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Category Archives: kleinigkeiten-über-denken

Seit dem Beginn der Operation „Schutzlinie“ (Protective Edge) am 8. Juli 2014 wurden über 971 Raketen aus dem Gazastreifen – der übrigens noch bis 2005 unter israelischer militärischer Kontrolle lag – in Richtung Israel abgeschossen. 754 davon schlugen in Israel ein und etwa 201 wurden durch das israelische Raketenabwehrsystem abgefangen & noch im Himmel zur Explosion gebracht, 27 aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen trafen den Gazastreifen selbst. Derweil gab es auch in den größeren Städten wie Tel Aviv und Jerusalem Bombenalarm, auch weiter nördlich – wie etwa Haifa. Raketeneinschläge wurden auch aus Bethlehem und Hebron gemeldet. 40.000 israelische Staatsbürger wurden aus der Reserve mobilisiert und sind Teil der ZAHAL geworden, die über einen (neuerlichen) Einmarsch in den Gazastreifen nachdenkt (pro & con invading Gaza).

Ein offener Brief A.B. Yehoshua aus dem Jahr 2009 an einen Journallistenkollegen hat kaum an Bedeutung verloren – die Ereignisse, Berichterstattung und Akteure von heute sind wenig verschieden von damals.

All we are trying to do is get their leaders to stop this senseless and wicked aggression, and it is only because of the tragic and deliberate mingling between Hamas fighters and the civilian population that children, too, are unfortunately being killed. The fact is that since the disengagement, Hamas has fired only at civilians. Even in this war, to my astonishment, I see that they are not aiming at the army concentrations along the border but time and again at civilian communities. (src – lesenswert!)

Derweil ist die außenpolitische Situation heute eine andere als 2009. Neben etwa Syrien gibt es andere angrenzende Staaten mit keiner/einer instabilen legitimierten politischen Kraft. Zuletzt schlugen auf der Halbinsel Sinai, unweit zur israelischen Grenze, in Ägypten abgeschossene Raketen in einem Supermarkt ein (FAZ). Aus dem Südlibanon wurden Raketen in Richtung Israel abgefeuert, ist etwa in diesem Beitrag zu vernehmen:

rockets-from_gaza_july2014_YT(src: yt)

Bisher kommen die Raketen welche in Israel einschlagen vor allem aus dem Westen – die Reaktion des Staates sind über 1300 israelische Angriffe in den Gazastreifen, bei welchen über 170 Menschen starben. Ein Teil der Strategie der Terroristen, welche die Raketen gen Israel abschießen, besteht in der Nutzung ziviler Einrichtungen als Operationsbasen. Es ist eine ungleiche Kriegsführung, bei welcher von den in Gaza tätigen Aktivisten sowohl zivile Opfer im Aktionsumkreis billigend in kauf genommen werden, gleichzeitig jedoch wegen der ungesteuerten Raketen vor allem Zivilisten zum Ziel der Angriffe werden.

Der Gazastreifen wird bis dato weiterhin mit LKWs, welche zivile Güter wie Lebensmitteln und Treibstoff transportieren, versorgt – aus Israel (src). Dort leben wegen der ständigen Raketeneinschläge und den erweiterter Flugentfernungen jetzt knapp sechs Millionen Menschen unter ständiger Lebensbedrohung.IDF_rockets-UK(mögliche Reichweite der Raketen aus dem Gazastreifen übertragen auf Großbritannien, src)

Die Entführung und Ermordung dreier Jugendlicher (Lizas Welt) ist ein weiterer Teil der jüngst wieder offen aufgebrochenen Auseinandersetzung, deren friedliches Ende immer weniger als eine baldige realistische Option erscheint.

poem_in_the_wood(seen @ a party in wood near Dresden)

eln

melancholie und freude sind wohl schwestern

und aus den bäumen fällt verblühter schnee

mit jedem pulsschlag wird aus heute gestern

auch glück kann weh tun auch der moment tut weh

 

Bereits vor einer Weile schonmal auf eine fantastische slowmotion-supermacro Aufnahme mit einer Libelle hingewiesen. Weil es zu groß ist, der kleine/kurze Moment des tanzenden Wassertropfen, hier die Verlinkung:

yt-slo-mo-drop

Fantastisch der Tropfen nach dem Tropfen, der wie Spannungsgeladen auf der Oberfläche tanzt, einen neuen kleineren Tropfen bildend… watch on yt

Auch ein must-see: gefärbte Tropfen fallen (in Milch?!). Die vertikal wirkende Energie wird ziemlich gut sichtbar.

yt-slo-mo-drop02(watch on yt)

 

 

the_map_of_israelSchöner Hinweis bei hagalil über ein Videoprojekt von Gil Shuster, welches spontan und auf der Straße mit den dort Anwesenden eine Mentalitäts-, Wissens-, kurz Realitätsabfrage unternimmt – klick hier.

