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Jeweils Mittwoch um 24:10 / aka Donnerstag 00:10 Uhr auf Radio Corax im Raum Halle/Saale auf 95.9 FM oder per Stream.

01.06.11 Gottfried Benn – Kunst und Drittes Reich (Monolog geschrieben 1941); Die Stimme hinter dem Vorhang (1951)

Gottfried Benn ist bekannt für seine Gedichte aus dem Leichenschauhaus, für seine Verse über Wunden, Eiter und Verwesung. 1933 noch zeigte sich der gelernte Arzt dem NS aufgeschlossen, schrieb 1934 „Kunst und Macht“, worin er er die nationalsozialistische Kunst als Fortsetzung und Vollendung der europäischen Avantgarde beschreibt. Doch seine expressionistische Vergangenheit machte ihn mit dem Regime unvereinbar. Seit 1935 Oberstabsarzt bei der Wehrmacht, wird Benn 1938 von der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und mit Schreibverbot belegt. In dieser Phase schreibt er den Monolog Kunst und Drittes Reich, welchen es bei IKL zu hören gibt. Nach dem Krieg wird er mit dem Band „Statische Gedichte“ berühmt & zum Vorbild einer orientierungslosen Schriftstellergeneration.

08.06.11 Zwei Feature über Afghanistan: Marc Thörner – Dejavu im Tagab-Tal (2011); Martin Durm – Afghanische Realitäten (2011)

Marc Thörner hat vor einem Jahr ein Buch mit dem Titel „Afghanistancode“ herausgebracht. Darin geht er kritisch mit den Ansprüchen und Strategien der militärischen Inteventionsmächte um. Auch in seinem Feature „Dejavu im Tagab-Tal“ berichtet er kritisch über den Kampfeinsatz von französischen Soldaten auf dem „Schlachtfeld Afghanistan“. Nach Thörner kehren in die militärische Strategie der Franzosen die kolonialen Erfahrungen und Ansichten zurück.

Martin Durm begleitet eine deutsche EU-Abgesandte in die afghanischen Provinz. Deutlich wird die Diskrepanz zwischen den politischen Vorgaben aus Brüssel und der Realität in Afghanistan.

15.06.11 Georg Büchner – Leonce & Lena (1958)

„LEONCE: Unglücklicher, Sie scheinen auch an Idealen zu laborieren.“

22.06.11 Ferdinand Kriwet – Apollo Amerika (1969) & Dschubi Dubi (1977)

Kriwet: „Zwischen dem 10. Juli und 10. August werde ich in Amerika sein. Und es begibt sich zu dieser Zeit, daß die amerikanischen Astronauten Edwin Aldrin, Neil Armstrong und Michael Collins als die ersten Menschen der uns bekannten Menschheitsgeschichte mit dem Raumschiff Apollo 11 den Mond umkreisen und mit dem Lunar Module, der Mondlandefähre oder „Spinne“, auf ihm landen und von ihm wieder zur good earth zurückkehren werden. Thema meines sechsten Hörtextes Apollo Amerika ist die sensorische und intellektuelle Wahrnehmung all dessen, was ich im Radio, Fernsehen oder sonstwie vermittels technischer oder menschlicher Information von oder über das Projekt Apollo 11 höre.“

Kriwet: „DSCHUBI DUBI demonstriert im Rahmen einer Untersuchung der Sprache die Lautsprache des Schlagers in ihren unterschiedlichen, chorischen und solistischen Erscheinungsweisen. […] Aufgabe von DSCHUBI DUBI ist u.a. zu verdeutlichen, welchen Anteil der bedeutungs-lose (und durchaus daher nicht auch sinn-lose) Laut in vielfältigen Ausdrucksweisen unserer täglichen Rede und Sprache hat, zu Gehör zu bringen, was allerorten hörbar ist aber kaum wahr-genommen, kaum bewusst gehört und erlebt wird.
Wenn ich mich als Hörtextautor für Popmusik interessiere, so deshalb, weil sich in ihr das gesamte phonetische Material vom Heulen und Stöhnen bis zum Sprechgesang mit einer Selbstverständlichkeit wiederfindet, wie sie der neuen Musik und Literatur nicht gelingen will. Dieses phonetische Inventar vorzustellen und damit dem Rock- und Popfan vielleicht erst bewußt zu machen, schickt sich DSCHUBI DUBI an.“

29.06.11 Ebehard Petschink & Helmut Mössmer – Ladykiller. Versuch einer Würdigung (DLR 1998)

Am 01. Juli diesen Jahres wäre die Prinzessin der Herzlosen 50 Jahre alt geworden. So wurde sie Opfer eines Papparazi, ist auch bei Wikipedia zu lesen: „Um 00:25 Uhr Ortszeit verunglückte der Wagen in der Unterführung der Pont de l’Alma in Paris. Der Mercedes-Benz prallte auf der Flucht vor Paparazzi mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Tunnelpfeiler. […] Auf einem Foto, das von einem Paparazzo unmittelbar vor dem Unfall direkt aus Fahrtrichtung aufgenommen wurde, ist deutlich sichtbar, dass der Chauffeur durch den Fotoblitz geblendet wurde. Diese Störung musste bei der verminderten Reaktionsfähigkeit des Chauffeurs und der überhöhten Geschwindigkeit entscheidend ausfallen, als Henri Paul in einer Rechtskurve des Tunnels geradeaus gegen einen Pfeiler fuhr. […] Diana war nicht sofort tot. Sie starb wenige Stunden nach dem Unfall an den Folgen ihrer schweren inneren Verletzungen im Krankenhaus Pitié-Salpêtrière. Gegen 4 Uhr morgens wurde sie offiziell für tot erklärt.“ Im Hörspiel wird das Verlangen der Konsumenten nach den Privatheiten der Diva gelüftet, indem der Paparazzi sein Taschenmesser zückt & in den Bauch der im Auto liegenden verletzten Prinzessin schneidet, um herauszufinden ob diese nun schwanger sei oder nicht.

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