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Kategorie-Archiv: kleinigkeiten-über-denken
Ein sehenswerter, da in seiner Form und Umsetzung überaus ästhetisch und (manchmal alles andere als) kleinteilig, kritischer und fast zeitloser Film (der unausweichlich ein Abbild seiner Entstehungszeit ist, der jedoch die industriellen Prozesse und Entwicklungen markant heraus präpariert welche noch heute wirken) ist eine Dokumentation von Hartmut Bitomsky: Der VW-Komplex (1989).
Ein Blick in die Vergangenheit und Anfänge der Autofabrik ist ebenso enthalten wie ein Blick in die Zukunft. In der Dokumentation von Bitomsky geht es um einen VW-Komplex – so wird auch die Architektur und Stadtplanung der (als wenig lebenswert dargestellten) Autostadt Wolfsburg gezeigt. In Analogie zu den ersten Filmaufnahmen der Cinematographie (Arbeiter verlassen die Fabrik, der Gebrüder Lumiere) werden Arbeiter beim Verlassen der VW-Fabrik Ende des 20. Jahrhundert gezeigt. Es scheint sich zunächst nichts geändert zu haben. Der Arbeiter wird gezeichnet im Spannungsverhältnis zwischen seinem Dasein als Individuum und der gesichtslosen arbeitenden Masse. Die Frage nach der Erwerbsarbeit und dem Verhältnis zu den Menschen entwickelt sich zu einer immer wieder zu findenden Fragestellung. Immer wieder wird auch das Spannungsverhältnis der stetigen Technisierung und Enthumanisierung der Industrie offenbart – der Mensch in Konkurrenz zur Maschine (oder umgekehrt?).
Die Werkstätigen sind VWs stärkste Kundenschicht. Ein Zehntel der Produktion geht an sie. Mit jedem Arbeitsplatz der irgendwo abgebaut wird geht ein potentieller Autokäufer verloren. [...] Ein Verkehr lässt sich vorstellen, der Autofahrer nicht mehr benötigt, ebenso die Autofabrik, den Arbeiter. Es gibt den Zusammenhang von Autofahren und Industriearbeit.
Es verschwinden nicht nur die Arbeitsplätze, es verschwindet die Arbeit selbst. Was damit verloren geht ist noch gar nicht auszudenken. (src: VW-Komplex)
Gewiss ist die Diskussion um Erwerbsarbeit und Industrialisierung kein neues Themenfeld. Mit dem von heute aus gesehen Zeitsprung um über zwanzig Jahre zurück wird der offensichtliche Grad menschlicher Abhängigkeit (richtiger: der Industrieproduktion) von der Robotik um einiges eindrücklicher. In der Dokumentation werden die Besonderheit (die Nazis finanzierten sich über Anlagen von privaten Einzahlern ihre Kübelwagen für die Front; zunächst waren Zwangsarbeiter eine billige auszubeutende Arbeitskraft) und der spätere und anhaltende Erfolg des deutschen Projekts Volkswagen nach gezeichnet, hinterfragt, angedeutet. Film (D 1989, 90 Min.) derzeit noch hier zu finden.
Erst ist dem Tod kalt.
Dann ist der Ente kalt.
Lange schaute er der Ente hinterher.
Als er sie aus den Augen verlor war der Tod fast ein wenig betrübt.
Aber so war das Leben.
(src via d.t., thx!)
Klick pic to enlarge!
(“PFAND GEHÖRT DANEBEN.” mit facebook Adresse…; gesehn in Leipzig)
Die Verhaftung eines mutmaßlichen Brandstifters in Leipzig vollzog sich doch nicht “auf bei frischer neuer Tat“, wie zunächst gemeldet. Des nachmitternächtens begab sich ein Tross vermummter und bewaffneter Spezialbeamter in ein Wohnhaus in Leipzig-Gohlis, – klingelte einige Bewohner des Hauses aus ihrem bürgerlich-proletarischen Schlaf – und verschaffte sich dann (vielleicht filmreif, siehe hier) Zutritt zu den Räumen des potentiellen Delinquenten:
Angeblich wurden die Bewohner des Hauses in Gohlis-Nord, in dem auch der tatverdächtige Brandstifter wohnt, gegen 2.30 Uhr aus den Betten geklingelt. Ein Nachbar habe dann durch den Türspion vermummte und bewaffnete Polizisten im Treppenhaus gesehen, die sich offenbar vor der Wohnungstür des verhafteten Mannes postierten. Nachdem sich die Beamten Zutritt zu der Wohnung verschafft hätten, sei der 27-Jährige geschnappt und abgeführt worden. (src)
Ob sich der junge Mann beim Zuschnappen der Beamten wohl verletzt hat? Offen bleibt in jedem Fall weshalb nicht ganz offiziell über den Einsatz gesprochen wurde & eine andere Version von “auf bei frischer neuer Tat” verlautbart wurde.