Ein merkwürdiger Vorfall hat sich heute Morgen in Bazouges zugetragen, einer kleinen Gemeinde an der Loire. Am Eingang der örtlichen McDonalds Filiale fing eine Figur des Unternehmensmaskottchens Ronald plötzlich an, eine rote Flüssigkeit  abzusondern, die große Ähnlichkeit mit Blut aufweist. Der Verdacht, es handle sich dabei um Vandalismus, konnte ausgeräumt werden. Die Geschäftsleitung beeilte sich, zu versichern, dass es in der Küche nicht zu Auffälligkeiten gekommen sei. Die Figur soll nun abgebaut und untersucht werden. Das Restaurant bleibt für einige Tage geschlossen, da es bereits zu Glaubensbekundungen gekommen ist. Unter anderem wurden Blumen niedergelegt… (src) (click pic to enlarge)

prudhomme_rabate-plastik-madonna-ronald_bleedingGespoilert, denn mit einem blutenden Ronald McDonald endet die Graphic Novel von Prudhomme und Rabaté, die in deutsch unter dem Titel Die Plastikmadonna erschienen ist. Auch wenn die Story nicht wirklich viel mit Ronald zu tun hat, um sogenannte Tränenwunder und den Umgang damit geht es schon. Zum Unternehmens-Clown (der in Japan auch weiblich erscheint) gibts mehr bei wkpd zu lesen.

 

The Germany dropped not only bombs in continental-Europe, even in Ireland they left their war traces. “Percy-Street – Belfast Blitz. Easter Tuesday 15. April 1941″ belfast_15thApril1941-percy_street-ikl959.com

As you can see – even in Belfast the people celebrated the german capitulation. “VE DAY 8th May 1945“!ve-day-8thMay1945_belfast_dover-place_ikl959.com(seen in Belfast, Dover Place)

Fliegen ist einer der menschlichen Träume welcher auch zukünftig vital bleiben wird. Im 21. Jahrhundert wird die Menschheit was das Fliegen anbelangt eine neue Qualität entwickeln – sowohl die Effizienz als auch Technik betreffend. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde nach alternativen Flugmodellen gesucht, heute schweben tatsächlich Menschen in fliegenden Untertassen über unseren Köpfen. UFO_test-flight_earth_ikl959.comEine sehenswerte Dokumentation (in englisch) über den aufgeladenen Mythos und die praktische Realität fliegender Untertassen (etwa auch beim Militär).

UFO_yt=rZ8GjzwSpQo_ikl959.comwatch: National Geographic – The Truth Behind UFOs (lang. engl.),45 Min 2011 on yt

Gesehen im Paulusviertel in Halle/Saale: einen selbstgebauten “Pflanzentausch-Platz” (click pic to enlarge).

pflanzentauschplatz_paulusviertel_halle_ikl959.comDoch angepflanzt war da nicht wirklich was. Wirkte bei meinem Besuch eher unterbenutzt/außer Betrieb… Das Prinzip:

pflanzentauschplatz_paulusviertel_halle_b_ikl959.comMit ein bissel Engagement auf die Straße gebracht finden sich solcherlei kommunitäre Spielecken (zur Förderung des Gemeinwohl?) a lá “Guerilla Gardening” ganz zivil-ungehorsam in den lebenswertesten Ecken der (sub- und multikulturellen) Stadt, in den belebten und beliebten Kiezen.

Ein Film welcher den Weg von jungen Mädchen aus der ärmlichen und ländlichen Provinz in die städtische Sphäre von  unerfüllten Versprechen und gezwungener Sexarbeit anschaulich macht ist “The price of Sex” (IMDB; press-pdf) von Mimi Chakarova. Ausgangspunkt ist das bulgarische Dorf, in welchen die jungen Mädchen keine Perspektive finden und die Erfüllung und Verwirklichung ihrer Träume in den Großstädten sehen.

