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Category Archives: hörspiel

Teil 9 hier zu finden

  • SWR2: Anarchisten am Rio de la Plata (27 Min.) (download) (via)
  • WDR-Zeitzeichen: Sozialistengesetz 1878 (14 Min.) – oder: Die fernen Ursprünge der SPD (download) (via)
  • NDR: Hannah Arendts Töchter (20 Min.) (download)
  • SWR2-Aula: Wie der Kapitalismus uns zu Selbstausbeutern macht – Han Byung-Chul (28 Min.) (download)

Es folgt der obligatorische Hinweis, dass einiges sowohl in seiner inhaltlichen Ausrichtung als auch der Form nach durchaus Kritik würdig ist.

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Was, wenn sie wieder kommen? Wenn sie schon hier sind und NIE WIEDER verschwinden? Unsere Engel des Retro, aus ihrem stillgelegten Autobahnteilstück entlassen, FOREVER YOUNG auf Klassenfahrt. 40 Jahre Woodstock. 30 Jahre Deutscher Herbst. Hippe Jubiläen. Todestage eines unbekannten JETZT. Im Overkill ihrer medialen Simulakren feiert unsere Melancholie das nicht endende Ende der Party. Che Guevara auf Dienstreise, Rainer Werner Fassbinder auf der Rolltreppe. Signum einer Kultur post-anything ist das atemlose Patt zwischen Lebenden und Toten. JETZT ALS FILM. SIE SIND ZURÜCK. UND SIE KENNEN DEINE BLUTGRUPPE. Zwangsernährung der Gegenwart durch den verlorenen Bezug: Gilt als Methode Vampirismus – bleibt die Form der Operette.

„Edgar Lipki – sucking blood“, Released by: WDR, Release date: Nov 22, 2010

Seit letzter Nacht im WDR-Hörspielpool ein Stück von Rocko Schamoni und Jacques Palminger aus dem Jahr 2006 online: Mutter Tourette und ihre Kinder (aka „Babylon must fall“).

In einem Maisfeld in Schleswig-Holstein hegt eine Gruppe unerschrockener Widerständler eine kleine Hanfplantage und ihre Träume vom großem Gegenschlag gegen den repressiven Polizeistaat. […]

Vor allem Nodger, der einzige Mann unter ihnen, gibt sich der Süße paranoider Träume hin. Die Frauen um ihn herum jedoch verfolgen andere, dunkle Ziele und Begierden. Von A wie Anarchie über G wie Geschlechterkampf bis Z wie Zerstörung.

Hier zum downloaden zu finden.

Dietmar Dath: Die Abschaffung der Arten

12 Stunden langes Hörspiel ab Ende Januar im Podcast des BR zum Download.

Oder live per Stream vom 30.1.2011 bis 18.4.2011, immer Sonntags 15.00 Uhr / Wdh. Montags 20.30 Uhr bei Bayern 2.

Komposition: mouse on mars
Bearbeitung und Regie: Ulrich Lampen

Mehr drüber (sowie ab Ende Januar den Download des Hörspiels) hier.

jede  Mittwochnacht ab 24:10 Uhr auf Radio Corax im Raum Magdeburg/Halle/Leipzig auf UKW 95.9 FM oder per stream.

05.01.11 Hannah Arendt – Im Gespräch mit Günter Gaus (1964)

Gaus: Ausgehend von der Überzeugung seit 1931, daß der Machtantritt der Nazis sich nicht verhindern lassen würde, hat es Sie nicht gedrängt, aktiv etwas dagegen zu tun, zum Beispiel durch Eintritt in eine Partei – oder haben Sie dies nicht für sinnvoll gehalten?

Arendt: Ich persönlich hielt es nicht für sinnvoll. Wenn ich es für sinnvoll gehalten hätte – das ist alles sehr schwer nachträglich zu sagen –, dann hätte ich vielleicht etwas gemacht. Ich hielt es für hoffnungslos.

12.01.11 Alfred Döblin – Die Geschichte vom Franz Biberkopf (RRG 1930)

Franz Biberkopf kommt aus dem Knast und will ein anständiger Mensch werden. Er schlägt sich mit kleinen Tätigkeiten durch, aber die Zeiten sind schlecht. Biberkopf hat nicht nur mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, sondern wird schließlich in einen regelrechten Kampf verwickelt mit etwas, das von außen kommt, das unberechenbar ist und wie ein Schicksal aussieht.

