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Category Archives: leitmedien

In Dresden sind am 12. Februar, einen Tag vor dem großen Zerstörungs-Erinnerungsgedenken, Nazis marschiert. Menschen die dies zu verhindern suchten wurden aus dem Weg geräumt.

Dresden_Nazifrei_27_b-ikl959(unbearbeitet-src)

Am nächsten Tag (13.03.2014) gedachten die Nazis Hand in Hand bzw. Arm in Arm mit den gedenkenden Bürgern der Stadt – mehr als ideologische Übereinstimmung auf Augenhöhe?

BgYUU8UCUAAN8ka(Oberbürgermeisterin der Stadt Dresden Arm in Arm mit einem bekennenden Neonazi, src twitter)

Protest hatte es in Dresden bereits im Vorfeld der Zerstörungserinnerung gegeben, so wurde u.a. das Mahnmal auf dem Heidefriedhof mit einem Spruch versucht umzumodellieren, die Bussmannkapelle in der Innenstadt mit Farbeiern versehen. Doch 2014 ist deutlich eine veränderte Strategie der Neonazis mit der Inszenierung in Dresden zu sehen – mit keinem schlechten Erfolg für sie. Erschreckend aber nicht unerwartet. Bleibt abzuwarten ob & wie das offizielle Gedenken es schafft sich zukünftig von diesen abzugrenzen.

simpsons_valentines-day-ikl959.comWie siehts es aus in Sachen Liebe & Valentinstag? Manchmal ist eher Angst…simpsons_valentines-day02-ikl959.com(src: Simpsons S25E11)

Die Nazis hatten bereits 1945 damit begonnen von der „Sinnlosigkeit und der Unmenschlichkeit“ der Bombardierung zu sprechen, zu DDR-Zeiten galt es – die anti-imperialistische Keule schwingend – Dresden zu einem Mythos zu stilisieren (wie auch Ulrike Meinhof es tat). Die SED inszenierte das Gedenken feierlich am Ort der Zerstörung (click4pic), noch heute beherrscht die gedenkenden Bürgerinnen und Bürgern der wieder-aufgebauten-Stadt einhellig die Überzeugung von der Sinnlosigkeit der Zerstörung.

„Nie wieder Ami-Bomben auf unsere Städte“ fordert das unten befindliche Plakat aus der DDR. Eine Forderung ähnlich klingend jener pazifistisch gekleideten Absage an den Krieg gegen Deutsche. Dabei formulierte ugly-dresden schon vor einer Weile treffend:

Die Katastrophe war für sie nicht die Ermordung ihrer jüdischen NachbarInnen, die sie durchführten, sondern die Umsiedlung der Deutschen („Vertreibung“); der Zivilisationsbruch nicht die rauchenden Schornsteine von Auschwitz, sondern die Bombardierung von Dresden. (src)

Gewiss, das unten befindliche Plakat aus DDR-Zeiten ist ein Produkt seiner Zeit. Doch nicht nur der Kalte Krieg hat eine Portion Antiamerikanismus beigetragen. Der Friedensgruß mit dem ausgestreckten rechten Arm hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem Gruß der Vergangenheit, könnte man meinen.

dresden_ruft_ikl959.comDresden ruft – All unsere Kraft FÜR DIE ERHALTUNG DES FRIEDENS FÜR VEREINIGUNG UND AUFBAU unserer Heimat!

Nicht nur in seiner Bildsprache findet sich eine Analogie zum blonden NS-Deutschen, auch der Bezug auf die Heimat, die mit voller Kraft einem neuen Zeitalter entgegen geführt werden soll, klingt vertraut. Ebenso die Erwähnung von Frieden und Vereinigung gab es wenige Jahre zuvor (noch nach dem Münchner Abkommen 1938 wurde Hitler als Friedenskanzler gefeiert, der alle Deutschen sammele). Neu ist das Wort Aufbau, welches der scheinbar blindwütigen Zerstörung der Amerikaner und Engländer folgen muss (geschwiegen wird bis heute von den Bombardements durch sowjetische Flugzeuge).

Dabei ist der Krieg 1945 ein totaler geworden – ganz im Sinn der Deutschen. Jeder als Arier rassifizierte war Teil des deutschen Volkskörpers; & eben jenen galt es gegen die angeblichen „Untermenschen aus dem Osten“ und die „verkommene amerikanische Kultur“ zu schützen. Nach der Naziideologie schien die Vernichtung besser als alles sonst. Ein Beleg dieser militarisierten großdeutschen Gesellschaft ist der Volkssturm oder etwa die Hitlerjungend, die noch 1945 singend und bewaffnet den anrückenden amerikanischen und russischen Truppen entgegen marschierten.

Indes ließ keine blinde Zerstörungswut die Alliierten die Angriffe gegen deutsche Städte fliegen (fast die Hälfte der britischen Flugzeugbesatzung kam nicht mehr lebend zurück) sondern die ihnen entgegengebrachte Absage einer Kapitulation.

The cost of the US tactical and strategic air war against Germany was 18,400 aircraft lost in combat, 51,000 dead, 30,000 POWs, and 13,000 wounded. (src)

Etwa 160.000 Mann alliierte Flugzeugbesatzung verloren während des Zweiten Weltkrieg ihr Leben (src). Die Unfähigkeit der fallenden Bombe wem auf den Kopf zu fallen und wen zu töten konnte im Gedenken niemals zu einer Läuterung führen – es ist das Erinnern an eine Zerstörung welches nur Opfer kennt. Ist eine Selektion, wonach verlangt wird? Alte, Kinder und Frauen vom Sterben aussparen? Das was die Bomben nicht zu leisten im Stande waren wurde in den Vernichtungslagern zuvor bewusst zum Instrument – Alte, Frauen und Kinder gehörten zu den ersten Opfern auf den Listen und in den Massengräbern.

Das heutige offizielle wie auch das Nazi-Gedenken in Dresden an die Bombardierung NS-Dresdens war und ist stets eines was an die deutschen Opfer erinnert – von deutschen Tätern oder gar alliierten Opfern wird geschwiegen. Dabei wird die Stadt personifiziert und ebenfalls zum Opfer gemacht – das Kollektiv auch nach 1945 zur Rettung vor persönlicher Verantwortung.

Nachdem der Endsieg nicht mehr erreicht werden konnte, verlangte die Nazi-Führung kämpfend und mit erhobenem Haupt in den Untergang zu marschieren – so kam es. Die Sinnlosigkeit liegt nicht in der Bombardierung Dresdens und anderer deutscher Städte sondern dem (gegen alle Umstände zum Trotz) Festhalten an der Nazi-Ideologie.

Dresden im Erinnerungtaumel 2014 – inklusive NeoNazis, Überlebenden Bürgern und Antifaticker.

Braunkohle aus der Region gab es mal vor paar Jahren bissel intensiver (sehenswertes über die Situation in Espenhain im Jahr 1990 bei Spiegel-TV zu finden) als heute, auch wenn immer noch gebaggert und verbrannt wird.kraftwerk_lippendorf_ikl959(im Süden Leipzigs)

„Schreiben Sie von denen, die daheim geblieben sind, … der arbeitenden Bevölkerung, die nicht mitdemonstriert hat … Schreiben Sie von sich und Ihrer innersten Sehnsucht und Schwäche oder schreiben Sie von den daheim Gebliebenen, Heimgefahrenen, Gleichgültigen – (schaut den Schriftsteller an, weich) aber schreiben Sie nicht von den wenigen, die handeln – (kleine Pause) – das kann ich nicht senden (Pause …)“.