the_price_of_sex_chakarovaGleich einem modernen Märchen kommt das Böse aus der Ferne – auf der Suche nach frischem Fleisch wird von AgentInnEn die Provinz bereist, mit Geld und Versprechen auf Arbeit werden junge Mädchen ins fremdsprachige Ausland begleitet und vermittelt, wo diese sich dann Lügen, Zwang und Gewalt ausgesetzt sehen. Dramatisierend wird von einer Entvölkerung etwa Moldawiens gesprochen, bei der die Alten unwissend um das Schicksal ihrer Kinder und Enkelkinder zurück bleiben – doch übertrieben oder unrealistisch wirken die Beschreibungen und Einschätzungen des Mädchen- und Menschenhandels in Metropolen wie Istanbul, Dubai oder Athen nie.

the_price_of_sex_chakarova02Der Film trägt durch das aktive Agieren der Autorin eine persönliche Note und bleibt dadurch sehr nahbar. Ein Defizit ist, dass Gespräche etwa mit Freiern und Zuhältern aber auch Prostituierten wegen deren Wissen um Rechtsbrüche oder Bedrohung für das eigene Leben all zu oft vage bleiben. Der Versuch den Alltag von Zwangsprostitution anschaulich zu machen gelingt nicht immer, doch exemplarische Einzelschicksale und einige offenherzige Schilderungen geben eine Vorstellung von den Abgründen in diesem Metier (erzwungener Sex mit Schwangeren, etc.).

yt_the_price_of_sex_04_2014_(Trailer on yt)

Der Zuschauer bekommt einen sehr vitalen Zweig moderner kapitalistischer Gesellschaft zu sehen, in welchem der Daseinszweck einiger Menschen auf die Funktion einer Dienstleistung reduziert wurde; von den weiblichen Opfern wird die aufgezwungene Rolle jedoch geleugnet – sie selbst sehen sich irgendwann als Geschäftsfrauen:

(Athens)

Mimi C.: When you go inside (a brothel), what is the first thing that you see?

Konstantin S. (HIV-Doctor): Mhm. First thing? Meat. But thats not the right question. It’s not the first thing, but the last. Last is… It’s pain.

Mikiru Bani: When the clients of the area are tired of the girls, they would report them. The police is corrupt. So they will arrest the girls, send them back home and bring new girls, because the costumers want new girls. [...] Prostitution and trafficing has nothing to do with sex. It has to do with power, it’s violence. No girls who’s asked: “Would you rather become a nurse or a prostitute?” will say, “I’d rather become a prostitute”. But if she’s raped and raped and raped than she will see her self as identity buisness-woman. It’s easier than to see herself as an identity victim.

Abseits der Schilderung schockierender Frauenschicksale und deren persönlichen Umgang damit weist der Film auf den Umstand hin, dass die Sphäre der Prostitution nicht nur von männlichen Geschäftemachern genutzt wird, welche die Frauen zur Sexarbeit zwingen bzw. dieses am Markt angebotene Fleisch kaufen. Auch Teile des Staates sind in den organisierten Menschenhandel involviert, nutzen mithilfe der Korruption Abläufe zur Profitmaximierung und für die Sicherung eigener Interessen. (hier mal online zu finden gewesen, hier Extract auf yt )

Mimi Chakarova – The price of Sex – USA 2010, 73 Min (eng. sub.)

Eine Veranstaltung in der vergangenen Woche widmete sich dem Thema “Gefahrengebiet Connewitz” und lud zu Diskussion und Vortrag ins UT-Connewitz. Das Interesse groß, die Befindlichkeiten divers, die Diskussion lahm – könnte eine Einschätzung lauten (der Saal leerte sich während der bis auf wenige emotionale Ausbrüche spürbar unterspannten bzw. planlosen Atmosphäre). Politisch wurde es (im Gegensatz zu der Forderung der Initiatoren) nicht sehr.

Anlass die eigene Kiezigkeit zum Gegenstand eines Abends zu machen ist ein – nach Auszug eines städtischen Amtes – jüngst eröffneter Polizeiposten (hinter den mittlerweile mit Sichtschutzfolie beklebten Fenstern befinden sich ein paar Tische und Stühle mit Computern); bislang weist kein blau-leuchtendes Schild die Räumlichkeiten als polizeiliche aus. Ab und an stehen Männer und Frauen in blauen Uniformen mit Pistolen im Holster vor der Tür, rauchen und quatschen. Die erkenntlich polizeilichen Dienstfahrzeuge parken am Straßenrand und um die Ecke. Dass es auch zivile Bestreifung gibt soll nicht unerwähnt bleiben, kommt die staatliche Repression doch manchmal auch bunt-bürgerlich daher. Das neue Polizeibüro, wenige hundert Meter vom Connewitzer Kreuz entfernt – was bereits seit einiger Zeit mit Kameras überwacht wird (s.u.) -