19.01.11 Patrick Süskind – Der Kontrabass – gelesen von Walter Schmidinger (1981)

In der Theatersaison 1984/85 mit über 500 Aufführungen das meistgespielte Stück an deutschsprachigen Bühnen. Vielleicht wegen der kongruenten identifikatorischen Elemente – ein einsamer Kontrabassist hasst sein Instrument wie seinen Beruf, und trotzdem geht er dienstbeflissen an die Arbeit.

26.01.11 Inge und Heiner Müller – Die Korrektur (1957) (30min) & was überraschend anderes

Produziert 1957, vom DDR-Rundfunk zensiert, urgesendet vom MDR 1997. Inhalt des Hörspiels: eine Brigade in Hoyerswerda baut 1957 das Kombinat „Schwarze Pumpe“ auf. Alle haben ihre Probleme auf dem Bau – manche wegen persönlicher Einstellungen, manche wegen der Hierarchie, manche wegen ihrer Vergangenheit. Das Kollektiv wird am Ende nur durch die Partei gerettet.

Zweite halbe Stunde bei IKL was überraschend anderes.

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jede  Mittwochnacht ab 24:10 Uhr auf Radio Corax im Raum Magdeburg/Halle/Leipzig auf UKW 95.9 FM oder per stream.

01.12.10 Anne Waldman and Allen Ginsberg reading (including „Howl“) (August 9, 1975)

Anne Waldman and Allen Ginsberg poetry reading. Waldman reads „Fast Speaking Woman“ and other poems. Ginsberg reads „Howl“ in its entirety, and other poems.

08.12.10 Chris Ohnemus – Wers glaubt wird selig (SR 2009)

Der Hauptprotagonist Jan Goll blickt auf die Renaissance der Religion. „Höre auf, dir Sorgen zu machen und genieße das Leben.“

15.12.10 Ode to Gravity: Joanna Brouk interviews Steve Reich (December 12, 1973)

Steve Reich plays his music and talks about his sounds and dimensions with Joanna Brouk. The first two musical selections heard were recorded at the John Weber Gallery, in New York City, in May of 1973. The interview with Reich was recorded during his visit to the San Francisco Bay Area in November 1973 and was broadcast on December 12, 1973.

22.12.10 Klaus Kinski – Jesus Christus Erlöser (live 1971)

Ende November 1971 will Klaus Kinski die „erregendste Geschichte der Menschheit“ erzählen – das Leben von Jesus Christus. Doch er kommt nicht dazu. Das Bühnenprogramm des umstrittenen Schauspielers wird durch Zwischenrufe unterbrochen – von einem Publikum, das diskutieren will. Von einem Publikum, das keine Predigt hören will. Dem Mitschnitt der legendären Veranstaltung (90 Minuten) ist bei IKL ein zeitgenössischer Radiobeitrag über die Ereignisse vorangestellt.

zwei Verweise auf verschiedene Sachen:

1. Kein Wort zu Oosterbeek

Der WDR bietet seit letzter Nacht in seinem Podcast ein Hörspiel an, dass „auf Recherchen zu den realen alljährlichen Bilderberg-Konferenzen [beruht], auf denen seit 1954 angeblich heimlich weltpolitische Absprachen getroffen werden.“ Buch: Daniel Goetsch; Regie: Christoph Kalkowski. WDR 2010

Download nur für nen paar Tage. Habe kurz reingehört – fand es nicht sehr überzeugend. Bezeichnend jedoch, dass der WRD sich dem Hype um die Bilderberger und die Weltverschwörung annimmt (egal in welcher Form).

2. ARD-Hörspieltage

Alljährlich von der ARD im ZKM-Kubus in Karlsruhe veranstaltet. Auf der Homepage sind noch bis zum 15. November 4 von 10 Hörspielen des Wettbewerbs downloadbar. Die Kurz-Hörspiele aus der „freien Hörspielszene“ sind alle downloadbar. Manchmal richtige Schmuckstücke dabei. Sucht euch raus was ihr für spannend haltet…

in der Nacht Mittwoch zu Donnerstag ab ca. 00:10 auf 95.9 FM im Raum Magdeburg-Halle/Saale-Leipzig oder per Corax-Stream.

