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Das Thematisieren von angewandter Überwachung durch staatliche Organisationen, welche zuletzt aufgrund einiger Ereignisse (etwa das intensive Mithören/-tagging von Kommunikation/sdaten) durch die Medien gingen, ist eines. Der Grund, weshalb dies zum Thema werden konnte war das Veruntreuen von Dokumenten aus behördlichen Einrichtungen und deren Veröffentlichung. Letzteres – weil es gegen den Willen der Institution war – der Moment, welcher tatsächlich einen Einblick in die täglichen Abgründe zu ermöglichen schien und scheint. Unangenehm bleibt im Nachhinein das Gefühl sowohl für die staatliche Führung als auch den Staatsbürger wenn privates öffentlich wird. Nur haben letztere ein Recht auf Privatsphäre – in rechtsstaatlichen Gebilden ist dies formell verankert.

public_vs_privateAndererseits ist das Phänomen des Leak kein neues – weitere Fälle von Whistleblowing hier (vom Lastwagenfahrer bis zum Diplomaten). Nichtsdesto trotz ist das ungenehmigte Veröffentlichen noch heute ein wirkungsmächtiges Instrument um nicht nur politische Debatten anzustoßen und zu verstärken. Dies wird auch im Film über den Edward Snowden e.g. Bradley aka Chelsea Manning der 1970er Jahre deutlich –  Daniel Ellsberg.

daniel_ellsberg_(Daniel Ellsberg)

Damals – während der 1960er – gab es einen Krieg in Vietnam welcher für die amerikanische Regierung länger dauerte als lieb war und die Kriegs-Opposition mit jedem weiteren Monat stärkte. Die Verlautbarungen der Regierenden waren über die Regierungswechsel hinweg nicht mit dem identisch was inoffiziell schon anerkannt war und verhandelt wurde. Ein junger Mann mit Namen Ellsberg vermochte es einen ganzen Haufen Akten aus dem Pentagon zu kopieren und an Publikationsorgane weiter zu geben.

Die Dokumentation „The Most Dangerous Man In America“ vollzieht die Geschichte und Entscheidung Ellsbergs zu diesem Schritt und seine Motivation nach. Der Film macht auf englisch um einiges mehr Sinn als die deutsche Synchronisierung, da der Hauptprotagonist schließlich den Zuschauenden selbst über sich und die Ereignisse berichtet. (klick here; 93 Min, eng)

Eine Einschätzung der jüngsten Leaks durch Daniel Ellsberg findet sich im Guardian unter dem Titel United Stasi of America. Darin:

[…] The NSA, FBI and CIA have, with the new digital technology, surveillance powers over our own citizens that the Stasi – the secret police in the former „democratic republic“ of East Germany – could scarcely have dreamed of. Snowden reveals that the so-called intelligence community has become the United Stasi of America. […] (src)

Provokation mithilfe der Übertragung von vermeintlich genuin kommunistischen aka staatssozialistischen Repressions- und Überwachungsmethoden auf die Vereinigten Staaten von Amerika das Stilmittel? Am Ende gar eine (altersbedingte) Enttäuschung welche zu radikalen Vergleichen verleitet? Schließlich wurde Ellsberg damals, 1973, – im Gegensatz zu Manning heute – für sein Vergehen freigesprochen. Der heute über 80 jährige animierte bis zuletzt zu Leaks und beteiligte sich an diversen Protesten.

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