cc-tv-connewitzer_kreuz(src)

veranlasste einige Ladenbetreibende und Einzelhändler zu einem (politischem?) Statement. In dem Faltblatt heißt es treffend: “Hier wird nicht das potenzielle Ausüben von Straftaten kontrolliert, sondern der der Raum an sich.” Den Vorwurf von Kiezromantik versuchen die Schreibenden nach einer Liebeserklärung (“stets ein alternatives linkes Viertel geblieben [...] so sind wir gern in diesem Kiez, auch wegen seiner Geschichte. Weil es hier die dringend notwendigen Freiräume gibt, weil wir hier unsere kulturellen und politischen Ansätze entwickeln und ausleben können”) mehr schlecht als recht zu leugnen. Nicht nur Beamte in und ohne Uniform kontrollieren und observieren sondern auch Überwachungsinstrumente – etwa Kameras. An dieser Stelle scheint eine Analogie zum Verhalten von Kühen in automatisierten Melkmaschinen einigen Lesenden unangebracht – doch ohne Menschen geht es denen besser, haben die Viecher erwiesenermaßen weniger Stress – bei Menschen ist das vielleicht ähnlich? Stressgefühle wegen Überwachung dürfte diese versteckte und jüngst im Quartier (Simildenstraße) entdeckte kleine Kamera nicht ausgelöst haben:

cam3(src)

Dass die Behörden versteckte Kameras für ihre Ermittlungstätigkeit nutzen ist nicht neu. Während der Ausbau der öffentlichen Überwachung an Ampeln und Gebäuden ohne weitere größere Proteste stattfindet, werden PolizistInnEn die ihre Dienstfahrten statt in dem Polizeirevier in der Richard-Lehmann-Straße in der etwa 800 Meter entfernten Biedermannstraße beginnen und beenden als Bedrohung wahrgenommen. Gewiss ist das Unbehagen berechtigt, steigert es doch die Wahrscheinlichkeit auf dem Weg durch den Kiez von einem gelangweilten dienstabsolvierendem Beamten aus irgendwelchen Gründen angehalten und gerüffelt, kontrolliert oder gar festgesetzt/eingesackt zu werden.

Die Wahrscheinlichkeit Opfer einer Polizeikontrolle zu werden ist indes als weißer Durchschnittsdeutscher niedriger als etwa ein Mensch mit einer anderen Hautfarbe. Kameras sind da weniger wählerisch.

cc_tv_vienna(src)

Dass die Insel Connewitz schon lange nicht mehr bzw. nie wirklich eine alternative Insel jenseits kapitalistischer Verwertungslogik war, sondern diese Mythen selbst schuf & aufs Revers packte wird hoffentlich wenige Köpfe erstaunen. Dass der Kiez wie jeder Stadtteil eine eigene soziale und infra-Struktur hat und aufgrund dessen die Lebensqualität bestimmt wird ist ebenfalls nicht neu. Der polizeiliche Hotspot verankert die Präsenz der Exekutive ohne Zweifel stärker als bisher im Stadtteil. Von Einigen wurde es als politisches Signal verstanden (Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung bezeichnete den Polizeiposten als “geniale Idee”) und die mit ihrem Büro im Viertel zu findende Linke Jule Nagel wünschte sich eine stärkere Politisierung der Anwohnenden. Eine der ersten öffentlichen Reaktionen war eine mehr oder weniger erfolgreiche Satire (siehe NoPoliceDistrict-Connewitz und Connewitzer-Dorf-Union Demonstrationen indymedia oder indylinksunten) vor der polizeilichen Behausung.

Der repressive Kontext all dessen sollte nicht unerwähnt bleiben – CCTV (siehe auch invenati-Antifa-Le), verdeckte Überwachung, zivile Bestreifung und letzten Endes Niemand der für etwaige Gesetzesbrüche haftbar zu machen wäre (wie die Überwachung eines linken Kulturzentrums in Freiburg jüngst zeigt, siehe TAZ.de).

during the night in distance the city is gleaming
licht-nacht_ikl959.com(shot in Leipzig)

Screenshots aus dem Film “Shoa” von Claude Lanzmann, auf welchen ein politisches Stück Papier zu sehen ist:hitler_as_a_pig_1Der Beweis ist, dass Hitler nicht nur ein Schwein war: hitler_as_a_pig_2(src)

In Dresden sind am 12. Februar, einen Tag vor dem großen Zerstörungs-Erinnerungsgedenken, Nazis marschiert. Menschen die dies zu verhindern suchten wurden aus dem Weg geräumt.