(screenshot vom LVZ-Film 18.09.2012)
Trotz des möglicherweise fahndungstechnischen Erfolgs wird die Chronik über brennende Autos in Leipzig ergänzt:
03.11.12: Gegen 23 Uhr wurde die Feuerwehr in die Leinestraße im Stadtteil Dölitz-Dösen gerufen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Ein dort abgestellter Kleinwagen brannte vollständig aus. Verletzte wurde niemand, es entstanden auch keine weiteren Sachschäden. [...] Brandstiftung könne ebenso wenig ausgeschlossen werden wie ein technischer Effekt. Das Auto wurde sichergestellt und soll nun genauer untersucht werden. (src)
Teil 1 der Chronik hier zu finden (& wie dort vermerkt brennen die KfZ ab und an von allein – auch gern mal während der Fahrt), Teil 2 hier.
(waren es einst die Helden welche ihren Namen hinterließen, so sind es heute die Goldbehängten. “Dein Name für Deutschland. – Hier könnte Dein Name stehen!”; gesehn in Leipzig)
Ein Drittel des jüngsten Statements Ken Jebsens ist die Aufforderung Geld an ihn zu spenden, BLZ & Kontonummer sind die ganze Zeit über eingeblendet. Es wird deutlich: er wähnt sich auf der Seite der Guten, der Widerständigen, die nun dafür bestraft werden verbotene Zusammenhänge zu äußern – in seinem Fall ist eine ganze Industrie gegen ihn am Werk: die Holocaustindustrie. Er setzt nun seine Hoffnung auf die Community, falls dies vergeblich “dann hören wir einfach auf.” Doch danach sieht es eher nicht aus. Nach knapp 10 Tagen hat das Video über 10.000 Aufrufe, es gefällt 551, es gefällt nicht 22 usern. So positiv und euphorisch sind dann auch einige Kommentare – wenn nur die Hälfte davon stimmt scheint die Rechnung (falsches Wort?, wohldurchdachte Kalkulation trifft es vielleicht besser) des Herrn Jebsen aufzugehen. Ein Kommentar lautet:
“Es ist nur richtig und konsequent, dass man solche Projekte unterstützt. KenFM ist in diesem System auf Geld angewiesen. Sie haben Rückrat gezeigt und wurden auf die Straße gesetzt. Jetzt muss die Straße dafür sorgen, dass sie weiter machen können. Auch du bist die Gosse/Straße. 5€ sind überwiesen.”
