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Götz Aly kommt allen ernstes zum Schluss, das nichtgenehmigte Fällen eines Baumes sei Verletzung des Landfriedens. Aber noch schräger: es findet die selbe Schelte wie das Verletzen von Menschen. Lesenswerte Reaktion zu „Aly’s Rostock-Lichtenhagen-Baumfäll-Einordnung“ bei nichtidentisches (via).
Über die „Tradition“ des Landfriedensparagraphen Wilhelm Schmid („Was geht uns Deutschland an?“, 1993 S. 82):

„Im Zuge der Bemühungen [1968, Anm.], einer kritischen Öffentlichkeit Raum zu verschaffen, wird zuallererst die Straße in Anspruch genommen. Der grundlegende Raum jeder Öffentlichkeit ist ohnehin seit jeher ‚die Straße‘. Die Demonstrationskultur wird wiederentdeckt, die einst Sache der Arbeiterbewegung war, um die im Kaiserreich unentwegt gekämpft worden war und die in der Weimarer Republik in voller Blüte stand, bevor die Nationalsozialisten damit Schluß machten – ein Verdikt das sich nach dem Krieg hielt, trotz der im Grundgesetz verankerten Demonstrationsfreiheit. Der alte Landfriedensbruch-Paragraph bezeichnete die Demonstration noch als ‚Zusammenrottung‘; jeder wurde mit Strafe bedroht, der sich nach dreimaliger Aufforderung nicht entfernte – eine gesetzliche Bestimmung, die erst 1972 revidiert werden sollte.“

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