Dresden_Nazifrei_27_b-ikl959(unbearbeitet-src)

Am nächsten Tag (13.03.2014) gedachten die Nazis Hand in Hand bzw. Arm in Arm mit den gedenkenden Bürgern der Stadt – mehr als ideologische Übereinstimmung auf Augenhöhe?

BgYUU8UCUAAN8ka(Oberbürgermeisterin der Stadt Dresden Arm in Arm mit einem bekennenden Neonazi, src twitter)

Protest hatte es in Dresden bereits im Vorfeld der Zerstörungserinnerung gegeben, so wurde u.a. das Mahnmal auf dem Heidefriedhof mit einem Spruch versucht umzumodellieren, die Bussmannkapelle in der Innenstadt mit Farbeiern versehen. Doch 2014 ist deutlich eine veränderte Strategie der Neonazis mit der Inszenierung in Dresden zu sehen – mit keinem schlechten Erfolg für sie. Erschreckend aber nicht unerwartet. Bleibt abzuwarten ob & wie das offizielle Gedenken es schafft sich zukünftig von diesen abzugrenzen.

simpsons_valentines-day-ikl959.comWie siehts es aus in Sachen Liebe & Valentinstag? Manchmal ist eher Angst…simpsons_valentines-day02-ikl959.com(src: Simpsons S25E11)

_(A)-pic_of_the_day-ikl959.comclose:_(A)4muttisezxenlaumen-close

Abseits der Diskussion um das nukleare Forschungsvorhaben & dessen Realisierung präsentiert sich das Militär im Iran ab und an von seiner besten Seite. Wer das Land für militärisch zurückgeblieben hielt bekommt hier einen kleinen Eindruck von der Schlagkraft der Armee, inklusive der immer wieder kehrenden Beschwörung “Gott ist groß” (“Allahu akhbar”)…

peacful_iran_military_parade_yt.ikl959.com

(hier zu yt)

 

Auf der Suche nach Peter Pan – ein Comic von Cosey. Darin auch ein Zitat aus dem Buch von J.M. Barrie:peter_pan_ikl959.com“Fünfzehn Jahre vergingen. Alle Jungen waren zu Männern geworden. Sie konnten nicht mehr fliegen, und sie hatten die Insel vollkommen vergessen.” James M. Barrie (hier mehr zum Comic)

In Hamburg wurde es ausgerufen, erweitert, wieder verkleinert – das Gefahrengebiet. Die sich darin bewegende Bevölkerung unterliegt einer gefühlten Polizeiwillkür, denn Kontrollen, Platzverweise und sogar Freiheitsentzug aka Ingewahrsamnahmen werden zu einem adäquaten und öfter genutztem Instrumentarium der rechtsstaatlichen Exekutive. Ist die reale Umsetzung in Anbetracht einer möglichen Gefahr verhältnismäßig? Das Wissen um die eigenen Rechte und Pflichten schwindet all zu oft im Angesicht von uniformierten Staatsbeamten, deren Auftreten trägt nicht selten zur weiteren Verunsicherung bei.

In Leipzig wurde kein Gefahrengebiet ausgerufen, trotzdem ist ein erkenntlich repressiver Moment aufgetaucht: Zivilfahrzeuge, in welchen Polizisten unterwegs sind. So kommt es zu dem karnevaleskem Moment, dass erkenntlich ein uniformierter in einem roten Auto am Steuer sitzt und durch die Straßen fährt. Ist der grade im Dienst oder auf dem Heimweg? Unterwegs zu einem Spezialeinsatz? Oder sind alle Dienstfahrzeuge in der Reparatur und die Polizei least ihre Einsatzwagen schon?Ach nein, es gab doch neue Dienstwagen. Also ist es Strategie – zivile Bestreifung. Bleibt nur zu sagen: nach sächsischem Polizeigesetz sind die Beamten im Dienst (ob zivil oder nicht) verpflichtet ihren Dienstausweis zu zeigen - auch ich (obwohl nicht im Dienst!) werde ja kontrolliert und soll mich ausweisen. Der sächsische Polizeiausweis