Money makes the world go round, auch bei Herrn Jebsen. Und Geld ließ sich auch schon immer mit einer niemals existierenden “Antiholocaustindustrie” machen, treffender und richtiger wäre wohl der Begriff Antisemitismus – denn sowas verkauft sich tatsächlich. Ob es nun gerechtfertigt ist auch im Fall des Herrn Jebsen von Antisemitismus zu sprechen kann jeder anhand seiner hier dokumentierten Ausführungen selbst beurteilen:
“Nach 545 Sendungen wurde Ken FM über Nacht abgesetzt. Der Vorwurf: die Sendung und ich im Speziellen wäre ein Holocaustleugner, ein Antisemit, ein Rechtsradikaler, etc. – die ganze Palette. Genauso gut hätte man behaupten können, ich würde zu langsam sprechen. Der Grund war natürlich vorgeschoben, sprich: frei erfunden. Und wurde von außen an das Haus herangetragen, in diesem Fall von der Holocaustindustrie, ein Begriff der bekannt ist spätestens seit Finkelstein. Die wirklichen Gründe für die Kündigung sind völlig andere. Ken FM und speziell ich als Person kann einfach meine Fresse nicht halten, wenn es vielleicht besser wäre für die eigene Karriere. [...] Ich hinterfrage geschichtliche Tatsachen, die man uns vorwirft wie einen Knochen mit dem Befehl friss oder strib. [...] und wir wehren uns selbst gegen einen übermächtigen Feind: den Menschenfeind – der, und das geben wir zu, finanzielle und was sein Netzwerk angeht, deutlich besser aufgestellt ist als wir. Die Lüge hat bekanntermaßer cash genug, die Wahrheit geht betteln. [...] Wenn wir eine andere Welt wollen, und wir von Ken FM wollen eine andere Welt, dann brauchen wir eine andere Presse. [...] Nur so lange wir sie [die freien Portale im Internet, Anm.] finanzieren, sind wir wirklich sicher vor der Propaganda einen sehr kleinen Elite. [...] wenn im Schatten ihres Humanismus völlig andere Kräfte mitsurfen um uns alle zu benutzen, und genau das passiert. Die Welt ist nicht so simpel wie uns das die staatlichen Medien, und damit die kontrollierten Medien glauben machen wollen. [...] Was will ich von Euch? Ich will euer Geld. Nur ich will, dass ihr es freiwillig gebt. Es bleibt euer Geld [...] Wir haben nie behauptet die Wahrheit zu kennen – genau das macht aber die Konkurrenz. [...] Uns reicht es nicht wenn ihr einfach unsere Meinung übernehmt, [...] ihr, und damit wir, sind die 99%. [...] Geht ihr den ersten Schritt. [...] Nehmt es selber in die Hand. [...] Es geht ums Geld, ja, denn ohne Geld können auch wir nicht arbeiten. [...] Werdet aktiv, unterstützt Ken FM. [...] Das hier ist keine Übung, und wir können durchaus mit den Konsequenzen des Scheiterns leben. Wir haben den entscheidenden Schritt für uns in dem Moment getan, als wir uns entschlossen haben, nicht länger ja zu einer Berichterstattung zu sagen, die wir für Propaganda halten, nur weil unser staatlicher Arbeitgeber uns dann auch weiterhin geduldet hätte. Die überzeugendste Art etwas zu ändern ist es selber zu tun.” (src: youtube-video)
Zusammenfassung:
Ken FM betreibt als Aufklärung euphemisierte Propaganda (gegen die als Propagandaapparat wahrgenommenen Massenmedien). Er war mit seiner Sendung beim RBB auch einst Teil des Systems, doch er durfte nicht mehr weitersenden bei dieser öffentlich-rechtlichen Anstalt (er spricht fälschlich (?) von “staatlichen Medien”). Ken Jebsen wurde gekündigt, weil er keine Einheitspropaganda produzierte, weil er anfing sich gegen “den Menschenfeind” zu wehren. Er ist der Einzige beim RBB gewesen welcher nicht von der Elite kontrolliert wird und damit einer der Wenigen - er hat seine Gesinnungsgenossen scheinbar schon gefunden - welcher unabhängige, also die wirklich richtigen Berichte liefert (von mir Propaganda genannt). Er tritt einen Feldzug an, uns alle aus der Kontrolle und den Klauen einer “sehr kleinen Elite” zu befreien. Ken “hinterfragt geschichtliche Tatsachen” – mit dann so glorreichen Erkenntnissen wie “Deutschland ist ein guter Mitläufer, ein Vasall, ein US-Ausposten” was hier akustisch verzeichnet ist. Wie formulierte Reflexion so treffend: “Ken Jebsen propagierte Ressentiments, die in Deutschland weit verbreitet und mehrheitsffähig sind.” Wäre hinzuzufügen: sowohl “die Sendung als auch er im Speziellen”.
Zuerst zum Nachspiel:
(Fotos via)
“Rebellion ist wie dieser Schmetterling der auf das Meer ohne Insel oder Felsen zufliegt. Er weiß dass er keinen Platz zum Landen hat. Doch zögert er nicht zu fliegen. Und nein, weder der Schmetterling noch die Rebellion sind dumm oder Selbstmörderisch. Es ist nur so dass sie wissen, das sie doch etwas haben werden, wo sie landen können, weil es in dieser Richtung eine kleine Insel gibt, die noch kein Satelit entdeckt hat.”