(src; aus: „Furcht und Hoffnung der BRD“ von Franz Xaver Kroetz, 1983)

In Sachsen wird sie formiert, die RSU.

Die Regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanie.

Hauptauftrag der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie (RSU) ist die Verstärkung der aktiven Truppe im Wach- und Sicherungsdienst für militärische Anlagen und der Infrastruktur. Darüber hinaus können sie Aufgaben im Rahmen des zivilen Katastrophenschutzes übernehmen. So sollen sie zum militärischen Anteil der „gesamtgesellschaftlichen Aufgabe Heimatschutz“ beisteuern. (src, via)

35_jahre_ddr-heimat_schützenGabs auch mal zu Zeit der DDR (hier 35 Jahre alt; heute seltsam wirkendes Bild aus einem Bildband), den Heimatschutz. Sah in Wirklichkeit militärischer aus & agierte auch so. Die Heimat politisiert, der individuelle Bezug kollektiviert. Auch wenn schon immer das heimatliche Kollektiv erwählt war und/oder erwählt wurde – die Aufgabe war stets gesamtgesellschaftlich, quasi klassenlos.

Der Begriff „Heimatschutz“ wird in der Öffentlichkeit zwar häufig als Synonym zu „Katastrophenschutz“ verwendet, geht aber über diesen weit hinaus. Die Konzeption der Reserve definiert Heimatschutz als „Verteidigungsaufgaben auf deutschem Hoheitsgebiet sowie Amtshilfe in Fällen von Naturkatastrophen und schweren Unglücksfällen, zum Schutz kritischer Infrastruktur und bei innerem Notstand“. Damit ist das gesamte Spektrum militärischen Einsatzes abgedeckt. […] Derzeit weniger wahrscheinliche, aber mittel- und langfristig nicht auszuschließende Veränderungen der sicherheitspolitischen Lage machen eine umfassende Sicherheitsvorsorge notwendig, die auch in den Verteidigungspolitischen Richtlinien vom 27. Mai 2011 herausgestellt wurde. Der nicht auszuschließende Eintritt einer Situation der Bündnis- bzw. Landesverteidigung erfordert dafür unter anderem eine erhöhte Aufwuchsfähigkeit, die in kurz-, mittel- und langfristigen Aufwuchs unterscheidet. Dem trägt die Aufteilung in Truppenreserve, Territoriale Reserve und Allgemeine Reserve Rechnung. Als neue Elemente der Territorialen Reserve werden in der Streitkräftebasis unter Führung der Landeskommandos nach regionalem Aufkommen Regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte aufgestellt. Diese sind zur Entlastung der aktiven Truppe im Heimatschutz vorgesehen. […] Heimatschutz als gesamtstaatliche Aufgabe bedingt ein Länder und Ressort übergreifendes, kohärentes Vorgehen unter Zusammenwirken aller vorhandenen Instrumente. Bestimmungsgemäß umfassen die Zuständigkeiten des Bundesministeriums des Innern und des Bundesministeriums der Verteidigung Kernbereiche dieser gesamtstaatlichen Aufgabe. (src ist Anfrage Jan van Akens an die Bundesregierung und deren Antwort)

Irgendwie liest sich das nach mehr Bundeswehreinsatz im Inneren – mit Hilfe der RSU. Personell wird zukünftig sicher noch aufgerüstet werden – im April 2013 lag die Personalstärke des RSU bundesweit bei etwa 1000 Mann.

Teil 8 hier zu finden

  • BR2: Michel Foucault – Was macht Macht (22 Min.) (download) (via)
  • BR2: Ein Fest gegen die BRD – Münchner Jugendrevolte Freizeit ’81 (53 Min.) (download) (via)
  • SWR2: Veganismus – Was macht Menschen zu Veganern? (44 Min.) (download)
  • SWR2: Allein mit Allen – Das Ich in seinen Netzen (44 Min.) (mit u.a. Konrad Paul Liessmann) (download)
  • HR2: Über das Hören (15 Min.) (download)
  • HR2: Männerquote und Emanzipation (14 Min.) (download)
  • NDR: Ich habs getan – Der lange Abschied vom ungeborenen Kind (25 Min.) (download)
  • HR2: Doppelkopf: Peter Bieri & die Würde (47 Min.) (download)
  • D-Radio-Wissen: Ökonomie – Zehn Mythen der Krise (Referat Heiner Flassbeck) (42 Min.) (download)

Es folgt der obligatorische Hinweis, dass einiges sowohl in seiner inhaltlichen Ausrichtung als auch der Form nach durchaus kritikwürdig ist.

Das Leben in der Stadt – weniger Platz für Tiere und Menschen? Naja, die Nischen werden gesucht. Einige mit der Zeit genommen, wie u.a. das von der Räumung bedrohte Projekt „Rote Flora“ in Hamburg. Heute sind einige tausend Menschen unterwegs, in der Hansestadt, um ihren Unmut darüber auf die Straße zu tragen. Doch genau diese ist zu einem Rechts-freien-Raum geworden. Es wurde ein Ausnahmezustand verhängt. Menschen können & werden ohne Verdacht von der Exekutive kontrolliert, Platz-verwiesen oder verhaftet aka gewahrsamgenommen (welt.de). Was wird heute in Hamburg noch alles passieren?

Ein paar Stadtfüchse begannen im Sommer nach Einbruch der Dämmerung miteinander zu spielen, sich im Sand zu wälzen, Mülltonnen zu plündern. Auf etwa einen Meter konnten wir uns den (gar nicht mehr so wild erscheinenden) Wildtieren nähern. fox-vs-light(Illuminated fox, seen in Dresden; click pic to enlarge)

Dazu fiel mir das Lied von Shaban & Käptn Peng ein:shaban_käptn-peng-sie_mögen_sichListen it on yt.

„Mein wahres Wesen ist kein Fuchswesen.“

Die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e. V. stellte jüngst auf einer Pressekonferenz ein neues Brandgutachten vor. Es ist als ein erneuter Versuch zu sehen, das Verfahren über den in einer Polizeizelle verbrannten Menschen ernsthafter ins Rollen zu bringen. Zu groß ist der Zweifel an der offiziell verlautbarten Version, zu groß die Zufälle (siehe/lies den Post über einen weiteren toten Menschen – Mario Bichtemann – im Polizeirevier in Dessau in der selben Zelle mit den selben beteiligten Beamten etwa ein Jahr zuvor!).

Laut den Unterstützer*innen zeigt das im Auftrag der Initiative in Großbritannien erstellte Gutachten, dass die Behauptung nicht haltbar sei, Jalloh habe sich im Januar 2005 in seiner Zelle selbst angezündet – mit gefesselten Händen auf einer feuerfesten Matratze.

yt_jalloh_inititative-neue_beweise_2013(hier ansehen)

Der Tod Oury Jalloh’s und die darauf folgende juristische Bearbeitung bleibt ein Skandal – sowohl wegen seiner anfänglichen Voreingenommenheit der Ermittlungsbehörden als auch der Prozessabläufe, welche die Rechtsstaatlichkeit soweit hinter liefen, dass 2009 ein Richter in Dessau wegen der widersprüchlichen und falschen Aussagen der Beamten ein Urteil ablehnte (siehe MZ 2011). Es ist zu hoffen, dass die jetzt von der Initiative vorgelegten Beweise und das Gutachten ergebnisoffen in die kommenden Untersuchungen/Verhandlungen einbezogen werden.

