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Nicht neu (aber trotz dessen nicht weniger aktuell) gingen mir die Worte aus Günter Eichs Hörspiel „Träume“ nach dem Hören eine Weile durch den Kopf. Hier im Folgenden ein Auszug, welcher mit den viel zitierten Worten des „Sandes im Getriebe der Welt“ endet.

Ich beneide sie alle, die vergessen können,
die sich beruhigt schlafen legen und keine Träume haben.
[…]

Sieh, was es gibt: Gefängnis und Folterung,
Blindheit und Lähmung, Tod in vieler Gestalt,
den körperlosen Schmerz und die Angst, die das Leben meint.
Die Seufzer aus vielen Mündern sammelt die Erde,
und in den Augen der Menschen, die du liebst, wohnt die Bestürzung.
Alles, was geschieht, geht dich an.

[…]
”Ah, du schläfst schon? Wache gut auf, mein Freund!
Schon läuft der Strom in den Umzäunungen, und die Posten sind aufgestellt.”

Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind!
Seid mißtrauisch gegen ihre Macht,
die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen!
Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind,
wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird!
Tut das Unnütze, singt die Lieder,
die man aus eurem Mund nicht erwartet!
Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!

 (src  ohne [Auslassungen])

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4 Comments

  1. die mit tränen säen werden mit freuden ernten.

  2. Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

  3. fact iz: das herz ist ein muskel. wer ihn nicht fordert & benutzt wird schwach in der brust.

    eich meinte (so wie ich das verstehe) ja was anderes: das menschliche dasein, was sich an ungerechtigkeit gewöhnt, die herzlosigkeit von unser einer selbst, welche in die überlegungen und strategien der machthabenden einberechnet wird. es ist ein ausloten des zu ertragenden elends, welches die grenze (vor allem zur persönlichen erfahrung) nicht überschreiten darf, anders formuliert: solange ich nicht hinter dem elektrifizierten draht-zaun stehe sondern davor – meinen oftmals banalen alltag zu bewältigen versuche, solange wird der pulsierende muskel für den anderen jenseits des zaunes (der eines tages vielleicht ich sein könnte) schlaff bleiben. es ist ein appell das (mit)fühlen (wieder) ins herz einkehren zu lassen, eine absage an ignoranz und unaufmerksamkeit, ein appell für ein verantwortungsgefühl was mit den grenzen meiner selbst nicht aufhört und kritisch die machthabenden und deren absicht hinterfragt, nicht zuletzt auch ein appell für unberechenbarkeit.

  4. „es ist ein appell das (mit)fühlen (wieder) ins herz einkehren zu lassen“ wahre worte mister ikl. das wünsche ich auch ihnen.


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