Oha. Und das Vorspiel? Hier:
Gelöscht wird erst, nachdem die Tonne bis zum Schluss brennen durfte…
An anderer Stelle wird derweil im Tone eines Wettbewerbs davon gesprochen, dass der Tag in Magdeburg mehr Beachtung verdient hätte:
“Ein breites Bündnis von bis zu 20.000 Menschen aus ganz unterschiedlichen Kontexten hat [2011, Anm.] tausende Nazis in die Schranken gewiesen und diesen gezeigt, dass Dresdens Straßen keineswegs ihnen gehören. An diese Leistung muss angeknüpft werden. [...] Das dritte Mal in Folge erwartet die Nazis in Dresden [2012, Anm.] eine Niederlage, die nur möglich sein wird, weil tausende engagierte Bürgerinnen und Bürger auf die Straße gehen, um so ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen. “ (src, via)
Dieses hier gelobte Engagement zeigt sich u.a. in einer weißen ins Knopfloch gesteckten Nelke – den Rest des Jahres fragt man sich wie das mit den Extremisten wohl noch werden wird oder schließt sich der Forderung des Bundes der deutschen Kriminalbeamten nach einer Bekämpfung des Linksterrorismus an. Wie gerechtfertigt das ist ja hat schließlich das Nachspiel in Magdeburg gezeigt…
FDGB-Mitgliedsheft mit Solidaritäts-Mitgliedsbeiträgen aus dem Jahr 1964:
“Bändigt den westdeutschen Militarismus” neben FDGB-Marken die eine Mörsergranate beim zusammensetzen zeigen… Spannend auch eine Marke (aus dem Jahr 1966?), die eine Qualle/Krake/Octopus (?) zeigt, welche von einer Faust zu/am Boden gedrückt/zerquetscht wird:
Bad Aibling (in der Nähe von Pullach) mit Echelon-Anlage:
(screenshot Bing-Maps, click to enlarge)
Vor 1971 wurde noch ein Großteil der eingehenden Information manuell ausgewertet. Zu jener Zeit baute die NSA unter dem Codenamen PLATFORM ein gewaltiges Computer-Netzwerk auf, das 52 Systeme, die sich im Besitz der um den Erdball verstreuten Mitglieder befanden, miteinander verknüpfte. Das Software-Paket, das die SIGINT-Operationen der einzelnen Partner zusammenführte, trug den Codenamen ECHELON. Die Ressourcen und die Prioritäten haben sich seit seiner Einrichtung stark erweitert.
In den späten 80er Jahren, während des Siegeszuges relativ billiger Kommunikations-Satelliten, gab es kaum einen Winkel auf der Erde, der nicht durch eine Abhöranlage oder eine Satellitenüberwachungsstation aus dem Besitz eines der UKUSA-Mitglieder kontrolliert war. Damit ist es ECHELON möglich, jegliche Art von unverschlüsselter und einige Arten von verschlüsselter Kommunikation, insbesondere solche, die in standardisierten Verfahren verschlüsselt wird, auf der ganzen Welt abzuhören und zu verarbeiten. ECHELON soll täglich bis zu 3 Milliarden Kommunikationsverbindungen abhören und dabei sowohl Telefon- und Faxverbindungen, E-Mail-Verkehr, Internet-Chats, Newsgroups und ähnliches erfassen.
Das ECHELON-System erfasst all diese Verbindungen wahllos über verschiedene “Schnüffel”-Einrichtungen. Diese “Schnüffler” (ähnlich wie das berüchtigte CARNIVORE, das vom FBI speziell für das Abhören von Kommunikation über E-Mail verwendet wird) sammeln Informationen über Datenpakete, wenn sie das Internet über verschiedene Knotenpunkte durchwandern. Dann filtert das System mit Hilfe von Spracherkennungstechnologie und künstlicher Intelligenz die Information heraus, die von Interesse ist – ähnlich wie es Suchmaschinen wie Google oder Altavista tun, aber auf wesentlich höherem Niveau. Die NSA hält in diesem Technologie-Bereich mehrere Patente, wie z. B. das berühmte “Semantic-Forest”-Patent zur Themenanalyse (US-Patent-Nummer: 5937422). Einige Stimmen behaupten, dass ECHELON ca. 90 Prozent der täglichen Kommunikation im Internet durchsiebt.