Das Thematisieren von angewandter Überwachung durch staatliche Organisationen, welche zuletzt aufgrund einiger Ereignisse (etwa das intensive Mithören/-tagging von Kommunikation/sdaten) durch die Medien gingen, ist eines. Der Grund, weshalb dies zum Thema werden konnte war das Veruntreuen von Dokumenten aus behördlichen Einrichtungen und deren Veröffentlichung. Letzteres – weil es gegen den Willen der Institution war – der Moment, welcher tatsächlich einen Einblick in die täglichen Abgründe zu ermöglichen schien und scheint. Unangenehm bleibt im Nachhinein das Gefühl sowohl für die staatliche Führung als auch den Staatsbürger wenn privates öffentlich wird. Nur haben letztere ein Recht auf Privatsphäre – in rechtsstaatlichen Gebilden ist dies formell verankert.

public_vs_privateAndererseits ist das Phänomen des Leak kein neues – weitere Fälle von Whistleblowing hier (vom Lastwagenfahrer bis zum Diplomaten). Nichtsdesto trotz ist das ungenehmigte Veröffentlichen noch heute ein wirkungsmächtiges Instrument um nicht nur politische Debatten anzustoßen und zu verstärken. Dies wird auch im Film über den Edward Snowden e.g. Bradley aka Chelsea Manning der 1970er Jahre deutlich –  Daniel Ellsberg.

daniel_ellsberg_(Daniel Ellsberg)

Damals – während der 1960er – gab es einen Krieg in Vietnam welcher für die amerikanische Regierung länger dauerte als lieb war und die Kriegs-Opposition mit jedem weiteren Monat stärkte. Die Verlautbarungen der Regierenden waren über die Regierungswechsel hinweg nicht mit dem identisch was inoffiziell schon anerkannt war und verhandelt wurde. Ein junger Mann mit Namen Ellsberg vermochte es einen ganzen Haufen Akten aus dem Pentagon zu kopieren und an Publikationsorgane weiter zu geben.

Die Dokumentation „The Most Dangerous Man In America“ vollzieht die Geschichte und Entscheidung Ellsbergs zu diesem Schritt und seine Motivation nach. Der Film macht auf englisch um einiges mehr Sinn als die deutsche Synchronisierung, da der Hauptprotagonist schließlich den Zuschauenden selbst über sich und die Ereignisse berichtet. (klick here; 93 Min, eng)

Eine Einschätzung der jüngsten Leaks durch Daniel Ellsberg findet sich im Guardian unter dem Titel United Stasi of America. Darin:

[…] The NSA, FBI and CIA have, with the new digital technology, surveillance powers over our own citizens that the Stasi – the secret police in the former „democratic republic“ of East Germany – could scarcely have dreamed of. Snowden reveals that the so-called intelligence community has become the United Stasi of America. […] (src)

Provokation mithilfe der Übertragung von vermeintlich genuin kommunistischen aka staatssozialistischen Repressions- und Überwachungsmethoden auf die Vereinigten Staaten von Amerika das Stilmittel? Am Ende gar eine (altersbedingte) Enttäuschung welche zu radikalen Vergleichen verleitet? Schließlich wurde Ellsberg damals, 1973, – im Gegensatz zu Manning heute – für sein Vergehen freigesprochen. Der heute über 80 jährige animierte bis zuletzt zu Leaks und beteiligte sich an diversen Protesten.

Noch vor Beginn der viel beachteten Aufstände in der arabischen Welt (deren Beginn ab 2010 in Tunesien gesehen wird) gab es 2009 in Iran im Nachklang der Präsidentschaftswahlen monatelang Proteste (wiki). „The smell of burning garbage – it is the perfume of liberty“ so die Aussage eines Augenzeugen, die von Paolo Woods zitiert wird (video on vimeo, 13 Min.).

iran_green-wave_ Protest 2009.

Doch das Scheitern der Proteste 2009 ist Jahre her – der Duft der Freiheit verzogen. Ahmadinejad seit diesem Jahr nicht mehr an der Macht. Die neue Regierung weckte – vor allem im Westen – neue Hoffnungen. Fraglich ob diese gerechtfertigt sind oder mehr vom sehen-wollen geprägt sind. Die derzeitigen Ereignisse in Iran heute sind weniger von öffentlichen Protesten als von staatlicher Härte geprägt. Das Land soll nach China die meisten Hinrichtungen zu verzeichnen haben, über 500 in diesem Jahr. Dabei wurden einige der Verurteilten auch an öffentlichen Plätzen oder Sportstadien aufgehängt. Der häufigste Grund weshalb Menschen in Iran exekutiert werden: ein Drogendelikt (ai-report2011). Einer der zuletzt an einem Kran Erhängten überlebte die Hinrichtung:

Laut iranischen Quellen, verbrachte der Mann vergangene Woche 12 Minuten in einer Schlinge baumelnd an einem Kran in einem Gefängnisvorhof in der nordöstlichen Stadt Bojnurd und ein Arzt erklärte ihn für tot. Aber am nächsten Tag entdeckte das Personal in der Gefängnis-Leichenhalle, dass er noch atmete, als die Familie auf dem Weg war, seinen Körper mitzunehmen. Die Quellen sagten, dass der vorsitzende Richter befahl, ihn in ein Krankenhaus zu bringen, um ihn nach seiner Genesung erneut zu hängen. Das medizinische Personal bestätige, dass sein Gesundheitszustand dafür gut genug sei. (src)

Ob er tatsächlich nochmals gehängt wird, wurde von staatlicher Seite angeblich bereits in Frage gestellt (taz). Fraglos indes, dass auch zukünftig in der islamischen Republik Menschen an Baukränen baumelnd ihren Tod finden werden.

 

teil 7 hier zu finden

  • Vortrag von Stephan Grigat – Politische Ökonomie des Antisemitismus download (via)
  • WDR: Heinrich Schöpe sammelte auf dem Weg zur Schule Flugblätter der Alliierten. (download)
  • WDR: Atomenergie-Verräter aka Spion und Held Klaus Fuchs (download)
  • SWR2: Petra Kelly (27 Min.) Die grünste Grüne, oder so. Ihr & Bastians Tod trugen zum Mythos Kelly bei. (download)
  • SWR2: Buchenwälder in Europa (27 Min.) (download)
  • NDR: Margarethe von Trotta, Filmemacherin (download)
  • SWR2: Christen im Nahen Osten (download)
  • DLF: 1933 tritt die deutsche Volksgemeinschaft aus dem Bund der Völker aus (download) (via)
  • B5: Gewalt gegen Frauen in Indien (download)

In Folge vielleicht mal wieder öfter Hinweise auf Hoerenswertes (wobei auch hier wieder darauf hin zu weisen ist, dass einige Sachen, wie etwa der Bericht über Frauen in Indien, in ihrer Haltung/Botschaft durchaus kritikwürdig sind)

Während sich in Leipzig zu einer Soli-Demo zu den Protesten in Istanbul  (welche gegen die geplante Einebnung eines Parkes zugunsten eines Kaufhauses begannen, schell zu einer Partei übergreifenden Regierungsopposition heran wuchsen) weniger Menschen zusammen fanden als bei einem wenige Tage später in Leipzig stattfindenden Michael-Jackson-Gedenkmarsch ist die Situation in der Türkei derzeit durchaus interessant.

kadnilar

Sie zeigt wie die Protestbewegung aussah, wogegen der türkische Staat so rigoros vorging (vier tote Zivilisten, ein toter Polizist; über 8000 verletzte Demonstrierende, etwa 3300 Verhaftungen). Derzeit jedenfalls wehrt sich die Regierung der Türkei mit Verhaftungs- und Anklagewellen gegen organisierte Menschen, wie hier nachzulesen ist.