[...] ist auf Papier gedruckt. Auf dem laminierten Ausweis befinden sich der Polizeistern, der Familien- und Vorname, die Amtsbezeichnung, die Ausweisnummer sowie ein Lichtbild des Inhabers. Der Papierausweis trägt die Unterschrift des Beamten und das Dienstsiegel der beschäftigenden Dienststelle. [...] Alle Angehörigen des Polizeivollzugsdienstes (Polizeivollzugsbeamte und sonstige Bedienstete, die vollzugspolizeiliche Aufgaben wahrnehmen) sind im Besitz eines fälschungsgesicherten Polizeidienstausweises. Der Polizeivollzugsbeamte hat grundsätzlich seinen Polizeidienstausweis im Dienst mit sich zu führen. (src)

sieht so aus:polizei-dienstausweis-sachsen

(src)

§8 Sächsisches Polizei-Gesetz (Ausweispflicht):

Auf Verlangen des Betroffenen haben sich Bedienstete der Polizeibehörden und des Polizeivollzugsdienstes auszuweisen. Das gilt nicht, wenn die Umstände es nicht zulassen oder dadurch der Zweck der Maßnahme gefährdet wird. (src)

Wie die Umstände waren und wodurch gefährdet war – die Juristerei gleicht der Philosophie, das Erscheinen und Agieren der Polizei ist manchmal ebenso willkürlich.

Weshalb nun die Zivilstreife (wkpdia)? Georg Kreisler würde sagen, aus Angst.

[...] Die Polizei in ihrer ganzen Blüte, von der du Schutz und Opfermut verlangst, schützt dich nicht aus Sympathie oder Güte, nur aus Angst, nur aus Angst.

Der Polizist, dem du des nachts begegnest und der dich Heim führt, falls du etwas schwankst, tut das nicht weil du ihn lobst oder segnest, nur aus Angst, nur aus Angst.

Er hat Angst vor dem Chef, er hat Angst vor der Nacht, er hat Angst Jemand könnte ihn sehen, er hat Angst vor sich selbst, seiner Frau, seiner Macht, er hat Angst vor den eigenen Ideen und hat Angst es könnt ohne ihn gehn.

Die Polizei sitzt heute in der Falle, sie hilft Dir nur weil du sie dazu zwangst. Aber sonst ist sie genau so wie alle: sie hat Angst, nichts wie Angst. [...] (src)

(via – lesenswert; vgl. auch indymedia 2011)

In Sachsen wird sie formiert, die RSU.

Die Regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanie.

Hauptauftrag der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie (RSU) ist die Verstärkung der aktiven Truppe im Wach- und Sicherungsdienst für militärische Anlagen und der Infrastruktur. Darüber hinaus können sie Aufgaben im Rahmen des zivilen Katastrophenschutzes übernehmen. So sollen sie zum militärischen Anteil der „gesamtgesellschaftlichen Aufgabe Heimatschutz“ beisteuern. (src, via)

35_jahre_ddr-heimat_schützenGabs auch mal zu Zeit der DDR (hier 35 Jahre alt; heute seltsam wirkendes Bild aus einem Bildband), den Heimatschutz. Sah in Wirklichkeit militärischer aus & agierte auch so. Die Heimat politisiert, der individuelle Bezug kollektiviert. Auch wenn schon immer das heimatliche Kollektiv erwählt war und/oder erwählt wurde – die Aufgabe war stets gesamtgesellschaftlich, quasi klassenlos.

Der Begriff „Heimatschutz“ wird in der Öffentlichkeit zwar häufig als Synonym zu „Katastrophenschutz“ verwendet, geht aber über diesen weit hinaus. Die Konzeption der Reserve definiert Heimatschutz als „Verteidigungsaufgaben auf deutschem Hoheitsgebiet sowie Amtshilfe in Fällen von Naturkatastrophen und schweren Unglücksfällen, zum Schutz kritischer Infrastruktur und bei innerem Notstand“. Damit ist das gesamte Spektrum militärischen Einsatzes abgedeckt. [...] Derzeit weniger wahrscheinliche, aber mittel- und langfristig nicht auszuschließende Veränderungen der sicherheitspolitischen Lage machen eine umfassende Sicherheitsvorsorge notwendig, die auch in den Verteidigungspolitischen Richtlinien vom 27. Mai 2011 herausgestellt wurde. Der nicht auszuschließende Eintritt einer Situation der Bündnis- bzw. Landesverteidigung erfordert dafür unter anderem eine erhöhte Aufwuchsfähigkeit, die in kurz-, mittel- und langfristigen Aufwuchs unterscheidet. Dem trägt die Aufteilung in Truppenreserve, Territoriale Reserve und Allgemeine Reserve Rechnung. Als neue Elemente der Territorialen Reserve werden in der Streitkräftebasis unter Führung der Landeskommandos nach regionalem Aufkommen Regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte aufgestellt. Diese sind zur Entlastung der aktiven Truppe im Heimatschutz vorgesehen. [...] Heimatschutz als gesamtstaatliche Aufgabe bedingt ein Länder und Ressort übergreifendes, kohärentes Vorgehen unter Zusammenwirken aller vorhandenen Instrumente. Bestimmungsgemäß umfassen die Zuständigkeiten des Bundesministeriums des Innern und des Bundesministeriums der Verteidigung Kernbereiche dieser gesamtstaatlichen Aufgabe. (src ist Anfrage Jan van Akens an die Bundesregierung und deren Antwort)