Anti-ECHELON-Aktivismus
Initiativen zur Aufklärung der ECHELON–Aktivitäten und zur Öffentlichmachung und Bekämpfung von großflächigen Abhörvorgängen sind von Anfang an von zivilgesellschaftlichen Gruppen und investigativen Journalisten ausgegangen, während Regierungen sich jahrelang im Beschwichtigen und Ableugnen übten bzw. zum Teil über die Aktivitäten von Geheimdiensten im eigenen Land gar nicht informiert waren.Der Anti-ECHELON-Aktivismus der frühen Tage, bei dem es darum ging, die Existenz des Systems erst einmal zum Thema eines breiteren Diskurses zu machen, ist zum Teil in die Institutionen abgewandert. Er hat aber auch eine Reihe von Aktionen hervorgebracht, die darauf abzielen, das Überwachungssystem anzugreifen oder zumindest immer wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Eine solche Initiative ist der Jam-ECHELON-Day, der 21. Oktober, an dem das System mit Stichwörtern überfüttert und so in seiner Funktion beeinträchtigt werden soll. Die Stichwörter werden dabei als Signatur an möglichst viele E-Mails angehängt. Inwieweit derartige Aktionen ECHELON tatsächlich beeinträchtigen können, ist natürlich sehr fraglich; immerhin dürfte damit aber ein Beitrag zur Bewusstseinsbildung geleistet werden.
Auszug aus einer Liste vermuteter ECHELON-Stichwörter des Jam-ECHELON-Days (www.jamechelon.org) [die site gibts nicht mehr] :
SUAEWICS, Juiliett Class Submarine, Locks, qrss, loch, 64 Vauxhall Cross, Ingram Mac-10, wwics, sigvoice, ssa, E.O.D., SEMTEX, penrep, racal, OTP, OSS, Siemens, RPC, Met, CIA-DST, INI, watchers, keebler, contacts, Blowpipe, BTM, CCS, GSA, Kilo Class, squib, primacord, RSP, Z7, Nerd, fangs, Austin, no|d, Comirex, GPMG, Speakeasy, humint,GEODSS, SORO, M5, BROMURE, ANC, zone, SBI, DSS, S.A.I.C., Minox, Keyhole, SAR, Rand Corporation, Starr, Wackenhutt, EO, burhop, Wackendude, mol, Shelton, 2E781, F-22, 2010, JCET, cocaine, Vale, IG, Kosovo, Dake, 36,800, Hillal, Pesec, Hindawi, GGL, NAICC, CTU, botux, Virii, CCC, ISPE, CCSC, Scud, SecDef, Magdeyev, VOA, Kosiura, Small Pox, Tajik, +=, Blacklisted 411, TRDL, Internet Underground, BX, XS4ALL, wetsu, muezzin, Retinal Fetish, WIR, Fetish, FCA, Yobie, forschun g, emm, ANZUS, Reprieve, NZC-332, edition, cards, mania, 701, CTP, CATO, Phon-e, Chicago Posse, NSDM, l0ck, beanpole, spook, keywords, QRR, PLA, TDYC, W3, CUD, CdC, Weekly World News, Zen, World Domination, Dead, GRU, M72750, Salsa, 7, Blowfish, Gorelick,Glock, Ft. 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(beachtlich die Quelle des Textes)
Schon der Titel lässt ahnen: es scheint ein nie kommender Tag, oder ein Abgesang, ein Bedauern. Es ist ein Lokalzentrismus (der auch zu Nazis passen würde – oder sind die eher National?), der eines Tages wichtig geworden oder bis heute geblieben ist – sei es qua Herkunft, Hinzug oder (ich will dies nicht unterstellen) ein Punkt von persönlich wie auch immer motivierter Relevanz . Welcher Relevanz wäre die Frage – für das Subjekt die Antwort. Wäre die Frage zu stellen ob das Subjekt aufgeklärt, reflektiert oder sonstwas ist. Dass das Subjekt reflektieren kann wird offensichtlich, wenn es Kritik formuliert. Im folgenden eine Kritik an der Kritik an Pogrom 1991:
Kritik an der Bürgernähe der Initiative Progrom.91
Liebe Initiative Progrom.91,
auch wir als Antifaschist_Innen folgtem eurem Aufruf zur Demonstration am 17.September [2011, Anm.] in Hoyerswerda. Und auch wir musste leider miterleben, wie ihr mit den Progromen von 1991 umgeht.