03.11.10 Michel Houellebecq – Ausweitung der Kampfzone (WDR 2000)

Michel führt ein unspektakuläres, gleichförmiges Alltagsleben ohne Freundin. Sein Dasein liegt irgendwo jenseits von Glück und Unglück – und eine Erklärung könnte die Sexualität unserer Tage sein. „Houellebecqs Kunst, der gesellschaftlichen Welt das Stethoskop an die Brust zu halten und ihre Krankheiten zu diagnostizieren, erinnert an Sartre und die Ekelbestände, die jener im menschlichen Dasein ausfindig machte, an Camus und seinen „Fremden“ mit Namen Merseault, der sich und der Welt gegenüber gänzlich entfremdet ist.“

10.11.10 Torsten Schulz – Boxhagener Platz (RBB 2005)

Boxhagener Platz, Berlin-Friedrichshain, 7. Oktober 1968. Für Holgers Großmutter ist der Tag der Republik ein Tag wie jeder andere. „Jetzt versperren die einem schon ’n Weg zum Friedhof, die Aasbande“, schimpft sie über die Ehrenparade der Nationalen Volksarmee. Dort, auf dem Friedhof, liegen ihre verstorbenen Ehemänner. „Boxhagener Platz“ – Einblick in die Welt der einfachen DDR-Bewohner und deren nicht ganz so einfaches Leben.

17.11.10 Mark Ravenhill – Feed Me (DRS 2001)

FEED ME entstandt für die BBC, es ist ein verstörenden Text, in dem Zufallsbekanntschaften in einer Metropole zu einem Reigen wechselseitig angeeigneter Lebensentwürfe führen, bis die verzweifelten Träume in der verdrängten Realität eines Krieges platzen. Doch dies bloß, um sich höchst überraschend neu zu formieren.

24.11.10 Kain Karawahn – Pyrophonie (30min) u.a.

Karawahn lebt in Berlin und Blossin. Er beschäftigt sich in Theorie und Praxis mit der kulturellen und künstlerischen Beziehung des Menschen zum Feuer: „Feuer ist weder Disziplin noch Ausdrucksform. Feuerkünstler GIBT ES NICHT!“ Zweite halbe Stunde bei IKL wird dann mit was (überraschend) Anderem gefüllt.

in der Nacht Mittwoch zu Donnerstag ab ca. 00:10 auf 95.9 FM im Raum Halle/Saale oder per Corax-Stream.

IKL – Oktoberprogramm 2010

06.10.10 Alfred Döblin – Die Geschichte vom Franz Biberkopf (RRG 1930)

Franz Biberkopf kommt aus dem Knast und will ein anständiger Mensch werden. Er schlägt sich mit kleinen Tätigkeiten durch, aber die Zeiten sind schlecht. Biberkopf hat nicht nur mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, sondern wird schließlich in einen regelrechten Kampf verwickelt mit etwas, das von außen kommt, das unberechenbar ist und wie ein Schicksal aussieht.

13.10.10 René Pollesch – Heidi Hoh (DLR 2001)

Ihr Privatleben ist ein Betrieb, und der Markt ist ihre zweite Natur. Die Konzerne nehmen Speed, und die Verortungsprobleme verbreiten sich wie eine Epidemie. Da ist auch eine Bank, die kein zu Hause mehr hat, sondern virtuell um die Welt rast und ab und zu hysterisch wird, zum Beispiel auf Pressekonferenzen, auf denen sie immer wieder behaupten muss, dass sie einen Standort hat.

20.10.10 Ulrich Sonnenschein – Wir pfeifen nicht nach Ihrer Tanze! (2009)

Ulrich Sonnenschein versucht die Absurditäten, Banalitäten und Realitäten der hiesigen Politik in einer Collage zu konzentrieren. Zu hören sind Auszüge aus Reden & Ansprachen von Politikern, gemischt mit seinen eigenen Bemerkungen.

27.10.10 Orson Welles – War of the Worlds (Original CBS 1938)

Außerirdische landen auf der Erde. Die Menschen beginnen die Marsianer zu bekämpfen. Die Erdlinge geraten in Panik & fliehen aus den Städten. Dies alles wurde in authentischer Hörfunkmanier als Hörspiel produziert und führte zu realer Panik in einigen amerikanischen Städten. Bei IKL gibts das amerikanische Original aus dem Jahr 1938 zu hören.

07.07.10 – Stanislaw Lem – Solaris (II/II)

Zweiter Teil über den intelligenten Planeten namens Solaris und die beschränkten Möglichkeiten des menschlichen Denkens und Wahrnehmens.

