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Es gab mal eine Zeit, da interviewte Jürgen Elsässer für die Jungle World Henryk M. Broder und kam selbst zu folgender Aussage:

Das Tragische an der Situation ist doch, daß ein Palästinenserstaat auch keine Lösung sein kann. Sicherlich werden die Palästinenser unter israelischer Besatzung zum Teil schikaniert – aber ihre individuellen Freiheitsrechte würden noch stärker beschnitten, wenn sie ihren eigenen Staat hätten. Den würde nämlich über kurz oder lang die Hamas beherrschen… (src)

Heute ist Elsässer immer noch publizistisch unterwegs, bezeichnet die von ihm herausgegebene Zeitung „Compact“ gar als „verwegenes publizistisches Projekt“. Verwegen scheint auch der Weg den er bis heute als strammer Globalisierungskritiker, Linksnationaler und stetig wachsender Verschwörungstheoriesympatisant gegangen. Freunde und Unterstützer für seine Volksinitiative sammelte er Links wie Rechts, im Fokus stand ja die Masse Volk. „CIA-Agent Bin Laden“  lautet der Titel der Juniausgabe seiner Zeitung & lässt erahnen, in welcher Welt er sich (zumindest ideologisch) heute befindet. In Schkeuditz (ca. 20 km westlich von Leipzig) wird es Anfang September mit ihm ein Stelldichein geben, anlässlich des 10. Jubiläums der WTC-Anschläge (die aus Sicht Elsässers natürlich keine sind, wie der Titel der Veranstaltung „Inside 9/11“, aber auch die Teilnehmerliste verrät). Auf der Konferenz sollen sich

“einige der bestinformierten Kritiker der offiziellen Version”  [versammeln …]. Fuer 45 Euro, Compact-Abonnenten bekommen natuerlich Prozente, ist man dabei, geladen wird in das “Globana Trade Center” [in Schkeuditz …]. Das Podium ist bereits mit einer deutschen creme de la creme selbst ernannter kritischer Journalisten besetzt: der Chef des notorisch antiamerikanischen Portals infokrieg.tv [Alexander Benesch] ist genauso dabei wie zwei Compact-Mitarbeiter – einer davon ist Elsaesser selbst – […]. (src)

Elsässer scheint am Welterklärungsmodell der Elitenherrschaft gefallen zu finden, wendet er sich doch in seinem Blog auch dem jüngsten Bilderberger-Treffen Anfang dieses Monats zu. Dort meinte er:

„Ich bin nach wie vor ein Linker, aber ich habe Hochachtung vor den Leuten von der SVP. Die ganze Unterscheidung von Links und Rechts die wir bisher hatten, die gilt heute nicht mehr. Das ist Unsinn. Als Gesprächspartner ist mir ein intelligenter Rechter immer noch lieber als ein dummer Linker.  Generell gesehen verläuft der Hauptunterschied zwischen Demokraten und Imperialisten. […] Wir haben Demokraten Rechts wie Links. „ (src)

Das scheint die von ihm 2002 geforderte „Objektivität“:

Der notwendige Streit über den Aufbau einer Opposition […] sollte nicht entlang der überkommenen ideologischen Bruchlinien erfolgen, sondern einzig und allein auf der Grundlage von Fakten. (src)

Spricht aus dieser No-Lager- und Logohaltung eine Querfrontstrategie, wie bei Hagalil behauptet? Fest steht: einigen wirren Nationalen ist Elsässer mit seiner Leidenschaft zu Deutschland und seiner Globalisierungskritik zwar lieb, aber durch seine Äußerungen über Israel zu inkonsequent. Volksdeutscher Detlef Nolde (Ex- FAP/NPD/Anti-Antifa) schreibt über die Volksinitiative des Jürgen Elsässer:

Die „Volksini (VI)“ hätte eine Möglichkeit sein können, „rechts“ und „links“ auf nicht-extremistischer Grundlage miteinander zu verbinden d. h. sich sowohl von Zionisten als auch Nazis kategorisch abzugrenzen – ebenso Islamisten. Daraus wurde nichts. […] Das heißt nun widerum nicht, daß ich nicht nachwievor positive Ansätze in der publizistischen Arbeit von Jürgen Elsässer sehen würde (etwa im neuen Compact-Magazin) nur ist der Punkt „Zionismus“ [gemeint ist der angebliche Prozionismus Elsässers] bei mir kein nebensächlicher und deshalb relevant. (src: dessen blog)

Mal sehen wann Elsässer die nächsten vermeintlichen Tabu-Themen wie Chemtrails oder anderen Eso-Kram anpackt.

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