Bei google aka yt ein sehenwerter Einblick in 14 Tage Ausnahmezustand zu finden (via).

istan_rise

Es geht um die Besetzung des Parkes (also die Zeit vor dessen Räumung vor knapp einem Monat, Mitte Juni;

park_juno

Claudia Roth weiß aus eigener Erfahrung und Augenzeugenschaft einiges zu berichten siehe hier) und die sich herausbildenden Organisationsstadien und das selbstbewusste Auftreten. Es zeigt einprägsam was hiesige Protestbewegungen erfolgreicher und lauter machen könnte: eine breite Solidaritätswelle der Bevölkerung – auch ältere Mitbürger gebärden sich rebellisch; wenige/viele Entschlossene; ein wenig Volksfeststimmung

volksbeweg

Unternehmungsgeist; Trommeln und Töpfe zum rhythmisieren & einiges mehr; wie

festung

(a) das Gefühl an etwas Aufregendem und Nachhaltigem mitzuwirken, 

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(b) eine Revolution zu starten oder mitten drin zu sein oder (c) religiöse/soziale/kulturelle/politische Fragen); der Film lässt ein wenig Interpretationsspielraum und wird dadurch interessant.

Derzeit jedenfalls ereignen sich scheinbar repressive Dinge – vor allem der juristische Hebel wird derzeit gedrückt, um das eigene entschiedene Handeln im Nachhinein zu legitimieren und eine weitere Organisierung von Protest und ein weiteres Aufflackern der wütenden Rebellion zu unterbinden.

ours

11.07.2013: Der Gezi-Park wurde inzwischen wieder eröffnet, und seit Dienstag stellen Stadtbedienstete jeden Abend Dutzende Tische auf dem Taksim-Platz auf, wo sie zum Fastenbrechen Hunderte Menschen mit Reis, Hühnchen und süßem Gebäck bewirten. Ein festliches Bild und eine alte Sitte zur wohltätigen Speisung der Armen, der in Istanbul auf rund 50 öffentlichen Plätzen mit Steuermitteln nachgekommen wird. Doch bedürftige Anwohner aus dem Viertel Beyoglu finden keinen Platz an den Tischen, die besetzt sind von gutbürgerlichen Familien und Freundeskreisen aus den konservativ-islamischen Vororten Istanbuls. (src)

Ein Einblick in die Vergangenheit um zu verstehen was Momentan passiert – das Heute bricht sich an dem (verklärten) Aktionismus vergangener Tage…
gezi

Ein erneuter Verweis auf eine Dokumentation. Sie hat den Titel: „Hausbesetzer in Kreuzberg. Im Turm.“

Es ist eine Reise in eine Zeit vor etwa 30 Jahren, was jedoch eher wie 50 erscheint – sehr viel hat sich geändert mit dem Verschwinden der DDR (aber auch der vorpersonalcomputerisierten Welt). Die Freien Räume die es mal an der Mauer, besser: in deren Schatten auf der Westseite gab, sind verschwunden (angefangen vom Kubat-Dreieck bis hin zur privaten hinter-Mauer-Romantik). mom_with_child.ikl959Die Dokumentation von Backes, welcher die Haus-Besetzer-Szene in Berlin-Kreuzberg (54% der Berliner hatten damals angeblich Verständnis für die Aktivisten) zeigt, bietet einen unvermittelten Einblick in den Alltag der Hausbewohner, steht wegen der Nähe sogar vor dem vorzeitigem Abbruch. Der Alltag ist wie der Film nicht immer spannend, nichts desto trotz finden einige Aspekte Erwähnung (wie etwa dass die Bewohner Häuser bewohnen welche für preussische Offiziere gebaut wurden, selbst jedoch Sozialhilfe beziehen oder studieren) die für die heutige Auseinandersetzung mit dem Thema relevant sein könnten. „Zusammen lieben, lachen, kämpfen“ ist eine der Handlungsmaximen der Bewohner – das Kollektiv gegen das Kollektiv – und scheint wie einem Märchenbuch entnommen. Dass keine heile Welt herrscht in dem genommenen und selbstbestimmten Haus wird offenbar. Dies liegt jedoch nicht nur an dem Innen, auch an dem Außen. So wird etwa gesprochen über Gewalt, über die Konzentration von chemischen Stoffen im Wasser der ~werfer der Polizei. der_staat_sagt_halt_ikl959.comDie Dokumentation zeigt gemeinsame Träume & Ängste & Utopien und stellte unwillkürlich die Frage nach deren Wirksamkeit und Ausdruck heute. 90 besetzte Häuser gab es damals in Berlin-West und es war etwas, womit sich die Stadt durchaus ein wenig  schmückte. „Instandbesetzt“…

instandbesetzt_ikl959Die Bezugnahme auf eine Studie aus der Schweiz ist in ihrer Analyse scheinbar noch immer aktuell. Die Experten schrieben 1981:

Wir können die Augen nicht davor verschließen, dass die gewalttätigen Jugendlichen in einer Welt aufwachsen, in der sie dauernd mit Gewalt, auch mit legitimierter Gewalt, konfrontiert sind. Am Fuße des NKZ, des Neuen Kreuzberger Zentrums, steht: „Schade, daß Beton nicht brennt.“

Hausbesetzer in Kreuzberg. Im Turm (D 1981, ca. 55 Min.) von Wieland BackesDerzeit noch hier zu finden.

Ein sehenswerter, da in seiner Form und Umsetzung überaus ästhetisch und (manchmal alles andere als) kleinteilig, kritischer und fast zeitloser Film (der unausweichlich ein Abbild seiner Entstehungszeit ist, der jedoch die industriellen Prozesse und Entwicklungen markant heraus präpariert welche noch heute wirken) ist eine Dokumentation von Hartmut Bitomsky: Der VW-Komplex (1989). vw_komplex-das_volkswagen_werk_und_die_deutsche_arbeitsfrontEin Blick in die Vergangenheit und Anfänge der Autofabrik ist ebenso enthalten wie ein Blick in die Zukunft. In der Dokumentation von Bitomsky geht es um einen VW-Komplex – so wird auch die Architektur und Stadtplanung der (als wenig lebenswert dargestellten) Autostadt Wolfsburg gezeigt. In Analogie zu den ersten Filmaufnahmen der Cinematographie (Arbeiter verlassen die Fabrik, der Gebrüder Lumiere) werden Arbeiter beim Verlassen der VW-Fabrik Ende des 20. Jahrhundert gezeigt. Es scheint sich zunächst nichts geändert zu haben. Der Arbeiter wird gezeichnet im Spannungsverhältnis zwischen seinem Dasein als Individuum und der gesichtslosen arbeitenden Masse. Die Frage nach der Erwerbsarbeit und dem Verhältnis zu den Menschen entwickelt sich zu einer immer wieder zu findenden Fragestellung. Immer wieder wird auch das Spannungsverhältnis der stetigen Technisierung und Enthumanisierung der Industrie offenbart – der Mensch in Konkurrenz zur Maschine (oder umgekehrt?).