14.07.10 – RADIO-CORAX-GEBURTSAGSNACHT (kein IKL)


21.07.10 – Günter Eich – Träume (NWDR 1951)

Die Ursendung von Günter Eichs Hörspiel „Träume“ am 19. April 1951 begann um 20.50 Uhr, später als gewöhnlich, um Kindern vor der „mörderischen Angelegenheit“ zu bewahren. Beim Rundfunksender gingen
prompt auch wütende Telefonanrufe und Beschwerdebriefe ein: „Wir haben da eben Ihr Hörspiel gehört, von dem Eich. Kann man den Mann nicht einsperren?“
Fünf Szenen geben fünf Alpträume wieder. Die Szenen spielen je in einem der fünf Kontinente, und vor jeder Szene wird in nüchternen Sprache von irgendeinem harmlosen Menschen berichtet, der den jeweils folgenden
Alptraum erleidet. – „Vermutlich werden die angenehmen Träume dieser Welt von Schurken geträumt.“

28.07.10 – Isaac Asimov – Falsch Korrigiert (SDR 1970)

Isaac Asimov wurde im Januar 1920 im russischen Petrovichi geboren.
Bereits 1923 wanderte seine Familie mit ihm nach New York City aus, wo
er auch 1992 starb. Assimov wurde Biochemie-Lehrer an einer Universität,
bevor er sich 1958 dazu entschloss freier Schriftsteller zu werden. In
dem Hörspiel befinden wir uns im Jahr 2038. Vor Gericht wird die Klage
gegen den Roboter mit der Bezeichnung E27-3, „Mooney“, verhandelt. Wer
ist Täter – die intelligente Maschine oder der Mensch?

IKL im Mai: „Ferner denn abseits“…

05.05.10 – Paul Auster – Schlagschatten (1997)

Paul Auster: „Auch wenn ich mir dessen nicht immer bewusst bin, so handeln meine Romane doch immer wieder von Leuten, die auf die eine oder andere Weise etwas verloren haben, die aus der Gesellschaft herausfallen. Sie besitzen nicht die sozialen Bindungen wie die meisten von uns, hängen irgendwie in der Luft, aber das macht sie offener für unvorhersehbare Ereignisse.“

12.05.10 – Max Aub – Nichts Geht Mehr (1999)

‚Nichts geht mehr‘ heißt der erste Roman Max Aubs über den Spanischen Bürgergkrieg. Der Bauernjunge Serrador zieht aus seinem kleinen Heimatdorf nach Barcelona. Der König dankt ab, die Republik wird ausgerufen, Parteien entstehen, entwickeln sich und bekämpfen einander. Serrador mittendrin – beobachtet, geht auf Propaganda-Veranstaltungen, trifft auf den Anarchismus, den Kommunismus, den katalanischen Nationalismus und den Faschismus. Eine Gesellschaft auf der Suche nach neuen Werten verliert scheinbar jeden Halt.

19.05.10 Gespräche Heiner Müller – Alexander Kluge (1996/94/89)

Wenige Monate vor seinem Tod antwortet Müller auf die Stichworte „Atmen“ und „Rauchen“ mit einer Anekdote – das Atmen sei eine Indiskretion gegenüber den Toten. „Wer raucht sieht kaltblütig aus“ (Brecht) und „Wer raucht, wird kaltblütig“ (Müller). Außerdem: die Faszination Heiner Müllers an Panzern. Zuletzt: Anlässlich seines 60. Geburtstages 1989 erzählt Müller über seine Jugend, über die Kriegsjahre (die Inhaftierung seines Vaters), seine Schulzeit im Dritten Reich, seine Zeit in einem amerikanischen Kriegsgefangenenlager und seine Rückkehr in die sowjetische Zone.

26.05.10 Jochen Rack – III. Teil der Langen Nacht über Alexander Kluge (2009)

Kluge: „Was eine Mehrheit ist und was Minderheit, wissen wir nicht. Es kann im Herzen eine Mehrheit haben, was politisch in der Minderheit sich befindet. Das Medium sind die Zuschauer, die Nutzer. Ohne die Phantasie des Zuschauers funktioniert der ganze Apparat nicht. Das war zwar immer so, aber das war verborgen. Das bisherige Programm wird von oben nach unten ausgestrahlt. Wenn das Online-System nicht in den Besitz von Konzernen kommt, funktioniert es auch von unten nach oben. […] Besitz ist ein großes Wort. In Wirklichkeit gehören die Medien den Menschen selber. Man kann sie immer nur leihen.“