Für uns war die propagierte Bürgernähe mehr als erschreckend. Seit 20 Jahren kämpfen Antifaschist_Innen um die Anerkennung der Progrome, welche durch Nazis und Bürger_Innen – oder schlichtweg Deutsche – zum weltweiten „Ruhm“ von Hoyerswerda führte.
Doch euer Weg ist nicht der einer Kritik an den Bürger_Innen. Anstatt die Schuld kollektiv zu verteilen und allen Bürger_Innen klar zu machen, dass sie zumindest Schuld an der nichtvorhandenen Aufarbeitung, und der Verdrängung sind, versucht ihr ein vorgeschobenes Problembewusstsein zu schaffen.
Fail. Ohne Problembewusstsein keine Diskussion – eure Antwort – die leider nicht auf den Punkt Bewusstsein eingeht, sondern auf etwas anderes: eben jenes Bewusstsein dass die Ereignisse auf der Straße liefen wie sie liefen.
Unstrittig ist die Schuld der an diesem Tag beteiligten Nazis und Bürger_Innen. Unstrittig ist auch das unvorstellbare Verhalten von staatlichen Repressionsorganen. Unstrittig sollte jedoch auch sein, dass jedeR Bürger_In von Hoyerswerda auch noch heute schuldig ist. Niemand in diesem Plattenbaukomplex, welcher 30.000 Einwohner_Innen umfasst ist ein Opfer. Sie alle bleiben Täter und sollten auch als genau das benannt werden!
Es geht nicht um Schuld oder Unschuld, sondern um das Bewusstsein des Stillhaltens, die Funktion eines Zuschauers und eben – wie ihr es definiert – des Handelnden, des Täters.
Niemals soll die hässliche Fratze des deutschen Mobs vergessen werden, welche in diesen Tagen Molotovcocktails und Steine gegen die Wohnungen der Migrant_Innen und Vertragsarbeiter_Innen warfen. Niemals soll vergessen werden wie die Täter geschützt wurden.
Und niemals soll vergessen und verziehen werden wie dieses Progrom seit 20 Jahren kleingeredet wird.
Und genau dagegen richtet sich doch auch die Kritik von Pogrom.91.
Doch eure Reaktion ist dabei typisch deutsch. Ihr versucht eine Zivilgesellschaft aufzubauen, in dem ihr ein Schamgefühl und ein sog. Problembewusstsein schafft.
Was ist denn eure Kritik am Problembewusstsein? Verkürztes Bewusstsein ist Scham, reflektiertes sollte ein als Problem wahrgenommen Punkt durch Handeln zu ändern versuchen, or not?
Ihr macht dies auf eine perfide Art und Weise, indem ihr zum Beispiel die Bürger_Innen auf der Demonstration direkt ansprecht und sie auffordert an der Demonstration teilzunehmen.
Wenn es wirklich nur darum ging Menschen dazu einzuladen, dem Pogrom von 1991 in einer anderen Weise zu gedenken als Stadt und Offizielle ist dies anzuerkennen. Wenn es nur darum ging ein größeres Bündnis, auch mit teilnehmenden inhaltsunwissenden Subjekten zu erreichen, kritikwürdig. Es steht aber außer Zweifel, dass im lokalen Presseorgan (der Sächsischen Zeitung) von einer Teilnahme der Hoyerswerdaer Bürger an der Pogrom.91-Demo abgeraten wurde: “Ich für meinen Teil glaube, wer als Hoyerswerdaer wirklich [im Original, Anm.] etwas für seine Stadt tun will, ist besser auf dem Altstadt-Markt oder dem Lausitzer Platz aufgehoben. Dort findet von 13.30 bis 17 Uhr ein angemessenes stilles Gedenken statt.” (Quelle)
Doch damit stärkt ihr nur einen staatlichen Antifaschismus, dessen größtes Problem der Schaden des weltoffenen, transkulturellen Deutschland – oder in diesem speziellem Fall Hoyerswerda ist.