Die Werkstätigen sind VWs stärkste Kundenschicht. Ein Zehntel der Produktion geht an sie. Mit jedem Arbeitsplatz der irgendwo abgebaut wird geht ein potentieller Autokäufer verloren. […] Ein Verkehr lässt sich vorstellen, der Autofahrer nicht mehr benötigt, ebenso die Autofabrik, den Arbeiter. Es gibt den Zusammenhang von Autofahren und Industriearbeit.

Es verschwinden nicht nur die Arbeitsplätze, es verschwindet die Arbeit selbst. Was damit verloren geht ist noch gar nicht auszudenken. (src: VW-Komplex)

vw_komplex-kaefer_und_arbeiter_Gewiss ist die Diskussion um Erwerbsarbeit und Industrialisierung kein neues Themenfeld. Mit dem von heute aus gesehen Zeitsprung um über zwanzig Jahre zurück wird der offensichtliche Grad menschlicher Abhängigkeit (richtiger: der Industrieproduktion) von der Robotik um einiges eindrücklicher. In der Dokumentation werden die Besonderheit (die Nazis finanzierten sich über Anlagen von privaten Einzahlern ihre Kübelwagen für die Front; zunächst waren Zwangsarbeiter eine billige auszubeutende Arbeitskraft) und der spätere und anhaltende Erfolg des deutschen Projekts Volkswagen nach gezeichnet, hinterfragt, angedeutet. Film (D 1989, 90 Min.) derzeit noch hier zu finden.

Der Mythos um die Bombardierung der Stadt Dresden im Jahr 1945 ist so alt wie teilweise ungeheuerlich. Und das Gedenken daran bis heute umstritten. Die Gedenken müsste es wohl treffender formuliert werden, denn es gibt derer einige:

Aus Anlass der Bombenangriffe auf Dresden vom 13. bis 15. Februar 1945 und mit Blick auf die Geschichte unserer Stadt erinnern wir an die Opfer von Nationalsozialismus und Krieg. (src)

menschenkette_dresden_2013_ikl959(geplante Menschenkette über zwei Elbbrücken zum 13. Februar 2013 in Dresden)

Wir? Wir:

Die Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresden […] gemeinsam mit den Fraktionen des Stadtrates, Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft und Wissenschaft, Kultur, Sport,  Gewerkschaften und Kirchen, mit der Jüdischen Gemeinde und anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren [und, Anm.] alle Bürgerinnen und Bürger […]. Menschenkette am 13. Februar 2013 Auftakt 17.00 Uhr am Rathaus (Brunnen hinter dem Rathaus, gegenüber der Kreuzkirche) Zusammenschluss um 18.00 Uhr (src)

Es soll ein Gedenken sein an die „Opfer des NS und des Krieges“. (waren nicht alle Opfer des Nationalsozialismus? – Nein.) Selbst bei den Toten wird kategorisiert – jedoch andere Kategorien als z.B. Jean Amery gefunden hat (s.u.). Die Sinnlosigkeit des Sterbens in diesem Krieg des deutschen Volkstaumels für eben jene idealisierte und ideologisierte völkische Einheit kristallisiert sich bis heute ungerechtfertigter Weise in dem Opfergedenken einiger Dresdner und angereister Revisionisten. Dieses Gedenken, welches zu oft nur im luftleeren Raum stattfindet bzw. die eigentlich von der Volksgemeinschaft  gestärkte ultimative Opferrolle (=deren Tod) der anders Definierten & Gekennzeichneten selbst einzunehmen gedenkt/eingenommen hat/einnimmt. Der als anders wahrgenommenen fremde Teil, ja zum Teil verfremdete Teil der Volksgemeinschaft, wird dem eigenen Leid gleichgesetzt oder schlicht verneint. Jean Amery formulierte treffend:

“Da  und  dort  wird  vielleicht  jemand  einwenden, dass  auch  der  Frontsoldat ständig  [zu ergänzen wäre wohl: und auch die an der Heimatfront irgendwann, es war ein „totaler und radikaler Krieg“ – O-Ton-Goebbels – Anm.] vom  Tode umfangen war und dass darum der Tod im Lager nicht eigentlich einen spezifischen Charakter und eine unvergleichliche Problematik hatte. Muss ich erst noch sagen, dass dieser Vergleich untauglich ist? Der Soldat starb den Helden – oder Opfertod: der Häftling den des Schlachtviehs. Der Soldat wurde ins Feuer getrieben, und sein Leben war nicht viel wert, das ist wahr, dennoch war ihm vom Staate nicht das Sterben verordnet, sondern das Überstehen. Des Häftlings letzte Pflicht aber war der Tod.” (src)

Im Verbecherverlag jüngst ein Buch erschienen (fast schon zu spät), welches das Gedenken an die Bombardierung Dresdens ganz abschaffen möchte. Inhaltlich habe ich keinen Einblick genommen, die Textankündigung des Verlags lautet:

Dresden, imaginiert als die schöne, unschuldige Kunst- und Kulturstadt, ist das deutsche Opfernarrativ schlechthin – unnötig bombardiert, kurz vor Ende des Krieges mit »Hunderttausenden Toten«. Die alliierten Luftangriffe vom 13. bis 15. Februar 1945 bilden einen festen Bezugspunkt der Erinnerung und des Gedenkens in Dresden. Durch die Jahrzehnte war die Stadt Kulminationspunkt und Ausdruck jeweils aktueller Geschichtspolitik. Sie präsentiert sich als Symbol für Frieden und Versöhnung und inzwischen
sogar für wahrhaftiges Erinnern gegen geschichtsrevisionistische Nazis. Nicht zuletzt aufgrund des jährlichen Naziaufmarsches werden nun Mythen hinterfragt, Fakten erforscht und die  nationalsozialistische Geschichte Dresdens benannt. Aber reicht das? Muss nicht vielmehr das Gedenken selbst abgeschafft werden? Dieser Band sagt: ja! (src)

Soviel Geschichtsverdruss… Dabei würde vielleicht schon ein anderes Gedenken (inhaltlicher & formaler Art) reichen, oder gibt es etwas gegen denken gehen einzuwenden? Die victimisierte Haltung einiger erinnernder Versammlungen in der Stadt heute hätte vermutlich auch gut zum alljährliches Gedenken an der Ruine (=dem Opfer, dem Niederlagenresultat, der anschaulich gemachten Zerstörung) der Frauenkirche gepasst (dort wurden mit imperialismuskritischen Attitüden giftige Worte und Aussagen gegenüber dem sinnlosen anglo-amerikanischen Bombenterror verlautbart). So sah das alljährliches Gedenken zu DDR-Zeiten am Denkmals-Schuttberg  Frauenkirche während der 1980er aus:

_frauenkirche-dresden-ruine-1980er-ikl959.com

Heute sitzt & schlendert man wieder hindurch, durch die wieder aufgebaute Altstadt am Neumarkt. Man ist wieder drinnen, im warmen und bunten, musikalischeren (& auch wieder verkompletierten Bild) der barocken Stadt. Der Versuch heute etwas aus der Geschichte gelernt zu haben wird am deutlichsten in einer Kampagne, welche  Wörter stark machen will, schlicht: Werte einfordert über deren Inhalt und Definition sich lange diskutieren ließe.