ALG II BezieherInnen sind sowohl grundgesetztwidrigen Regelungen unterworfenen, als auch potentiell häufiger davon betroffen: ein Mensch steht vor der Tür und will die Wohnung besichtigen – auf der Suche nach einem Gesetzesverstoß. Im Fall der Hartzer sieht die Sache realtiv einfach aus:

Hausbesuch bei ALG II

Die Ämter könnten zwar zum Hilfeempfänger kommen, jedoch nur nach vorheriger Terminabsprache bei Beantragungen von Sachleistungen – aber – wenn das Amt einfach so kommt, sofort ablehnen, um erneuten Termin bitten, mit dem Hinweis, dass man Beistände hinzuziehen will, was nach § 13 SGB X erlaubt ist und von den Ämtern geduldet werden müssen, oder den Einlass bzw. den Besuch von Beginn an ablehnen.

Wenn das Amt nach Termin kommt, sind in der Wohnung dann drei-vier sachkundige Personen mit anwesend, die die Ämter sofort zu ihren Personalien befragen (Name, Vorname, Dienststelle, Dienstrang) und diese notieren und dann dazu intensiv und ohne großes Rumgefackel befragen, welche belegbaren Verdachtsmomente sie gegen den/die Leistungsbezieherin haben und die sofortige (!) Vorlage dieser Belege an Ort und Stelle verlangen.

Stellt sich heraus – was sich meistens herausstellt – dass gar kein Verdacht vorliegt, weil eh keine Beweise dafür da sind und man also einfach mal so gucken (also schikanieren) wollte, ist das

– Hausfriedensbruch (§ 123 Strafgesetzbuch – StGB)
– Nötigung (§ 240 StGB)
– falsche Verdächtigung (§ 164 StGB

und wenn die Ämter dem/die Leistungsbezieherin gegenüber sogar damit gedroht haben, Leistungen einzustellen, wenn man sie nicht in die Wohnung / ins Haus ließe, dann kommt noch

– Bedrohung (§ 241 StGB) hinzu, mal von
– Rechtsbeugung im Amt (§ 339 StGB) bzw. Beihilfe (§ 27 StGB) dazu ganz abgesehen.

Dann wird sofort und dringend die Polizei gerufen wegen Hausfriedensbruchs (am Telefon nicht groß rumquatschen, sondern nur sagen, dass hier Hausfriedensbruch stattfindet und bitte (!) sofort jemand kommen soll), die Ämter werden von der Polizei der Wohnung/des Hauses verwiesen und es wird sofort Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs, falscher Verdächtigung, Nötigung, Bedrohung, Rechtsbeugung im Amt und ggf. Beihilfe dazu gegen jeden der Ämter persönlich erstattet.

Dies Procedere deshalb, damit das illegale Vorgehen der Ämter amtlich aktenkundig wird – wodurch dann keinerlei weitere Repressalien gegen den/die wehrhaften Betroffenen erfolgen werden, und wenn doch, dann hilft sofort eine Einstweilige Verfügung mit Eilantrag beim zuständigen Verwaltungsgericht. Das Verwaltungsgericht kann aufgrund des somit aktenkundigen Tatbestandes des Hausfriedensbruchs, der Nötigung, falschen Verdächtigung und der Bedrohung sowie der Rechtsbeugung im Amt gar nichts anderes machen als dem Antrag auf Einstweiligen Verfügung statt zu geben. (Quelle)

Was jedoch tun im Fall die Polizei steht vor der Tür, mit einem Zettel in der Hand? Udo Vetter hielt auf dem 23. CCC einen Vortrag darüber – den es heut Nacht bei IKL auf Radio Corax zu hören geben wird.

Wer nicht im UKW-Sendebereich wohnhaft ist und den Stream von Corax nutzen möchte sei auf eben jenen Vortrag von Udo Vetter (lawblog) verwiesen (2006 68 Min.).

„Der dressierte Mann“ hieß ein Buch von ihr, was Bestseller wurde. Bestseller jedoch weniger wegen der ernsten inhaltlichen Auseinandersetzung sondern vor allem wegen des Unterhaltungswertes. Und falls ihr Buch doch ernst genommen wurde, wie von Alice Schwarzer, kam die Antwort  „Sexistin“ und „Faschistin“ – wie Vilar in einem Fernsehduell von ihr genannt wurde. Die Herausgeberin der Emma kam auf die Idee das Wort „Frau“ durch das Wort „Jude“ oder „Neger“ zu ersetzen.