Irgendwie liest sich das nach mehr Bundeswehreinsatz im Inneren – mit Hilfe der RSU. Personell wird zukünftig sicher noch aufgerüstet werden – im April 2013 lag die Personalstärke des RSU bundesweit bei etwa 1000 Mann.

jump_in_altkleider“JUMP IN!” & “COME IN & FIND OUT”come_in_and_find_out

Vor paar Monaten bekam ich ein Bild gesendet, was ich jetzt mal poste:volks_notebook-saturn_2013_ikl959.com(Volks-Notebook; thx @ N.)

Das Volks-Notebook nur die Fortsetzung einer schwarz-weiß-rot-angestrichenen Volks-Verkaufs-Kooperation der BILD-Zeitung, auf welche hier im Blog bereits vor knapp zwei-ein-halb Jahren mit dem Post “Volkskühlschrank reloaded” hingewiesen wurde… To be continued, probably.

love_is_

LOVE IS POSSIBLE; ALWAYS (seen in Leipzig) compare this

Während in den USA 2009 mit Obama erstmals ein Schwarzer Präsident wurde, so liegt die rechtliche Abschaffung der Sklaverei in den USA doch in diesem Jahr “nur” 148 Jahre zurück. Getrennte Busse, Kindergärten und vieles weitere blieb bestehen – bis die  Bewegung um Martin Luther King oder Malcom X Mitte des 20. Jahrhunderts auf die diskriminierende Situation der Schwarzen verwiesen (diese mussten etwa auch in Tanzlokalen durch die Hintertür hinein und hinaus – der normale Eingang blieb nur den Crackern vorbehalten; im Bus hatten sie hinten zu sitzen uvm.) und eine Veränderung, eine Gleichstellung einforderten.

emmett_tills_death(mother of Emmett Till during the trial against the murder)

Noch vor der Bürgerrechtsbewegung ereignete sich 1955 der Mord an Emmett Till – das Motiv nichts als Rassismus. Der an der Tat beteiligte J. W. Milam:

‘Chicago boy,’ I said, ‘I’m tired of ‘em sending your kind down here to stir up trouble. Goddam you, I’m going to make an example of you—just so everybody can know how me and my folks stand.’ (src)

emmett_tills_murderBob Dylan hat die Geschichte über den Mord an einem 14 jährigen Jungen in ein Lied gepackt. (Listen it on yt!)

wo_finde_ich_dich-ikl959“Wo finde ich Dich: die Frau, die sich wirklich liebt” (seen in Halle/Saale)

oder: Die vermeintliche Insel Connewitz

Derzeit in Leipzig plakatiert zu finden “Who killed Bambi?“. Es ist ein Text, welcher sich mit dem gesprühten Handwerk in der Öffentlichkeit, im öffentlichen Raum, beschäftigt. Primär geht es um die Frage, ob es gerechtfertigt ist gesprühte Auftragswerke mit Hatelines zu crossen. Im Text wird zur Schlussfolgerung gekommen: Die “private Aneignung des öffentlichen Raums sowie den damit verbundenen Versuch der Verdrängung einer Subkultur halten wir für nicht hinnehmbar.” Gesprühte Auftragsarbeiten werden als Aufwertung des Lebensraumes verstanden – jene bunten Bilder im eigenen Kiez würden die Gentrifizierungsspirale auch vor der eigenen Haustür weiter drehen, nun sei auch von der eigene Wohnraum, das Lebenskonzept Connewitz bedroht (click pic to enlarge).

who_killed_bambiDoch schräg wird der Text an späterer Stelle. Dort wird der Insel-Charakter des Kiezes zum Identifikationspunkt. Wider besseres Wissen scheint sich das Wohlfühlen unter vermeintlich herrschaftsfreien Connewitzern breit gemacht. Es ist ein Ort zum wohl fühlen.

