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„Das Baskenland erlebte ebenfalls [ – wie Katalonien – seit Ende des ersten Weltkriegs, Anm.] einen starken wirtschaftlichen Aufschwung, aber der baskische Nationalismus basierte anders als in Katalonien nicht auf dem Selbstbewusstsein des aufstrebenden Bürgertums. Hier kam vielmehr ein ethnisch begründeter Abgrenzungswille zum Tragen. Die Ende des 19. Jahrhunderts in Gestalt der baskischen nationalistischen Partei PNV politisch artikulierte nationalkulturelle Bewegung war eine im Kern antimoderne Bewegung. Dies hing damit zusammen, dass die baskische Industrialisierung durch kastillische, aber auch durch baskische, an Madrid orientierte Unternehmer vorangetrieben wurde und sie einen starken Zuzug von Arbeitskräften aus anderen Regionen Spaniens zur Folge hatte. Der baskische Nationalismus ist daher zunächst als eine Abwehrreaktion gegen die Folgen der Industrialisierung zu verstehen. Die erst im Laufe des 19. Jahrhunderts verloren gegangenen Sonderrechte sollten nicht nur wiederhergestellt werden, das Baskenland sollte darüber hinaus von fremden, nichtbaskischen Einflüssen befreit werden. Damit blieb der baskische Nationalismus zunächst eine Erscheinung der ruralen und kleinbürgerlichen Gegenden, der vor allem durch den niederen Klerus unterstützt und verbreitet wurde.“

aus: Carlos Collado Seidel: Der Spanische Bürgerkrieg. Geschichte eines europäischen Konflikts. München 2006. S. 20f

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