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Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden hierzulande die Kriegsdenkmäler geputzt, erweitert oder neu errichtet um an die gefallenen Helden an der Ost-West oder auch Heimatfront zu gedenken. Den Jüdinnen und Juden und anderen in die Enteignungs- und Vernichtungsmaschinerie der Deutschen geratenen wollte man sich nicht erinnern – es hätte zu sehr an den „gescheiterten Entledigungsversuch“ erinnert (man war doch schon bis zum Äußersten gegangen). Denkmäler für die von Deutschen Ermordeten mussten auf Anregung und teilweise auch durch Finanzierung der Überlebenden oder von Angehörigen errichtet werden, wie das Beispiel Waldstadt oder auch Mallersdorf in Bayern zeigen.

„Dieser Friedhof wurde im Jahre 1947 errichtet unter dem Protektorat von Staatskommissar Dr. Philipp Auerbach mit Hilfe des Landratsamtes Mallersdorf und den Jüdischen Kultusgemeinden Ergoldsbach, Geiselhöring und Mallersdorf. Finanziert durch die jüdische Bevölkerung des Landkreises Mallersdorf.“

[Finanziert wurde das Denkmal durch] (damals fast ausschließlich Displaced Persons). Ein hohes Denkmal, das auf großen Steinsäulen innerhalb eines gemauerten Davidsterns steht, ist von 67 Davidsternen auf Grabfeldern umgeben.(src)

Das Denkmal für die Deportierten und später von der SS-Erschossenen steht an einer Landstraße bei Steinrein, bzw. Pfaffenberg.

In deutsch, englisch und hebräisch ist auf dem Denkmal zu lesen:

„Zum ewigen Gedächtnis für alle Zeiten! Hier ruhen 67 von den sechs Millionen jüdischer Opfer die durch Nazigrausamkeit zu Tode gemartert wurden, als sie im Jahre 1945 aus dem Lager Buchenwald geführt wurden. Heilig sei das Andenken des unschuldig vergossenen Blutes.“

Bemerkenswert vielleicht, dass dort die SPD letztes Jahr zum Gedenken aufrief und darauf verwies, welch Widerstandskämpfer die Einheimischen gewesen seien. 13 Häftlinge konnten damals auf dem Todesmarsch fliehen und sich verstecken.

Hätten die beiden Polizisten Mauerer und Kimmerling sowie die Bäuerin Anna Gnadl damals nicht diesen Mut gezeigt, dann wäre es ein „Friedhof der 80“ geworden. (src)

Der Mut bestand darin, nichts zu machen, d.h. die Flüchtlinge nicht zu melden. Diese hochgepriesene Courage zeigten die „Helden“ im April 1945, keine 30 Tage vor der totalen Kapitulation. Mitte April waren amerikanische Soldaten in Mitteldeutschland (Magdeburg, Leipzig), Ende April in München. Vielleicht erwähnenswert, dass man auch auf die jetzigen Umstände zu sprechen kommt und es immerhin schafft einen transnationalen Naziversand zu erwähnen:

Der Rechtsradikalismus und seine Vertreter sind auch heute noch überall zu finden, auch bei uns. Zum Beispiel in einem Versand rechtsradikaler Propaganda in Geiselhöring, oder dem Erstarken der Republikaner in den 90er Jahren, dem die Bürger von Mallersdorf- Pfaffenberg damals entschieden entgegengetreten sind.“ (src, Link von mir)

Entschieden entgegengetreten wird auch heute noch – mit Lichterketten, Ansprachen und Volksfesten („Bunt statt braun“). Oder eben durch couragiertes nichts tun.

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