“In Connewitz ergibt sich zusätzlich noch die lokale Besonderheit, dass das Gebiet Aktions-, Wohn-, Rückzugsraum und vieles mehr ist für Menschen, die sich in der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft unwohl fühlen und frei sein wollen von den mit dieser Gesellschaft verbundenen Zwängen staatlicher Kontrolle. Vor allem linksradikale Menschen und Gruppen sammeln sich deshalb in diesem Stadtteil und erreichen durch diese Konzentration von emanzipatorischer Politik eine erhöhte Effizienz und Aktionsfreiheit, sowie auch persönliche Freiheit, welche in Deutschland sonst so nicht zu finden ist. Dadurch bildet Connewitz auch einen Schutzraum für Menschen, welche von [...] Gewalt betroffen sind, welche leider fester und systematischer Bestandteil der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft sind.” (src)

Dass die Exekutive auch vor den Connewitzer Haustüren patrouilliert, kontrolliert und observiert ist bekannt. Welcher Rückzugsraum? Welche Aktionsfreiheit, welche “persönliche Freiheit, welche in Deutschland sonst so nicht zu finden ist” macht den Ort so beliebt, die Mieten steigend, das Leben dort so vermeintlich unbeschwert und süß? Es ist das Einrichten in der Kiezigkeit.

Eine Analyse könnte etwa lauten: es sind nicht die bunten (Auftrags-)Bilder, welche den günstigen Lebensraum bedrohen, sondern der Grad der Bereitschaft sich dort niederlassen zu wollen (welcher die Mietpreise bestimmt). Gewiss spielen dabei auch bunte Wände eine Rolle, aber mehr als das der schicke neue (Bio-)Supermarkt um die Ecke, der Weg zum Bahnhof/Straßenbahn/Autobahn, die Clubdichte oder das Freiheits-Lebensgefühl-Versprechen, welches einige Faktoren der Gentrifizierung sind. Letzteres findet sich etwa in der Überheblichkeit an einem Ort zu leben, welcher eine persönliche Freiheit bereithält, die “in Deutschland sonst so nicht zu finden ist” und dürfte wider der Absicht zur weiteren Aufwertung des Stadtteils und damit zur Gefährdung der Bezahlbarkeit des eigenen Wohnraums beitragen.

 

Werbung für Seife aus Riesa (Konsum-Seifenfabrik) aus einem Heftchen welches zu DDR-Zeiten erschien und auf charmante Weise Geschlechter-Gleichheit praktiziert:seife_aus_riesa-mein_mann-ikl959“Ich stelle vor: Mein Mann.”seife_aus_riesa-meine_herren-ikl959“…sieht meine Frau nicht reizend aus? [...] Konsum-Seifenfabrik Riesa”

Bereits vor einer Weile begegnete mir eine Versuchsfläche des Freistaates Sachsen – was dort versucht wird war leider nicht erkenntlich… (click pic to enlarge twice!)versuchsflaeche_in_sachsen_ikl959.comHier eine Karte, wo der Ort in der Nähe von Niederwiesa (ca. 10 km östlich von Chemnitz) vermerkt ist.

versuchsflaeche_in_sachsen_karte_ikl959.comMitten im Nirgendwo lassen sich vermutlich die realistischsten Ergebnisse eines Pflanz-Versuchs erzielen (vgl. zum Thema Land auch hier)…

Leipzig ist eine Stadt, in welcher die technische Überwachung des öffentlichen Raums ausgebaut wird. An einigen Stellen lassen sich Kameras an prädestinierter Stelle finden. Es ist eine schleichende Gewöhnung an eine jederzeitige Observation, welche irgendwie an eine totale Dystopie, etwa Orwells 1984, denken lässt…  Willkommen beim CC-TV!

leipziger_camera_arthur-hoffmann-ecke-richard_lehmann_strasse.ikl959.com_b_click pic to enlarge (Kamera auf Ampel an der Ecke Arthur-Hoffmann Straße/Richard-Lehmann-Straße, Leipzig)

wie_leben_nordbad_dd_ikl959.com Wir leben – Wie leben? (seen in Dresden @ Nordbad)

the_head_is_next_ikl959.comI liked this (seen in Halle/Saale)

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