13.februar-dresden_bekennt_farbe_ikl959(„13. Februar 2013 Mit Mut, Respekt und Toleranz – Dresden bekennt Farbe„, gesehn in Dresden)

Diese Kampagne der Stadt Dresden ist ein Signal. & es ist gleichzeitig schon im Vorhinein des 13. Februars ein Moment, der (Volks-?)Gemeinschaft suggeriert die so schon lange nicht mehr existiert. Und wenn: dann nur einmal im Jahr – am 13. Februar. Oder eben auch (in anderer Form) während des Jahre im nationalen scheinbar kollektiven Fußballtaumel. Das Gedenken an die Bombardierung Dresdens wird & sollte m.M.n. nicht in Vergessen geraten. Weshalb? Weil sich vor, aber auch nach der Bombardierung der Stadt die Spuren der massenhaften Menschenvernichtung der als minderwertig, gefährlich, rebellisch, schlicht: aus der Gesellschaft auzuschließender Elemente, finden ließ:

„[…] [Es] war mehr als eine Ironie des Schicksals, dass bei den Leichenverbrennungen nach den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 Überreste jener Wachmannschaften [unter der Bezeichnung SS Bataillon Streibel, Anm.] tätig waren, die die gleiche ‚Praxis‘ in den Vernichtungslagern der ‚Aktion Reinhardt‚ und nach den Massenerschießungen der ‚Aktion Erntefest‚ […] ausgeübt hatten.“

(Wolfgang Scheffler: Probleme der Holocaustforschung, S. 281; in: Deutsche Polen Juden, Berlin 1987)

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland. Der Tod wurde ein Meister wegen Deutschland. Der Tod wird kein Meister gegen Deutschland.

(part I 2013 hier; Dresden 2010; Dresden 2011, Dresden 2012, to be continued…)

i listened some MGMT & i liked it… (instead [or despite??] the one-hit-wonders; the audience looks dead – what did u expect? just another body-count with some handmade music…- enjoy!) (via t.r., thx!)
mgmt_live_letterman

13.feb.2010-dd_hansastr_ikl959_(Dresden Februar 2010, Hansastraße/Bischofsweg)

Wie siehts aus derzeit im Freistaat? Einige Urteile wurden gefällt. Auch in Zusammenhang mit den alljährlichen Ereignissen im Februar. Einiges erscheint leicht als der Versuch die Staatskasse aufgrund von Straf-Zahlungen von widerspänstigen Geistern finanziell zu bespülen; ach nein, es wird eingesperrt. Hinzukommen so Sachen wie die „Absprechung der Immunität von Abgeordneten“ (von Hahn bis Lichdi, um gegen jene ermitteln und ein Verfahren einleiten zu können) welche sich an den Protesten gegen den victimisierten Trauermarsch der Rassisten beteiligten. In Sachsen-Anhalts-Landeshauptstadt Magedburg verlief der Nazi-Marsch zuletzt nicht ganz unerfolgreich, siehe das Bild:magdeburg_nazidemo_route_2013_ikl959& die Naziroute hier; immerhin: weniger Innenstadt als die Jahre zuvor, doch ist das relevant?). Die Polizei musste den Nichtdemokraten ihr demokratisches Recht zugestehen & deren deutsche Weltanschauung sicher auf die Straße tragen.

Die Strategie scheint erkennbar: Nazis laufen lassen & Protestierende festsetzen/verhaften. Letzten Endes ja sogar nachvollziehbar – in der Öffentlichkeit taucht kaum etwas über verletzte Menschen durch einen Naziaufmarsches auf; statt dessen Berichte über gefrustete Gegendemonstranten bzw. die Versuche den Rassisten den Weg zu verbauen. All dies lässt erahnen wie sich Dresden in etwa einem Monat anfühlen könnte. Der Eventcharakter (und damit vielleicht sogar schon bedeutsam für Tourismus & sonstwas in der Barock-Stadt) hat sich die letzten Jahr gut entwickelt. Für die sächsische Landeshauptstadt ist es das Jahres-Großereignis; (die Menschenanzahl die sich im Stadtgebiet bewegte findet sich sonst nur bei Fussballnationalspielen mit deutscher Beteiligung; 2010 wurde der große Februar-Umzug der aus ganz Europa angereisten Trauermärschler durch die Stadt erstmals verhindert – am wenigsten durch die bürgerliche Veranstaltung der Stadt jenseits der Elbe, sondern durch die massenhaft – auch von Auswärts angereisten – in der Kälte harrenden Blockierer & spazierenden Anwesenden diesseits der Elbe – Fussballspielen hätte vielleicht dem ein oder anderen besser getan, vor lauter Langweile) 13.feb.2010-dd_ikl959(Friedensstr., Dresden Februar 2010)

Wie wirds 2013 in Dresden aussehen? Einfach, wichtig und richtig bleibt die Kritik & das Mobilisierungspotential gegen den Braun-gefärbten Umzug in Dresden, schon weil das über die Jahre zu einem Event geworden ist an dem Niemand fehlen sollte. Oder so… „Naiv“ und „seltsam komisch“ erscheint im Rückblick ein Foto aus dem Jahr 2010 (unbekannt da noch die Ereignisse um die zur Tat schreitenden mordenden nationalen Untergründler, von einigen Publikationsorganen nichts weniger als diffamierend als „Dönermorde“ bezeichnet…):13.feb.2010-dd_nazis_essen_heiml.doener_ikl959to be continued…

Einer der Kandidaten für den Ende Januar neu zu besetzenden Oberbürgermeisterstuhl in Leipzig ist der vormals parteilose, jetzt für die CDU sich in der Spur befindende Kandidat Horst Wawrzynski. Er kennt sich aus in Leipzig, schließlich ist er ehemaliger Polizeipräsident der Stadt. Erst im Oktober 2012 hatte er den Posten an seinen Nachfolger übergeben & sich mit einem „großen Tusch“ – der Stürmung eines Wohnhauses in der Stö in Leipzig – verabschiedet.

horst_Wawrzynski_Uniform_ikl959Für Leipzig & Kosmetische-Gesichts-Operationen (siehe Bild-Zeitung) „Horst W.“ (click pic):

horst_wawrzynski-skyline-leipzig_ikl959

Oder auch: „alle gegen Horst.“

leipzig_waehlt-alle_gegen_horst

Alle wahlberechtigten Leipziger welche keine Lust auf einen vormaligen Polizeipräsidenten als OB haben, die demokratische Gelegenheit nutzen & dessen Wahl verhindern wollen (& denken Wählen sei der richtige Weg) können sich die Unterlagen zur Wahlteilnahme nach Hause oder sonstwohin schicken lassen. Dort ist vielleicht die Zeit den Wahlzettel kreativ umzugestalten bzw. zu ergänzen. Oder zum Tofu-Fisch einwickeln. Und da uns die Wahl bleibt: vielleicht auch um dieses Stück Papier mit Horst-W-Konterfeis zu schmücken und nachher als Kunst zu verkaufen…