Fail. An das Progrom in einer anderen Weise zu gedenken als Stadt und Offizielle, nämlich inhaltlich und scheinbar reflektiert, dadurch wird nicht der staatliche Antifaschismus gestärkt, sondern das Gedenken bekommt eine weitere Facette – im Idealfall geht es nicht um die Standortaufwertung (wie die Adjektive weltoffen oder transkulturell implizieren), sondern das Offenlegen von Problemen, also keine weitere quasi Funktion im großen Projekt Antifaschismus einzunehmen sondern die spezielle Art des Gedenken an den Ort zu tragen – (nichts anderes machen im übrigen die Nazis bei ihren Aufmärschen in Dresden nur eben unter dem Aspekt des Opfermythos – warum habt ihr die noch nicht so scharf kritisiert, oder macht das “thedaydresdendied”?)
Niemand erkennt in diesem Zusammenhang, dass das eigentliche Problem Deutschland und seine Dorfgemeinschaften bleibt!
Weil die Dorfis kein Bewusstsein (oder das in euren Augen falsche Bewusstsein) haben, oder wieso?
Dieses Problembewusstsein [des Pogrom.91, Anm.] ist also nur vorgeschoben um eine minimale Effektivität eurer Arbeit herbeizubeschwören und damit die Realität zu beschönigen. Auch ihr seid also in diesem Fall Mitschuld an der fehlenden Aufarbeitung der Progrome von Hoyerswerda. Ihr macht euch selbst zu deutschen Tätern indem ihr die Auseinandersetzung beschönigt und damit die Progrome relativiert.
Was wurden denn beschönigt? Für ein Zitat wäre ich dankbar. Es ist im übrigen genau das Gegenteil der Fall: erst durch die Initiative wurde überregional (meinetwegen auch im MDR) zwar mehr über die Anlässe der Demonstration und weniger über deren Anliegen (aber auch deren scheinbares Scheitern) berichtet, aber euch immerhin einen Ansatzpunkt gegeben Kritik zu üben – wieso werden diese dann zu Tätern? Relativieren tut hier nur einer: ihr.
So gut euer Anliegen also war, trennt euch in der Umsetzung nicht viel vom allgemeinem deutschen Mob.
O-Ton Bildzeitung? Gibt es neben dem allgemeinen auch einen spezifischen deutschen Mob? Ihr übt Kritik an der Umsetzung, formuliert die aber leider nicht weiter aus. Latschdemo und Zettel verteilen, Leute auf der Straße anquatschen um deren Positionierung in eben jenem Moment abzufragen ist für euch also das selbe wie Molovcoctails auf Häuser werfen um einen als für das eigene Leben (und wenn es um Deutsche geht: für die als Kollektiv empfundene Gemeinschaft) störenden Moment (es geht wohlgemerkt um die Anwesenheit von Menschen!) zu beseitigen? Wtf.
Sicherlich wollen wir euch nicht vorwerfen, dass ihr im nächsten Moment Nazis vor Cops schützt, während erstere Migrant_Innen angreifen – trotzdem tragt ihr in der innerlinken Diskussion mit diesem Auftreten massiv zu einer Relativierung bei.
Again: relativating is ur business!
Diese Art und Weise der Auseinandersetzung ist für uns jedoch nicht tragbar. Wir sehen keinen Sinn in der Zusammenarbeit mit Bürger_Innen, welche diese Progrome auch heute noch unterstützen würden.
Ein interessanter Punkt. Erinnert mich an die Fragestellung: Erinnern, aber wie? Euer Fehler ist jedoch, dass ihr die Bürgerlichen (so habe ich Bürger-Innen verstanden) mit dem Mob gleichsetzt, weil in jedem Ereigniss hierzulande nach eurer Wahrnehmung sich der Mob bahn bricht (dies scheinbar primär in der “Dorfgemeinschaft”).
In der Auseinandersetzung mit selbigen [den Bürger_Innen], welche eine radikale Linke als „gleichwertige Störenfriede“ wie Nazis empfinden. Und wir sehen keinen Sinn in der Auseinandersetzung mit dem deutschem Mob!
