette (1990)

23.12 – Schorsch Kamerun – Eisstadt (2005)

30.12 – Günther Eich – Das Jahr Lazertis (1954)

  • am 02.12 zweiter Teil über Moral, eine zufällige Liebesgeschichte und den „guten Gott der Eichhörnchen“
  • am 09.12 Hesel in den terroristischen Wirren der BRD und ihrem Leben abseits dessen
  • am 16.12 Max Goldt’s sich im Radio für die ZuhörerInnen betrinkende Frau mit den klimpernden Armreifen
  • am 23.12 Flüchtlingspolitik und Menschenschicksale
  • am 30.12 ein Mann verlässt das Bett und trifft auf der Straße einen Mann der das Glück verkauft…