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Heute Abend bei IKL zu hören. Daneben noch zwei weitere Stücke: Claudia Webers „Psychopair“ & Walter Moers „Fönig“. Hier ein Buch von Jürgen Roth, der zusammen mit Ror Wolf „Das langsame Erschlaffen der Kraefte“ produziert hat.

Zum Fussball, zum Sport: wusste bereits Robert Musil, dass es sich bei Kampfesspielen um Ausdruck eines feinst verteilten Hasses handelt (streitbare These), ist auch das Wettbewerbsprinzip und das Küren eines Meisters dem Sport inhärent. Ähnlich wie im Kapitalismus geht es darum Gerechtigkeit zu erreichen, indem jedeR optimiert um weiterhin konkurrieren und mithalten zu können:

Dem Wettkampfsport liegt demnach eine Gerechtigkeitsauffassung zugrunde, nach der auf der Grundlage formal geregelter Austauschbeziehungen, individuelle Leistungen in Konkurrenz zu anderen Leistungen möglichst optimal gesteigert werden sollen. […]

Die Verallgemeinerung der Konkurrenz durch die rechtliche Freisetzung der Individuen wird von den Befürwortern dieser Gerechtigkeitsauffassung dadurch legitimiert, daß erst im Wettbewerb der sich gegenseitig herausfordernden und begrenzenden Interessen ein Höchstmaß an Produktivität und schöpferischer Initiative entsteht. Der einzelne Mensch mag moralisch gesehen „ein krummes Holz“ (Kant) sein. Eine Chance zu seiner Verbesserung liegt jedoch nach diesem Ansatz in der klugen Art seiner Vergesellschaftung. Wie durch eine „unsichtbare Hand“ (Adam Smith) werden die zum Teil widersprüchlichen Einzelinteressen aufeinander abgestimmt und gelenkt. Dabei bleibt den Beteiligten die Vernunft des Gesamtzusammenhanges verborgen und entfaltet sich gleichsam hinter ihrem Rücken. Doch im Sinne dieses Denkens entsteht daraus kein Widerspruch, da die Rationalität des Ganzen vollständig in der Rationalität der Einzelinteressen aufzugehen scheint – oder mit anderen Worten: wir konkurrieren uns empor! […]

Anstatt daß der einzelne seine Anlagen möglichst umfassend ausbilden und entwickeln kann, ist er aufgrund der allgemein vorherrschenden Konkurrenzbedingungen gezwungen, sich primär an den Erfordernissen der eigenen Selbsterhaltung auszurichten. Die Vernunft des Gesamtzusammenhanges erscheint vor diesem Hintergrund als Unvernunft selbst- und fremdausbeuterischer Einzelinteressen.

Wir konkurrieren uns nicht empor, sondern zugrunde!

Die positive Bedeutung der bedarfsorientierten Gerechtigkeitsvorstellung liegt in ihrem kritischen Gehalt. Marx erkennt, daß seine Forderung: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ unter kapitalistischen Produktionsbedingungen kaum realisierbar ist. (Quelle)

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