Was zeigt der NSU und die darauf folgende Medien-Welle eigentlich? Redok über einen Bombenanschlag des NSU in Wurzen, wo noch nicht bekannt war, welches organisierte Ausmaß die selbsternannte Nationale-Guerilla-Gruppe haben sollte (am Ende ist es nur die Hälfte welche bekannt wird, die andere wurde schon geschreddert…):

Der jüngste Anschlag [November .2004, Anm.] zeige, dass die Rechtsextremen nach dem Wahlerfolg der NPD bei der Landtagswahl in Sachsen im September jetzt zum „offenen Angriff“ auf linke Demonstranten und Andersdenkende übergingen, ohne das dies zu Protesten in der Bevölkerung führe. (src, via)

Was gilt es auch zu Protestieren – ein Sachschaden. Aber selbst bei schlimmerem: Menschen sterben doch immer und überall. Dabei ist jedoch auch zur Entschuldung der Wurzner zu sagen, dass die Schäden des NSU-Anschlags 2004 überschaubar blieben, wie hier verzeichnet ist. Doch ich würde zweifeln dass es bei einem ermordeten Menschen zu Protesten gekommen wäre, im Gegenteil: in der sächsischen Provinz wird man gern mal selbst aktiv um eben jene zu verdeutschen:

Die Rufe „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“, die den Überfall [von einer etwa 50 deutschköpfigen Gruppe in Mügeln 2007, Anm.] begleitet hatten, kommentierte er [der Bürgermeister Mügelns, Gotthard Deuse, Anm.] mit den Worten: „Solche Parolen können jedem mal über die Lippen kommen.“ (src)

In was für einer Zeit leben wir eigentlich, wtf? Mügeln 2007:
muegeln-sachsen_doku-inder-ueberfall_2007_ikl959

Nach einer Weile mal wieder eine Liste mit „Hoerenswertem Kram“ (von v.a. oeffentl.-rechtl. Anstalten)…

Hoerenswertes Teil 6 hier zu finden. In Folge hier im Blog weitere Ergänzungen.

Die Verhaftung eines mutmaßlichen Brandstifters in Leipzig vollzog sich doch nicht „auf bei frischer neuer Tat„, wie zunächst gemeldet. Des nachmitternächtens begab sich ein Tross vermummter und bewaffneter Spezialbeamter in ein Wohnhaus in Leipzig-Gohlis,   – klingelte einige Bewohner des Hauses aus ihrem bürgerlich-proletarischen Schlaf – und verschaffte sich dann (vielleicht filmreif, siehe hier) Zutritt zu den Räumen des potentiellen Delinquenten:

Angeblich wurden die Bewohner des Hauses in Gohlis-Nord, in dem auch der tatverdächtige Brandstifter wohnt, gegen 2.30 Uhr aus den Betten geklingelt. Ein Nachbar habe dann durch den Türspion vermummte und bewaffnete Polizisten im Treppenhaus gesehen, die sich offenbar vor der Wohnungstür des verhafteten Mannes postierten. Nachdem sich die Beamten Zutritt zu der Wohnung verschafft hätten, sei der 27-Jährige geschnappt und abgeführt worden. (src)

Ob sich der junge Mann beim Zuschnappen der Beamten wohl verletzt hat? Offen bleibt in jedem Fall weshalb nicht ganz offiziell über den Einsatz gesprochen wurde & eine andere Version von „auf bei frischer neuer Tat“ verlautbart wurde.

(screenshot vom LVZ-Film 18.09.2012)

Trotz des möglicherweise fahndungstechnischen Erfolgs wird die Chronik über brennende Autos in Leipzig ergänzt:

03.11.12: Gegen 23 Uhr wurde die Feuerwehr in die Leinestraße im Stadtteil Dölitz-Dösen gerufen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Ein dort abgestellter Kleinwagen brannte vollständig aus. Verletzte wurde niemand, es entstanden auch keine weiteren Sachschäden. […] Brandstiftung könne ebenso wenig ausgeschlossen werden wie ein technischer Effekt. Das Auto wurde sichergestellt und soll nun genauer untersucht werden. (src)

Teil 1 der Chronik hier zu finden (& wie dort vermerkt brennen die KfZ ab und an von allein – auch gern mal während der Fahrt), Teil 2 hier.

40 Jahre Mordmission von Terroristen auf israelische Sportler während der Olympiade in München (via):

  1. Der Überlebende Shaul Paul Ladany im Gespräch mit Jochanan Shelliem, (DLF, 29 Min) download
  2.  Die Hinterbliebene Ankie Spitzer im Gespräch mit Jochanan Shelliem (DLF, 29 Min) download

Und fragwürdig unterhaltsam: Frau Domscheit-Berg von der Piratenpartei (download, lohnt sich aber bis auf die täglich neuen Schmetterlinge aus dem Bauch? -s.u. – nicht wirklich sich anzuhören, habs auch nicht komplett geschafft, 44 Min):

Was ich auch richtig gern mache, im Garten: ich sehe fast jeden Tag einen Schmetterling, den ich vorher noch nie gesehen habe [Anm.: Hierzulande gibts es vielleicht eine Hand voll verschiedene Schmetterlinge im Garten zu sichten]. Und da gibt es auch mehrere kleine Apps wo ich Schmetterling identifizieren kann, und dann weiß ich genau, es ist ein soundso Falter und freu mich da einfach dran. (3.30 Min) ]

Ergänzungen über interessante Podcasts in Folge. Hoerenswertes 5 im übrigen hier zu finden.

update:

Die Elite der Polizei trifft auf den illusionierten „harten Kern der linksautonomen Szenen“ (BILD):

(der Titel ist absurd, wie das Erscheinungsbild der Polizei; martialisch ausgerüstete Polizisten auf dem Weg zur Hausdurchsuchung in einem (vormals?!?) besetzten Haus in Leipzig-Connewitz 12.10.2012, src)

Nicht nur in Leipzig sondern auch in sachsen-anhältischen Kleinstädten haben in der Vergangenheit Autos gebrannt (viele mögen sich auch noch an Berlin erinnern), MDR-Exakt nahm sich zuletzt ganz naiv-lebensnah dem Thema mit der Frage: „Kann man Brandstifter therapieren?“ an, andererseits entschied man:  „Der Prototyp des Serienbrandstifters ist jung, männlich, ledig, betrunken.“ (src)

Autos brannten zuletzt auch mal wieder in Leipzig (siehe die Chronik hier, und hier), zuletzt in der Nacht zu vergangenem Samstag mehrere Fahrzeuge:

29.09.12: Los ging es gegen 23.50 Uhr in der Zillstraße. Dort hat nach Angaben der Polizei ein noch unbekannter Täter einen Kia angezündet.Gut zwei Stunden später brannten gleich fünf Wagen. Ein Toyota, zwei Opel und zwei Volkswagen wurden zwischen 2 und 2.30 Uhr Opfer der Flammen. Sie waren in der Landberger Straße, dem Wangerooger Weg und dem Juister Weg abgestellt. Durch die große Hitzeentwicklungen wurden an zwei Tatorten drei weitere Fahrzeuge beschädigt. „Eine Festnahme gab es nicht, wir haben aber den einen oder anderen Verdacht“, sagte Polizeisprecherin Annerose Lüdemann gegenüber LVZ-Online.

