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Jeweils Mittwochs um 24:10 Uhr auf Radio Corax im Raum Halle/Saale auf 95.9 FM oder per Stream.

06.04.11 Ernest Hemingway – Schnee auf dem Kilimandscharo (SDR 1977)

Der Schriftsteller Harry geht nach Afrika, um zu einem einfachen Dasein zurückzukehren, um einen Sinn in seinem Leben zu finden. Der Versuch ein Leben in Luxus und Sicherheit zu führen hatte ihn intelektuell ruiniert. In Afrika wollte er zu einem einfachen, sinnvollen Dasein zurückfinden, doch eine kleine Verletzung droht seinem Dasein ein Ende zu machen. Zum Symbol wird das dicht unter dem Gipfel des Kilimandscharo liegende vermodernde Skelett eines Leoparden. Es wird zum Symbol eines „zu-spät“, eines Vorwagen und Scheitern und hinterlässt doch gleichzeitig durch seine verlorene Existenz offene Fragen.

13.04.11 Theo Gallehr – Wer hat Angst vor dem Milchmann (RB 1979)

Im Herbst 1977 war Theo Gallehr mit einem Aufnahmeteam unterwegs, um Tonaufzeichnungen zu machen für ein Projekt, das „Gesprochene Geschichte“ hieß. Plötzlich waren sie konfrontiert mit jener Stimmung, die als „Deutscher Herbst“ in die Gesellschaftsgeschichte der Bundesrepublik eingegangen ist. Gallehr und sein Team haben sich mit an die Stammtische gesetzt und mitgeschnitten, was da in aller Öffentlichkeit so frank und frei geredet wurde. Die Aufnahmen wurden zu einem O-Ton-Hörspiel verarbeitet, ein Stück Zeitgeschichte von beklemmender Authentizität, das bestürzende Einblicke in die Volks-Seele einer „wehrhaften Demokratie“ liefert.

20.04.11 Andrej Tarkowskij – Hofmanniana (RBB/SWR 2004)

Der russische Filmemacher Tarkowskij (1932-1986) wollte mit „Hofmanniana“ einen Film über das Leben von E.T.A. Hoffmann schaffen. Anhand von Zitaten, Motiven und Passagen aus dessen literarischem Werk sollte eine Film-Collage verschiedene Facetten des Romantikers zeigen. Dieser Film wurde jedoch nie verwirklicht. 2004 wurde auf Grundlage des Filmszenarios ein Hörstück gebastelt. Angelehnt an Tarkowskijs Manuskript, wird sich darin Hoffmannscher Stilmittel bedient: die Erzählperspektiven wie auch die Zeitebenen wechseln sprunghaft, Schilderungen biographischer und historischer Wirklichkeit gehen nahtlos in Traumsequenzen über, die Grenzen zwischen Realität und Phantasie werden aufgehoben.

27.04.11 Bertolt Brecht – Furcht und Elend des Dritten Reiches (SDR 1967) (1/2)

Brecht schrieb zwischen 1935 und 1939 in der Emigration 11 der 24 Szenen. Er schrieb sie vor Beginn des Weltkrieges, doch die drohende Maschinerie war fühlbar in der lastenden Atmosphäre des öffentlichen und privaten Lebens. Aus wechselnden Blickwinkeln, unter verschiedenen äußeren Gegebenheiten und menschlichen Bedingungen, wird in den kurzen Episoden eindringlich der Alltag des Dritten Reiches gezeichnet: der Terror durch reglementierende Sprachverwirrung, durch Unterdrückung, Mißtrauen und Heuchelei. Brecht wollte deutlich machen, daß, wie er sagt „lange bevor über uns die Bomber erschienen“, unsere Städte schon unbewohnbar waren.

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