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Ein Film welcher den Weg von jungen Mädchen aus der ärmlichen und ländlichen Provinz in die städtische Sphäre von  unerfüllten Versprechen und gezwungener Sexarbeit anschaulich macht ist „The price of Sex“ (IMDB; press-pdf) von Mimi Chakarova. Ausgangspunkt ist das bulgarische Dorf, in welchen die jungen Mädchen keine Perspektive finden und die Erfüllung und Verwirklichung ihrer Träume in den Großstädten sehen.

the_price_of_sex_chakarovaGleich einem modernen Märchen kommt das Böse aus der Ferne – auf der Suche nach frischem Fleisch wird von AgentInnEn die Provinz bereist, mit Geld und Versprechen auf Arbeit werden junge Mädchen ins fremdsprachige Ausland begleitet und vermittelt, wo diese sich dann Lügen, Zwang und Gewalt ausgesetzt sehen. Dramatisierend wird von einer Entvölkerung etwa Moldawiens gesprochen, bei der die Alten unwissend um das Schicksal ihrer Kinder und Enkelkinder zurück bleiben – doch übertrieben oder unrealistisch wirken die Beschreibungen und Einschätzungen des Mädchen- und Menschenhandels in Metropolen wie Istanbul, Dubai oder Athen nie.

the_price_of_sex_chakarova02Der Film trägt durch das aktive Agieren der Autorin eine persönliche Note und bleibt dadurch sehr nahbar. Ein Defizit ist, dass Gespräche etwa mit Freiern und Zuhältern aber auch Prostituierten wegen deren Wissen um Rechtsbrüche oder Bedrohung für das eigene Leben all zu oft vage bleiben. Der Versuch den Alltag von Zwangsprostitution anschaulich zu machen gelingt nicht immer, doch exemplarische Einzelschicksale und einige offenherzige Schilderungen geben eine Vorstellung von den Abgründen in diesem Metier (erzwungener Sex mit Schwangeren, etc.).

yt_the_price_of_sex_04_2014_(Trailer on yt)

Der Zuschauer bekommt einen sehr vitalen Zweig moderner kapitalistischer Gesellschaft zu sehen, in welchem der Daseinszweck einiger Menschen auf die Funktion einer Dienstleistung reduziert wurde; von den weiblichen Opfern wird die aufgezwungene Rolle jedoch geleugnet – sie selbst sehen sich irgendwann als Geschäftsfrauen:

(Athens)

Mimi C.: When you go inside (a brothel), what is the first thing that you see?

Konstantin S. (HIV-Doctor): Mhm. First thing? Meat. But thats not the right question. It’s not the first thing, but the last. Last is… It’s pain.

Mikiru Bani: When the clients of the area are tired of the girls, they would report them. The police is corrupt. So they will arrest the girls, send them back home and bring new girls, because the costumers want new girls. […] Prostitution and trafficing has nothing to do with sex. It has to do with power, it’s violence. No girls who’s asked: „Would you rather become a nurse or a prostitute?“ will say, „I’d rather become a prostitute“. But if she’s raped and raped and raped than she will see her self as identity buisness-woman. It’s easier than to see herself as an identity victim.

Abseits der Schilderung schockierender Frauenschicksale und deren persönlichen Umgang damit weist der Film auf den Umstand hin, dass die Sphäre der Prostitution nicht nur von männlichen Geschäftemachern genutzt wird, welche die Frauen zur Sexarbeit zwingen bzw. dieses am Markt angebotene Fleisch kaufen. Auch Teile des Staates sind in den organisierten Menschenhandel involviert, nutzen mithilfe der Korruption Abläufe zur Profitmaximierung und für die Sicherung eigener Interessen. (hier mal online zu finden gewesen, hier Extract auf yt )

Mimi Chakarova – The price of Sex – USA 2010, 73 Min (eng. sub.)

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One Comment

  1. adam-belle_respect-sexworkers01In the redlightdistrict of Amsterdam the prostitutes is demonstrated respect:

    adam-belle_respect-sexworkers02


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