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In der Süddeutschen-Zeitung fand sich jüngst ein Bild, welches in einen Zusammenhang mit Israel gestellt wurde. Nun ist von Seiten der Süddeutschen-Zeitung tatsächlich in der Rückmeldung auf die Rückmeldungen zu diesem Bild (und der Bildunterschrift „Deutschland serviert. Seit Jahrzehnten wird Israel, teils umsonst, mit Waffen versorgt. Israels Feinde betrachten das Land als einen gefräßigen Moloch. Peter Beinart beklagt, dass es dazu gekommen ist.“) zu vernehmen, es handele sich um ein unschuldiges Bild – „Ist ein gehörntes Monster antisemitisch?“ lautet die Frage. Die Antwort kann nur lauten: wenn unter dem Bild Deutschland (welches als servierende Dame) und Israel (welches als unmenschliches, grauenerregendes auf das Essen und die Dame wartende Monster) als die im Bild sichtbaren genannt werden, ja, dann ist das ganze mehr als nur Zufall, Unglück, Gedankenlosigkeit.

sz_antisem(src)

Es ist fragwürdig und interessant wie die Redaktion (welche für eine kulturelle Aufklärung, nicht Verklärung) dieser Zeitung (mag im Text daneben – „Der Niedergang des liberalen Zionismus“ – stehen was mag) tätig ist. Beim Redaktions-Meeting überlegte man sich, welches Bild zum Thema „Der Niedergang des liberalen Zionismus“ passen könnte. In den Köpfen der Redakteure schien dann eben jenes grauenerregende Wesen am besten geeignet, eine Sicht auf das Land abzubilden, den Hass anschaulich zu reproduzieren. Die vermeintliche Entschuldung der SZ:Nur die Feinde Israels sehen Israel in der Weise, die dem abgebildeten Monster ähnelt. Außerdem ist der Staat Israel nicht mit dem Judentum gleichzusetzen“  lässt vermuten, dass mit der Wahl eben jenes Bildes durch die Redakteure, unter diesen Feinde Israels zu finden sind. Man bedauerte zwar von Seiten der SZ, „dass es zu solchen Missverständnissen kommen konnte. Die Veröffentlichung der Zeichnung in diesem Kontext war ein Fehler.“ (src) Dass das Bild jedoch schließlich (nach nochmaliger Prüfung durch den Chefredakteur) gedruckt wurde, lässt erahnen, wie israelfeindlich sich zu gebärden unter den publizistischen Eliten Normalität ist.

Nicht nur die Feinde Israels sehen in dem abgebildeten Monster den jüdischen Staat, sondern jeder der dieses Bild ansieht und des Lesens mächtig ist. Es ist der Blick auf ein unschuldiges Bild, welches durch die gesetzte Kontextualisierung bewusst an bisherige Narrative anknüpft. Broder hat also nicht ganz unrecht, wenn er meint, dass die SZ da weitermacht wo der Stürmer 1945 aufhören musste. (zum Thema auch ruhrbarone, Jüd. Allgemeine)

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