Der große Gewinn in den Abhandlungen von Esther Vilar liegt darin, Frauen (Kritik an heteronormativem Denken findet sich bei ihr leider noch nicht) als handelnde Subjekte zu sehen und nicht als Objekte in heteronormierten Gesellschaften.

Spannend ist ihre Auseinandersetzung zum Thema Freiheit und der Lust an der Unfreiheit (vielleicht hat sie ja auch nur von Foucault kopiert; über Foucault und den Iran übrigens lesenswertes bei nature morte). Vilar meint, die Lust an der Unfreiheit sei ein Thema, dass „man nicht wahrhaben möchte.“

Warum?
Einerseits aus Feigheit, andererseits ist, wer die Freiheit lebt, nicht unbedingt glücklich. Man ist glücklicher, wenn man sich unterordnet und einem System folgt, sich einer «Aufgabe» widmet. Wer frei ist, muss immer eigene Regeln aufstellen.

Sie reden von sich.
Ja, ich wollte wie ein freier Mensch leben, aber es ist mir nicht immer gelungen.

Was hat Sie unfrei gemacht?
Liebe zum Beispiel. Liebe macht immer unfrei. Das ist eine Religion mit der kleinstmöglichen Gemeinde. Gott und Anbeter im Verhältnis eins zu eins.

Kinder?
Natürlich machen Kinder unfrei. Aber einen neuen Menschen zu machen, ist das grösste Abenteuer überhaupt. Freiheit ist das wahnsinnige Problem von uns allen. Man wird ja religiös, weil man die Freiheit nicht aushält. (Quelle)

Provozierende Thesen von einer Frau die meint aufgrund von Morddrohungen gegen sie Deutschland wieder verlassen zu haben (im oben genanntem Interview verweist sie auf körperliche Angriffe gegen sie), wie zuvor ihre Eltern, die Nazideutschland hinter sich ließen und in Argentinien eine Heimat fanden.

Die Zustimmung die sie bislang erfuhr blieb gering. Vielleicht lässt sich so ihr kokettieren mit entgegengebrachter Zustimmung erklären. Nichts desto trotz sollten Vilars Gedanken kritisch konsumiert werden. Um der kleinen Lobeshymne über die selbsterklärte „Menschenrechtlerin“ etwas entgegenzusetzen, sei auf ein ungutes Gefühl verwiesen, dass es Vilar doch (nur) ums Geld ging/geht, oder wie lässt sich sonst erklären dass sie in so einer illustren Runde bei Maischberger auftaucht…

Wer sie im Interview hören möchte über ihr Buch „Der dressierte Mann“ möge ein Interview mit dem SR (1971) anhören. Dies wird es auch heute Abend bei IKL zu hören geben – auf Radio Corax per UKW im Raum Halle auf 95.9 oder per Stream.

Verwiesen sei an dieser Stelle auf das kommende Stück was es bei IKL am Mittwoch kurz nach Mitternacht bei Radio Corax (zum Stream) zu hören geben wird. Es handelt sich dabei um ein Interview was die Jüdin & Antifaschistin im Jahr 2000 in Chicago für ein Fernsehteam gegeben hat. Dies wurde von Michael Farin & Katrin Seybold für den Hörfunk im Jahr 2006 bearbeitet.
Fittko erzählt darin über ihr Leben & die Selbstverständlichkeit ihrer Handlungen, die aus heutiger Betrachtung alles andere als selbstverständlich wirken. Sie half zusammen mit ihrem Mann über 100 Flüchtlingen über die Pyrenäen – unter ihnen Walter Benjamin, der kurz danach in einem Hotel auf der spanischen Seite sterben sollte.

Um wenigstens einige Intellektuelle und Künstler zu retten, hatten in die USA geflohene deutsche Sozialisten das ‚Emergency Rescue Committee‘ gegründet. Über einen alten Schmugglerpfad schleusten sie Schriftsteller, Nazigegner, Reichstagsabgeordnete, Ärzte und viele andere nach Portbou, Spanien. Ende 1941 wird Lisa und Hans Fittko der Aufenthalt in der Grenzregion untersagt. Ihre Flucht nach Kuba gelingt, später sogar, allerdings erst 1948, die Einreise in die USA, nach Chicago.

Wer das Stück am Mittwoch nicht hören kann, der sei verwiesen auf den Podcast des BR, von dem auch obiges Zitat stammt.

Mehr über die Person Lisa Fittko gibts unter anderem hier, wo sich u.a. auch eine pdf-Datei findet, mit deren Hilfe der Fluchtweg über die Berge selbst nachgegangen werden kann.