Seit Januar gehen immer wieder typische Familienautos mit relativ geringem Zeitwert in Flammen auf, zuletzt am 17. September ein Ford Escort in der Sylter Straße. Offenbar gehen die Anschläge auf das Konto eines Serienbrandstifters. (src)

Übergangen wird nach dieser Zählung in der Polizeimeldung offenbar der Brand drei Tage zuvor:

26.09.12: Aus bisher unbekannter Ursache ging im Stadtteil Schönau das ordnungsgemäß auf einem Parkplatz an der Lyoner Straße abgestellte Fahrzeug gegen 22 Uhr in Flammen auf. […] Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf und untersuchte das Pkw-Wrack zur Klärung der Brandursache am Donnerstag. (src)

Es ist offensichtlich dass Unentschiedenheit bezüglich des Brandstifters oder der Brandstifter besteht. Fest zu stehen scheint: vor allem das Plattenbaugebiet im Norden Leipzigs wird des öfteren nächtens von brennenden Autos und den danach folgenden Feuerwehreinsätzen heimgesucht.

Mehr als 17 Autos sind nach Polizeiangaben seit Jahresbeginn im Plattenbaugebiet zwischen Sylter Straße und Wangerooger Weg in Flammen aufgegangen – soviel wie sonst in ganz Leipzig zusammen in einem Jahr. Spannend die Frage wann ein oder mehrere Tatverdächtiger in Gewahrsam genommen werden (der Druck auf die ermittelnden Behören endlich etwas vorzeigen zu müssen steigt mit jedem weiteren Brand) und wie dann die Berichterstattung erfolgen wird.

Wilhelm von Sternburg begab sich 1991, im Jahr der erfolgreichen – weil staatlich nicht unterbundenen – Menschenhetze im frisch vereinten Deutschland, nach Hoyerswerda.

Es wird der ostdeutsche Mensch, dessen Denken und Handeln  gezeigt – die Folgen von 50 Jahren sozialistischer Diktatur und einer irgendwie verankerte Abneigung  gegen die offensichtlich Anderseienden?  Oder im nationalen Überschwang, wie übrigens auch einige Deutsche im Westen der Republik?

Die im Film immer wieder auftauchende Frage nach dem „Versagen des Rechtstaats“ gleicht einer Chimäre: es gilt den sozialen Ausnahmezustand mit Erklärungen und Fragen, aber auch Anklage und Moralität politisch einzuordnen (langweilig die Phasen mit Stoiber und co). So unangenehm offensichtlich wie die Stimmung auf dem Markt in Hoyerswerda 1991 war, der Film gibt eine Vorstellung von den Abgründen der postreunited german society…

„Ausländerjagd. Rassismus im neuen Deutschland?“ – ARD im Brennpunkt, September 1991, 50 Min

Götz Aly kommt allen ernstes zum Schluss, das nichtgenehmigte Fällen eines Baumes sei Verletzung des Landfriedens. Aber noch schräger: es findet die selbe Schelte wie das Verletzen von Menschen. Lesenswerte Reaktion zu „Aly’s Rostock-Lichtenhagen-Baumfäll-Einordnung“ bei nichtidentisches (via).
Über die „Tradition“ des Landfriedensparagraphen Wilhelm Schmid („Was geht uns Deutschland an?“, 1993 S. 82):

„Im Zuge der Bemühungen [1968, Anm.], einer kritischen Öffentlichkeit Raum zu verschaffen, wird zuallererst die Straße in Anspruch genommen. Der grundlegende Raum jeder Öffentlichkeit ist ohnehin seit jeher ‚die Straße‘. Die Demonstrationskultur wird wiederentdeckt, die einst Sache der Arbeiterbewegung war, um die im Kaiserreich unentwegt gekämpft worden war und die in der Weimarer Republik in voller Blüte stand, bevor die Nationalsozialisten damit Schluß machten – ein Verdikt das sich nach dem Krieg hielt, trotz der im Grundgesetz verankerten Demonstrationsfreiheit. Der alte Landfriedensbruch-Paragraph bezeichnete die Demonstration noch als ‚Zusammenrottung‘; jeder wurde mit Strafe bedroht, der sich nach dreimaliger Aufforderung nicht entfernte – eine gesetzliche Bestimmung, die erst 1972 revidiert werden sollte.“

  • DRS: Marie Luise Knott über das Verhältnis Hannah Arendts zum Zionismus (30 Min) download (via)
  • SWR2 Wissen: Zwang und Gewalt in der Psychiatrie (28 Min) download
  • WDR Zeitzeichen: 1967 – Die Hippies (15 Min) download

-> weiteres siehe auch Kommentare hier

-> hoerenswert im übrigen im Moment das SWR2 Archivradio mit einer (zumindest akustischen) Rückversetzung in die Zeit des Deutschen Herbst (RAF) und dessen Folgen bis in die 1990er

 

update:

HR2 Doppelkopf: Georg Kreisler (42 Min) download

NDR Forum: Rostock Lichtenhagen – Vor 20 Jahren und heute (30 Min) download

 

Was gibt es mehr zu sagen als:

Eine Broschüre des skandalgeschüttelten Thüringer Verfassungsschutzes bildet kommentarlos NPD-Werbung ab […]: Die Mutter lacht, der Vater lacht, und auch der kleinen Tochter, von ihrem Vater huckepack genommen, geht es augenscheinlich gut. Es könnte Werbung für Zahnpasta sein oder das Elterngeld, wäre da nicht der Schriftzug: „Deutsche Kinder braucht das Land.“ Oben prangt fett das Logo der rechtsextremen NPD. […] Das 24 Seiten umfassende Heftchen wird herausgegeben vom Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz. Man muss genau hinschauen, um dieses Detail in zarter Schrift zu entdecken. […] Es sei schließlich kein Heft für die Öffentlichkeit, sondern werde monatlich an Verwaltung, Polizei und Justiz verschickt, um „über spezielle Erscheinungsformen des politischen Extremismus“ zu informieren.  […] Das Plakat passt nicht einmal inhaltlich: Im Heft geht es zwar um Rechtsextremismus und die NPD. Um Regionalkonferenzen, eine rechtsextreme Musikveranstaltung und eine Hausdurchsuchung bei einem Nazi-Klamottenlabel. Die rassistische Familienideologie der NPD kommt aber nicht vor. [src, via]

Ist die NPD glücklich über diese Meldung? Vermutlich (gilt noch die Strategie: „Hauptsache man spricht über uns.“?). Zumindest werden dank der TAZ einige mehr Leute sich das unscheinbarwirkende Werbebild angesehen haben – jedoch mit Kommentar, und nicht wie beim Thüringer Verfassungsschutz – kommentarlos.

(Springspinne (HR2, 15 Min), makro)