Bahn gebrochen hat sich der Mob in verschiedenen Situationen zu verschiedenen Zeiten immer wieder – so auch direkt nach dem Zweiten Weltkrieg (siehe hier oder hier) und verdient das Wort Mob, wie auch die Ereignisse im Zuge der Überwindung der geopolitischen Folgen des Zweiten Weltkriegs mit 1990/1991 in Deutschland (z.B. Rostock, Mölln, Solingen oder jeder anderen Stadt) dieses Wort verdienen. Nicht zu vergessen neben den “großen” Ereignissen, die kleinen – wie jemanden unliebsames aus der fahrenden Straßenbahn zu werfen oder dessen Tod selbst mit dem Messer in der Hand herbeizuführen (z.B. wie zuletzt in Leipzig der Tod von Kamal K.)
Wir fordern also hiermit das gleiche, was das Café Morgenland bereits 1991 forderte.
Brennt Hoyerswerda nieder!Hammer und Sichel dem deutschen Michel!
Deutsche gibt’s in jeder Stadt – bildet Banden macht sie platt!tdzd im September 2011
Anzünden & platt machen, und zwar jede Stadt (oder nur deren Bewohner?). Hammer und Sichel dem deutschen Antifa-Michel. Wo bleibt eure Kritik an diesem Erinnerungsentwurf? Im Verbrennen ist in der Tat eine Lust zu finden (Freud hat da sicherlich was drüber geschrieben). Nur weil das Dreckskaff Zwickau einfach nicht sterben will (oder weil es dies eben vielleicht nach eurem Empfinden vielleicht schon sehr oft ist), übertragt ihr das auf andere Städte. Dabei hat Zwickau doch soviel zu bieten, wie ihr selber so schön zusammentragt: den Kristallisationspunkt der deutschen Zustände. Und das beinhaltet eben auch die öffentliche Gedenktafel für die tolle Stimmung in den deutschen Landen 1990 im knapp 40km entfernten Plauen – dem Hort wo (wie zu lesen ist) erstmals die Forderung nach der deutschen Vereinigung von der versammelten Volksmasse ausgesprochen wurde:
“Vom 14. Oktober bis zum 17. März 1990 [was für eine irritierende Zeitangabe] sprechen auf der Freitreppe Vertreter der neuen demokratischen Kräfte zu den Demonstranten und beginnen die Demonstrationen durch die Stadt Plauen, an denen sich Zehntausende beteiligen. Die ersten Forderungen auf den Plauener Massenkundgebungen waren “Pressefreiheit”, “Reisefreiheit”, “demokratische Wahlen” und – “Stasi in die Produktion”. Später kam – erstmals in Plauen ausgesprochen – der Ruf nach der deutschen Vereinigung auf.”
Eure Antwort auf sowas: nicht problematisieren, sondern exekutieren. Eigentlich habt ihr damit recht – fahrt nach Plauen und sprengt dieses Schild. Wäre jedoch zu vermuten, dass sich dadurch im Bewusstsein über das zweifelsohne kritisierenswerte deutsche Erinnern nichts ändern wird. Stellt sich die Frage nach der Methode – eure Antwort vielleicht eine typische: sich des Problems im Feuer zu entledigen, also alle deutschen Kleinstädte dem Erdboden gleichmachen (nur Polemik? dann lasst das polemisieren!). Sich jedoch an die Alternative einer kritischen Theorie zu halten, sich die Möglichkeit eines Bewusstsein offen zu halten welches als einzige Instanz vielleicht auch die Welt anders einzurichten versucht, jedoch vor allem zuerst Grundlage einer Veränderung sein sollte, wird von euch negiert. Ernüchternd wenn die sich radikal Links dükenden Subjekte (als die ihr euch ja scheinbar empfindet) über falsche Kritik an Latschdemos und dem Hass auf die ungeistige Provinz nicht hinauskommt. Dadurch stärkt ihr die kulturhegemoniale Stellung der Stadt, die das anscheinend nötig hat (da spitzen sich die deutschen Verhältnisse im übrigen nur in einer anderen Form zu). Um meine Kritik an eurer Kritik in einen Satz zu fassen: die Nähe die ihr in der Motivationsüberschrift postuliert existiert nach meiner Wahrnehmung so nicht.
zu Pogrom.91












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