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Seit dem Beginn der Operation „Schutzlinie“ (Protective Edge) am 8. Juli 2014 wurden über 971 Raketen aus dem Gazastreifen – der übrigens noch bis 2005 unter israelischer militärischer Kontrolle lag – in Richtung Israel abgeschossen. 754 davon schlugen in Israel ein und etwa 201 wurden durch das israelische Raketenabwehrsystem abgefangen & noch im Himmel zur Explosion gebracht, 27 aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen trafen den Gazastreifen selbst. Derweil gab es auch in den größeren Städten wie Tel Aviv und Jerusalem Bombenalarm, auch weiter nördlich – wie etwa Haifa. Raketeneinschläge wurden auch aus Bethlehem und Hebron gemeldet. 40.000 israelische Staatsbürger wurden aus der Reserve mobilisiert und sind Teil der ZAHAL geworden, die über einen (neuerlichen) Einmarsch in den Gazastreifen nachdenkt (pro & con invading Gaza).

Ein offener Brief A.B. Yehoshua aus dem Jahr 2009 an einen Journallistenkollegen hat kaum an Bedeutung verloren – die Ereignisse, Berichterstattung und Akteure von heute sind wenig verschieden von damals.

All we are trying to do is get their leaders to stop this senseless and wicked aggression, and it is only because of the tragic and deliberate mingling between Hamas fighters and the civilian population that children, too, are unfortunately being killed. The fact is that since the disengagement, Hamas has fired only at civilians. Even in this war, to my astonishment, I see that they are not aiming at the army concentrations along the border but time and again at civilian communities. (src – lesenswert!)

Derweil ist die außenpolitische Situation heute eine andere als 2009. Neben etwa Syrien gibt es andere angrenzende Staaten mit keiner/einer instabilen legitimierten politischen Kraft. Zuletzt schlugen auf der Halbinsel Sinai, unweit zur israelischen Grenze, in Ägypten abgeschossene Raketen in einem Supermarkt ein (FAZ). Aus dem Südlibanon wurden Raketen in Richtung Israel abgefeuert, ist etwa in diesem Beitrag zu vernehmen:

rockets-from_gaza_july2014_YT(src: yt)

Bisher kommen die Raketen welche in Israel einschlagen vor allem aus dem Westen – die Reaktion des Staates sind über 1300 israelische Angriffe in den Gazastreifen, bei welchen über 170 Menschen starben. Ein Teil der Strategie der Terroristen, welche die Raketen gen Israel abschießen, besteht in der Nutzung ziviler Einrichtungen als Operationsbasen. Es ist eine ungleiche Kriegsführung, bei welcher von den in Gaza tätigen Aktivisten sowohl zivile Opfer im Aktionsumkreis billigend in kauf genommen werden, gleichzeitig jedoch wegen der ungesteuerten Raketen vor allem Zivilisten zum Ziel der Angriffe werden.

Der Gazastreifen wird bis dato weiterhin mit LKWs, welche zivile Güter wie Lebensmitteln und Treibstoff transportieren, versorgt – aus Israel (src). Dort leben wegen der ständigen Raketeneinschläge und den erweiterter Flugentfernungen jetzt knapp sechs Millionen Menschen unter ständiger Lebensbedrohung.IDF_rockets-UK(mögliche Reichweite der Raketen aus dem Gazastreifen übertragen auf Großbritannien, src)

Die Entführung und Ermordung dreier Jugendlicher (Lizas Welt) ist ein weiterer Teil der jüngst wieder offen aufgebrochenen Auseinandersetzung, deren friedliches Ende immer weniger als eine baldige realistische Option erscheint.

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2 Comments

  1. Der Vollständigkeit halber darf in diesem Artikel auch erwähnt werden, dass als vermeintliche Reaktion auf die Entführung der drei Jugendlichen ein Palästinenser in Ost-Jerusalem von Israelis bei lebendigem Leib verbrannt wurde.

  2. es ist gut dass Du das ergänzt, Darius. Viele haben das sicher schon wieder vergessen. Hatte es ursprünglich auch mit drin. Nur fehlen da ne ganze Reihe weiterer Mosaikteile, welche das nicht immer friedliche Miteinander bestimmt haben. Wenn Du jetzt denkst in Israel hätte es Applaus & Süßigkeiten für die Täter gegeben irrst Du Dich – Kritik und Entsetzen finden sich ausgiebig. Es gibt in der Tat genügend Israelis welche (wie auch immer motiviert) nicht ein Mindestmaß an Zivilisation haben. Was erwartet der Mensch, wenn es selbst Hierzulande auch solche gelebten unmenschlichen Haltungen, Handlungen bzw. Idioten gibt, wo doch die Situation vor der Haustür & im Nachbarland bei weitem entspannter ist als die Lage(n) im seit Jahrzehnten, seit Beginn der Existenz, zu militärisch-kämpferischen Auseinandersetzungen gezwungenem Staat Israel.

    Ein Beispiel? Der Überfall von japanischen Rote-Armee-Fraktionisten auf den Flughafen Lod in Israel im Mai 1972, bei dem über zwei Dutzend Menschen zu Tode kamen und fast 100 verletzt wurden (wkpd). Spekuliert wurde damals ob den Japanern die Ausbildung zu PFLP-Terroristen durch deutsches Geld hat finanziert werden können.

    Spannend auch die Motivation von öffentlichkeitswirksamen Aktivisten wie Max Blumenthal, der hier ziemlich offensichtlich nur eine Botschaft vermitteln will (vlt. weil er diese für unterbelichtet hält, damit jedoch ebenfalls etwas unterbelichtet) -Feeling the hate of Max Blumenthal?- :

    m_b_tel-avivwer bei Youtube anfängt israel-kritische Videos zu suchen wird es schwer haben, denn dort findet sich ein viel größerer Haufen an antisemitischem Inhalt – verschwörungstheologisch gegen Argumente und Ratio immunisiert. Diese Grundstimmung findet sich auch in der zugangsoffenen und vielgenutzten online Enzyklopädie, meint Ravpapa:

    Having many articles on a topic of interest is better than having one article, even if one coherent article would be better than many disorganized ones. This is good because it increases the chances of a reader coming across one of the articles through a Google search. Take, for example, the issue of anti-Arab sentiment in Israel. One could write an excellent, all-encompassing article on this, including the legal aspects, the socio-cultural aspects, and all the different areas of discrimination. But a better approach would be to write three articles: Racism in Israel, Human rights in Israel, Israel and the Apartheid Analogy. All three of these deal with essentially the same topic. They are different enough in focus so that attempts to merge them will fail the consensus test. Most important, if a reader searches for any combination of the search terms Human rights, Racism, Apartheid, and Israel, a Wikipedia article will pop up as first choice. (src)

    Derweil gehen die Demonstrationen hierzulande ihren Weg – zum überwiegenden Teil mit einer ungeheuren Emotionalität, welche so nicht erwartet wurden & nicht nur die Ordnungskräfte überraschte. Schau etwa CWUde oder publikative.org – „Israel-Kritik und die fallen gelassen Masken.“ Wer mit Nazis einher schreitet in der Empörung gegen Israel sollte sich mal fragen wo und wann man sich mit den völkischen Nationalisten das letzte Mal einer Meinung sah und das nächste mal wieder sein wird. Fakt ist: ohne Raketen aus dem Gaza gen Tel Aviv, Jerusalem oder Ashdod keinen Einmarsch der Armee, keine Flugzeug- und Drohnenangriffe (wie etwa bei yt zu sehen).


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