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Anlass sich mal Gedanken zu machen über den plakativen Spruch „Nazis raus“. Wieso? Weil er genauso plakativ & verkürzt daherkommt wie „Ausländer raus“. Oder „sonst wer raus“. Aufhänger soll also nicht die offensichtlichste Frage sein – wohin, sondern die Logik hinter einer solchen Forderung. Den Kiez sauber halten – von eben jenen Subjekten befreien, die als gesellschaftsunliebsam klassifiziert worden sind, das ist der Antrieb hinter eben jener Forderungen. Die Verortung „raus“ impliziert ein „drinnen“ und „draußen“. Geht es um die Bundesrepublik Deutschland als „drinnen“? Geht es bei „draußen“ um das Weltall? Geht es um die von der Pogo-Partei geforderte Zoneneinteilung, Idioten zu Idioten? Stilblüten treibt diese seltsame Formulierung dann bei der Forderung „Nazis raus aus dem Internet“ – als wäre das Internet ein Ort aus dem Menschen verbannt würden könnten, die doch in Fleisch und deutschem Blut zu Hause vor dem Rechner sitzen. Aber vielleicht ist hier auch nur von mir zu kurz gedacht – im Angesicht der hässlich drohenden Internetzensur. „Nazis raus aus unserer Stadt – unsere Stadt ist bunt, weltoffen & demokratisch“ – so könnte das zusammengefasst werden was u.a. am 13. Februar in Dresden lief, was aber sonst wie oft an verschiedenen Orten ständig wiedergekäut wird. Passender war da noch der Spruch „Diese Stadt hat Nazis satt“ – denn die hat sie und zwar an die 10.000de die dann gern ihr Kreuz bei der NPD oder auch bei der CDU oder sonst einer Partei machen. Die Frage nach dem „Woher“ der Nazis in „unserer bunten, weltoffenen & demokratischen Stadt“ sollte mit einem großen Fragezeichen versehen werden. Ein oder paar mehr Fragezeichen sind also gar nicht so doof….

Das Eklige an der Forderung „Nazis Raus“ ist also das Plakative. Das Subjekt „Nazis“ ist Austauschbar. Das Schlimme ist: es wirkt. Antwort geben auf Fragen wäre wichtig. Eine Antwort wird auch gegeben:

Warum Schwarz-Rot-Gelb nichts mit Nazis zu tun hat, sondern im Gegenteil lachend, scherzend, Seifenblasen pustend und keine Ahnung was sein will: der möge sich den 1:15 min Film auf der Site der HFF Potsdam ansehen der unter dem Titel „Nazis Raus. Dankesehr.“ läuft:

So wie hier gezeigt gute Laune Stimmung herrschte spätestens nach einer Niederlage nicht mehr. Doch Schwarz-Rot-Gelb wird unaufhaltsam wieder hip. Mittlerweile findet sich soviel davon – ein jeder Mensch mache nur die Augen auf. Mit Nazis hat das natürlich nichts zu tun, die nutzen das zwar auch – oder versuchen dies zumindest – aber eben zu unrecht, weil die sind ja die Bösen. Wen wundert es also, dass Nena derzeit „Made in Germany, dich verlass ich nie“ singt und Fussballfans auf der Strasse „Sieg, Sieg, Sieg“ riefen (& dies vermutlich auch wieder rufen werden). Das „Heil“ nach dem „Sieg“ denkt sich dann nur eine Stimme in meinem Kopf dazu. Eben typisch IKL – Im Kopf Lokalisation.

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One Comment

  1. passt auch zum obigen artikel: http://de.indymedia.org/2008/09/227758.shtml


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