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Jeweils Mittwoch um 24:10 / aka Donnerstag 00:10 Uhr auf Radio Corax im Raum Halle/Saale auf 95.9 FM oder per Stream.

05.10.11 Ror Wolf – Die Durchquerung der Tiefe 2v2 (1997)

Teil 2 (8. bis 13. Kapitel). Berichte von einem der plötzlich in der Tiefe verschwunden ist. Es sind Berichte über normale und seltsame Menschen, über sonderbares und gewohntes, über die Welt oben und unten. „Haben sie einen Grund?“ „Ich habe einen Grund, darauf können sie sich verlassen.“

12.10.11 Bertolt Brecht – Die heilige Johanna der Schlachthöfe (Berliner Funkstunde 1932; 42 Min.); Adorno – Bloch – Möglichkeiten der Utopie heute (27 Min.)

Die Erkenntnis der Johanna Dark gleicht einer Ernüchterung: Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht, es helfen nur Menschen, wo Menschen sind. Brecht kritisiert mit dem Instrumentarium der marxistischen Kritik den Reformismus der Arbeiterbewegung. Dieses erste von drei seiner ‚Johanna‘-Stücken war 1929-31 entstanden und gelangte erst 1959 erstmals auf die Theaterbühne. Im Radio hingegen war es bereits im April 1932 in einer gekürzten Radioversion erstmals zu vernehmen. Zum besseren Verständnis der Handlung gab es damals noch erläuternde Zwischentexte, die aber allesamt nicht mehr erhalten sind.

Adorno und Bloch im Gespräch: „[…] Die wesentliche Funktion die dann Utopie hat, ist eine Kritik am Vorhandenen.“ „Ja.“ „Wenn wir die Schranke nicht schon überschritten hätten, könnten wir sie als Schranke nicht einmal rezipieren.“ „Ja, die Utopie steckt jedenfalls wesentlich in der bestimmten Negation. Der Negation dessen was blos ist, und dadurch dass sie sich als ein falsches konkretisiert immer zugleich hinweist auf das was sein soll.“

19.10.11 Elfriede Jelinek- Stecken! Stab! und Stangl! (Eine Leichenrede) (1996)

Am 4. Februar 1995 werden kurz vor Mitternacht in Österreich vier Männer ermordet. Durch eine Rohrbombe des Attentäters Franz Fuchs sterben die Roma Peter Sárközi, Josef Simon, Ervin und Karl Horvath. Sie hatten versucht, eine Plakette mit rassistischen Beschimpfungen („Roma zurück nach Indien“), die an der Bombe angebracht war, zu entfernen. Die Männer sind sofort tot.

Elfriede Jelinek nimmt dieses Ereignis zum Anlass anhand der nachfolgenden Berichterstattungen, der öffentlichen Reaktionen und Verlautbarungen ein Bild der Gesellschaft zu zeichnen. Es ist ein Spiegel der österreichischen Republik, die räsoniert, verharmlost und darüber hinwegredet. So findet sich auch tatsächlich öffentlich geäußert die Überlegung, ob die vier Männer nicht letztlich selbst schuld an ihrem Verhängnis sind. Was Jelinek deutlich macht: der Mord wird zerquatscht, breitgetreten und relativiert.

 26.10.11 Issac Asimov – Die verbotene Erfindung (1967)

Eine Maschine wurde entwickelt um in die Vergangenheit zu sehen. Sofort stellt sich die Frage nach der Priorität (als ein Mittel zur Beeinflussung wird dann auch der finanzielle Hebel genutzt: wofür soll überhaupt geforscht werden?). Und es stellt sich damit auch die Frage: Wie effektiv kann eine staatlich gelenkte Wissenschaft sein? Welche Grenzen sind einer freien Forschung im Interesse der Allgemeinheit zu setzen?

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