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spannender Artikel über die Globalisierung aus Sicht eines antikirchlichen Katholiken („Die Kirche der Reichen für die Armen verneint die Macht des Volkes, sich zu befreien.“):

Wir haben es nicht mit irgendeiner Wirtschaft oder irgendeinem Markt zu tun. Es handelt sich um eine kapitalistische Wirtschaft und um einen kapitalistischen Weltmarkt. Der Weltmarkt ist nicht auf Kooperation, sondern auf Konkurrenz ausgerichtet. Die Teilung verläuft nicht mehr zwischen Kapital und Arbeit, sondern zwischen denen, die sich auf dem Markt durchsetzen können und denen, die auf dem Markt, unfähig zur Konkurrenz, sich länger nicht behaupten können. Die ersten bleiben, die anderen müssen aussteigen und verlieren ihre Existenz. Als Folge entsteht eine grosse soziale Ausgrenzung. Diese Ausschliessung erfasst nicht nur Arbeiterschichten, sondern ganze Länder, die für die internationalen Kapitalien nicht mehr interessant sind.

Der Wettbewerb wird bis zu den äussersten Grenzen getrieben. Die technologisch unterentwickelten Länder sind gezwungen, strukturelle Anpassungen in ihrer Wirtschaft einzuführen, um der Logik des Weltmarktes zu gehorchen. Die Folgen sind Zurückdrängen des Staates, Privatisierungen von sozialen Dienstleistungen, Verminderung der Pensionen und bei uns der allgemeinen Löhne. Aus all dem ergibt sich – wie nie zuvor – eine grosse soziale Ausgrenzung.

Mehr dazu zu finden unter einer Initiative an der eine der größten Schweizer Pharmafirmen mit dem Namen Novartis beteiligt ist. An der Initiative „Basler Denkanstösse“ ist u.a. auch die Basler Zeitung dabei. Dort zu finden ist auch der über große Strecken spannende Vortrag von Boff. Für das gutes Gewissen (wie es mir scheint) opfert die Pharmafirma Novartis 10 Mio CHF pro Jahr für ihre hauseigene Stiftung. Wieso? „Corporate Citizenship ist ein integrierender Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und ein Schlüssel zum Erfolg des Unternehmens.“ Und jo: Es hat Auswirkungen das Engagement. „[…] Die Novartis-Stiftung gilt als einzigartige Institution im Privatsektor und hat Konsultativ-Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (UN ECOSOC).“ (wikipedia) Lohnt sich also doch & es geht doch nicht um ein gutes Gewissen – jetzt schon bei der UN den Fuß in der Tür, während der Hintern auf einem konsultativen (Beicht?-)Stuhl sitzt. Aber das sollte ja nicht der Aufhänger sein, die Verstrickungen & Lobbyisten der Pharmaindustrie, sondern das meiner Meinung nach spannende Denken des Leonardo Boff, der u.a. von Ratzinger ein befristetes Rede- und Lehrverbot in der katholischen Kirche erhielt.

Nationalstaaten adé:

Ich verstehe den Begriff Globalisierung im positiven Sinne: Sie ist Anbruch eines neuen Zeitalters. Zum ersten Mal in der von uns gekannten Geschichte treten wir als Menschheit auf, d.h. als ein einziger und zugleich vielfältiger Komplex von Männern und Frauen mit ihren zahllosen Kulturen, Geschichtsrängen und Einrichtungen. Wir bilden eine komplexe Einheit als Spezies homo sapiens und demens. Die neuen Kommunikationsmittel, die elektronischen Medien und die Funktionsweise des Weltmarktes machen uns bewusst, dass mehr und mehr die Zeit der Nationalstaaten der Vergangenheit angehört. Wir fangen an, die Geschichte der Menschheit als Menschheitsgeschichte zu erleben und zu machen.

Was es auf den Punkt bringt:

„In ein paar Jahren werden wir alle Sozialisten sein – entweder wir teilen das Wenige, was wir haben, oder es wird für Niemanden mehr Etwas geben.“

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